11.12.2020
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Langes Warten wegen 7 Minuten

Alle Jahre wieder steht im Dezember der Fahrplanwechsel am Programm. Die Auswirkungen für den Bezirk Kitzbühel sind unterschiedlich. Von vielen Zügen am Wochenende, bis hin zur Absage von einem Kulturzug oder einer schnellen Verbindung am Morgen für Pendler aus dem Bezirk Kitzbühel Richtung Innsbruck gibt es eine breite Palette.

Bezirk | „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, heißt ein bekanntes Sprichwort. Wie viel Wahrheit in dem Kern steckt, wird den Zugfahrern im Bezirk Kitzbühel beim neuen Fahrplan, der mit 13. Dezember gilt, bewusst. Bei einer abendlichen Fahrt von Innsbruck nach Wörgl und weiter in den Bezirk Kitzbühel wartet der Anschlusszug nicht, sondern fährt sieben Minuten zu früh ab. Dahinter steckt das komplexe Thema der Fahrplangestaltung.

Unzufriedenheit bei Pendlern
Hat es in den vergangenen fünf Jahren immer wieder Verbesserungen für die Pendler des Bezirks gegeben, so sind deren Wünsche heuer auf taube Ohren gestoßen. „Für die Region ist viel passiert, für uns Pendler leider nicht,“ fasst Maximilian Ebersberg, Obmann des Pendlerforums im Bezirk Kitzbühel, zusammen. Zwischen 40 und 50 Mitglieder informiert er laufend über den aktuellen Stand und eventuelle Neuerungen.
Ein besonders eifriges Mitglied ist seit Jahren Hans Kolber aus Kirchberg. Er hat selbst bei der Bahn gearbeitet und bringt seine Erfahrung immer wieder mit ein. Ihn störe am Fahrplan, dass der neue Railjet von Innsbruck nach Salzburg, Halt in Wörgl um 22.41 macht, die S-Bahn jedoch sieben Minuten früher losfährt. Die Wartezeit am Abend beträgt somit 117 Minuten. „Meiner Meinung nach wäre es naheliegend, diese S-Bahn auf 22:44 zu verlegen (3 Minuten Übergang sind bei einem bahnsteiggleichen Umstieg, der hier gegeben wäre, ausreichend) und dadurch die Verbindung herzustellen. Die Nachteile würde ich angesichts der enormen Beschleunigung für Fahrgäste ab Innsbruck, die um diese Zeit den Großteil der Fahrgäste ausmachen, für vertretbar halten“, unterstützt ihn Ebersberg. Ansonsten muss man sich mit der S-Bahn begnügen. Die Fahrzeit von Innsbruck nach Kitzbühel beträgt dabei 1,38 Stunden, die Abfahrt erfolgt um 21.35 Uhr.

Verbesserung im nächsten Jahr
Um eine entsprechende Stellungnahme wurde beim VVT angesucht und Pressesprecherin Stefanie Kozubek teilt mit, dass eine Verbesserung des Angebots am Abend für die nächsten Jahre geplant ist.“Die ÖBB verwies auf die Antwort des VVT. Für Ebersberg ist dies ein „verlorenes Jahr“.

Schnellerer Frühzug
Seit fünf Jahren ist Ebersberg Obmann und bestätigt einige positive Anpassungen. In der Früh gibt es einen Zug mehr, jedoch fehlt ihm und seinen Mitstreitern noch eine schnellere Verbindung. „In Tirol ist derzeit in der Früh kein weiteres Fahrzeugmaterial verfügbar, welches die technischen Voraussetzungen für Fahrten über die neue Unterinntalbahntrasse erfüllt“, sagt Kozubek und räumt ein, dass es Verzögerungen seitens des Herstellers gibt. Kritisch äußert sich auch LA Claudia Hagsteiner (SP): „Von der im Landtag beschlossenen Verbesserung für Pendler ist bei der Fahrplanänderung nichts übrig gelieben“.

Verdoppelung der Züge  am Wochenende
Ausgebaut wurde das Angebot am Wochenende. „Für uns ging es bei diesem Fahrplan darum, neben den Verbindungen für die Pendlern auch das Angebot für die Freizeitnutzung am Wochenende weiter auszubauen“, sagt Stefanie Kozubek vom VVT. Die Zugsverbindungen wurden verdoppelt und somit gibt es einen Stundentakt der S-Bahn und Regionalexpresszüge von Montag bis Sonntag.

Taktlücken geschlossen
Ein weiterer Pluspunkt ist die Schließung einzelner Taktlücken zwischen den Haltestellen Hopfgarten und Windau. „Die Regiozüge verkehren damit, wie unter der Woche, im Stundentakt“, heißt es von Seiten des Verkehrsverbundes Tirol. Möglich gemacht wurde dies durch Bedarfshalte, die auch Ebersberg als wesentliche Verbesserung sieht. Durch das einheitliche System kann man sich jetzt immer auf den genauen Zug verlassen: Gestartet wird bei Minute 22 stündlich von Wörgl und man kommt somit in der Windau, Hopfgarten immer um 40 an. Verena Mühlbacher

Bild: Am Wochenende gibt es ein Mehr an Zügen im Bezirk Kitzbühel. Foto: Mühlbacher

 
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