27.11.2017
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Lenker halten Tempolimit nicht ein

Nach dem schweren Wild­unfall vergangene Woche auf der Landesstraße zwischen Erpfendorf und Kössen appelliert nicht nur die Jägerschaft, in diesem Bereich vom Gas zu gehen.

Kirchdorf, Kössen | Sie machte ihrem schlechten Ruf wieder einmal alle Ehre – die Landesstraße zwischen Erpfendorf und Kössen. Vor kurzem hatten ein 47-jähriger Deutscher und sein 15 Jahre alter Sohn mehr als einen Schutzengel. Das Duo war auf der Erpfendorfer Straße unterwegs, als plötzlich ein Hirsch auf die Straße sprang und gegen das Auto prallte. Das Tier flog durch die Windschutzscheibe und landete buchstäblich auf dem Schoß von Vater und Sohn. Beide wurden teils schwer verletzt. Der Hirsch war offenbar bereits durch den Aufprall auf die Kühlerhaube verendet.

„Vater und Sohn hatten da noch Glück im Unglück. Hätte der Hirsch noch gelebt, als er im Auto gelandet ist, hätte er vermutlich um sich geschlagen und es wäre weit schlimmer ausgegangen“, glaubt Kirchdorfs Hegemeister Johann Seiwald. Bereits im September ist es auf der Landesstraße bereits zu einem schweren Unfall mit einem Hirsch gekommen, der ebenfalls relativ glimpflich ausgegangen ist.

Bereits seit Jahren kommt es auf dieser Strecke immer wieder zu Wildunfällen. Erst im Vorjahr wurde ein Projekt mit Jägerschaft, Grundeigentümern, Polizei und Straßenmeisterei realisiert.

Hinweistafeln und Tempobeschränkung

Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei haben damals im gesamten Verlauf des Hagertals die dichten Gehölze an den Fahrbahnrändern entfernt. Außerdem wird zwei Monate im Frühling sowie drei Monate im Herbst das Tempolimit von 100 auf 80 km/h heruntergeschraubt. Sichtbare Hinweistafeln weisen ebenfalls auf die Gefahr hin. „Wir haben hier wirklich toll zusammengearbeitet“, betont Seiwald. Es nütze halt leider nichts. „Fakt ist, dass die Unfälle nicht weniger geworden sind“, sagt Seiwald. Heuer seien bereits 20 Wildtiere unter die Räder gekommen. „Trotz der Maßnahmen fahren die Leute, vor allem die Einheimischen, nach wie vor viel zu schnell“, ärgert sich Seiwald. Wenn auch seit dem Unfall letzter Woche zu beobachten sei, dass im Hagertal auf die Bremse gestiegen wird.

„Wir haben ja bereits vor dem Projekt im Vorjahr ein Tempolimit von 60 km/h eingefordert“, sagt der Hegemeister. Leider sei man hier auf taube Ohren gestoßen. „Auf der Autobahn dürfen wir ja auch nicht schneller als 100 fahren und da ist es sicher weniger gefährlich“, versteht der Jäger die Behörden nicht. Die Jägerschaft nimmt den Unfall jetzt einmal mehr zum Anlass, um die Forderung nach einem Tempolimit von 60 km/h zwischen 17 Uhr am Nachmittag und sieben Uhr Früh zu erneuern. Margret Klausner

Bild: Buchstäblich am Schoß sitzen hatten die zwei Deutschen den rund dreijährigen Hirsch bei dem Unfall vergangene Woche. Foto: Einsatzreport Tirol/Klingler

 
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