13.06.2020
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Langsame Erholung vom Schock

Die Folgen des Corona bedingten Lockdowns haben den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft weiterhin voll im Griff. Nach dem extremen Anstieg der Arbeitslosigkeit ab Mitte März, geht die Zahl der Arbeitslosen seit Mitte April zurück. Die Arbeitslosenzahlen sind aber nach wie vor sehr hoch, wie das AMS Kitzbühel meldet.  

Kitzbühel, Innsbruck | Ende Mai waren 3.673 Personen aus dem Bezirk Kitzbühel arbeitslos. Damit geht  die  Zahl der Arbeitslosen wieder etwas zurück, ist aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Zum Vergleich waren im Vorjahr zum Stichtag Ende Mai  1.303 Personen arbeitslos. Es werden im Laufe des Juni bzw. Anfang Juli weitere Hotels aufsperren. Dies wird einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit bewirken.
Erfreulich ist, dass bereits  wieder einige Stellen gemeldet werden.

Auch tirolweit leichte Entspannung
„Die Lockerungen im Laufe des Monats Mai wirken sich auf die Arbeitslosigkeit in Tirol positiv aus“, bestätigt auch AMS-Landesgeschäftsführer Anton Kern. 6.572 Personen oder 14,4 Prozent haben sich im Laufe der letzten sechs Wochen vom AMS abgemeldet und mit Erleichterung der Reisebeschränkungen am 15. Juni  ist ein weiterer positiver Effekt zu erwarten.  Im Vorjahresvergleich haben wir dennoch eine sehr hohe Arbeitslosigkeit, speziell in den dienstleistungsnahen Branchen und Berufen,“ erläutert Anton Kern. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat kam es im Mai 2020 mit +20.636 oder +111,1 Prozent zu einem deutlichen Anstieg der in Tirol arbeitslos vorgemerkten Personen auf 39.210.
Gleichzeitig stieg übrigens die Arbeitslosigkeit in Österreich um 194.352 Personen oder +69,7 Prozent auf insgesamt 473.300.

11,5 Prozent Arbeitslosenquote
Bei einem prognostizierten Stand von 302.000 unselbständig Beschäftigten in Tirol (ein Minus von 30.000 Personen im Vorjahresvergleich) und 39.210 vorgemerkten Arbeitslosen betrug zum Stichtag 31.05.2020 die Arbeitslosenquote in Tirol 11,5 Prozent (Mai 2019: 5,3 Prozent).
Nach Altersgruppen betrachtet, ist die Arbeitslosigkeit bei allen Altersgruppen gestiegen. Bei den 645 Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren stieg die Arbeitslosigkeit um +117,9 Prozent oder +349 Personen. Bei den 4.396 arbeitslosen 20- bis 24-Jährigen kommt es zu einem Anstieg um +134,0 Prozent oder +2.517. Bei den 23.326 Personen zwischen 25 und 49 Jahren stieg die Arbeitslosigkeit um +122,1 Prozent oder +12.825 an. Bei den 10.843 Personen über 50 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um +83,8 Prozent oder +4.945 Personen. Sowohl bei den 21.243 Frauen (+11.083 Personen oder +109,1 Prozent) als auch bei den 17.967 Männern (+9.553 Personen oder +113,5 Prozent) kam es zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Bei den 1.124 länger als 1 Jahr vorgemerkten Arbeitslosen ist ein Anstieg um +132 Personen oder +13,3 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der 6 Monate und länger Vorgemerkten stieg um +1.105 Personen oder +49,2 Prozent auf 3.350 an. Den größten Anstieg nach Wirtschaftsabschnitten betrachtet, gab es im Abschnitt Beherbergung und Gastronomie mit +10.513 Personen oder +139,2 Prozent. Im Wirtschaftsabschnitt Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen stieg die Arbeitslosigkeit um +2.229 Personen oder +87,8Prozent. Es folgen der Abschnitt Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen mit einem Anstieg um +1.683 Personen oder +118,3 Prozent und der Abschnitt Verkehr und Lagerei mit einem Anstieg um 1.658 Personen oder + 94,4 Prozent. Nach ausgewählten Berufsobergruppen ist der markanteste Anstieg im Fremdenverkehr mit +9.440 Personen oder +130,0 Prozent, im Handel mit +1.629 Personen oder +84,8 Prozent, bei den Hilfsberufen mit +1.422 oder +93,9 Prozent und in den Büroberufen mit +1.384 Personen oder +87,7 Prozent feststellbar.

Plus 181,9 Prozent in Kitzbühel
In Reutte stieg die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Personen um +230,7 Prozent oder +1.435 Personen. Es folgen Kitzbühel (+181,9 Prozent oder +2.370), Schwaz (+140,9 Prozent oder +2.987), Innsbruck (+126,9 Prozent oder +7.316), Kufstein (+123,4 Prozent oder +2.524), Imst (+91,5 Prozent oder +1.890), Lienz (+68,7 Prozent oder +968) und Landeck (+35,3 Prozent oder +1.146).
Die aktuellen Zahlen zur Kurzarbeit: Bis inklusive Montag, 1. Juni, wurden in Tirol 10.794 Corona-Kurzarbeitsanträge für 99.506 Arbeitsplätze erfasst. 70 Mio. Euro Corona-Kurzarbeitsbeihilfe wurden in Tirol an 6.046 Unternehmen für 42.376 Personen bereits ausgezahlt.
Im Laufe des Mai wurden dem AMS Tirol 2.219 Stellen gemeldet, das ergibt ein Minus von 1.399 Stellen oder -38,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zum Stichtag 31. Mai betrug der Bestand an sofort verfügbaren offenen Stellen 3.864, ein Rückgang um -2.473 Stellen oder -39,0 Prozent. Die Laufzeit bis zur Besetzung einer freien Stelle beträgt 56 Tage. Ende Mai 2020 waren insgesamt 2.153 Lehrstellen zur Besetzung gemeldet (Rückgang um 16 oder -0,7 Prozent). Davon standen 637 (-54 oder -7,8 Prozent) für sofortige, 1.516 Lehrstellen (+38 oder +2,6 Prozent) für zukünftige Vermittlung bereit. Lehrstellensuchend ließen sich insgesamt 580 Personen registrieren, das sind im Vorjahresvergleich um 47 Personen oder +8,8 Prozent mehr.

Foto: Den größten Anstieg nach Wirtschaftsabschnitten gab es bei Gastronomie und Beherbergung. Foto: AMS/Doro

 
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