20.02.2017
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Landeplatz in der Warteschleife

Die Planungen für die Aufwertung des Kaiserbachtales, in dem vor allem die Natur im Vordergrund steht, laufen auf Hochtouren. Die Behörde hat vorerst die Errichtung eines Hubschrauber-Landeplatzes abgelehnt.

Kirchdorf |  Es sind große Pläne, die der Tourismusverband und die Gemeinde Kirchdorf schmieden, um das beliebte Wandergebiet Kaiserbachtal aufzuwerten. In den letzten Jahren sind die Besucher trotz neuer Mautstraße und Parkplätzen weniger geworden. Das soll sich ab heuer ändern. Das Naturjuwel am Fuße des Stripsenjoches zwischen Gasteig und Schwendt soll auch weiterhin ein Naturparadies bleiben, aber für Wanderer und Gäste attraktiver werden. Unter anderem soll mit dem Bau der „Alpine Outdoor Galery“ die längste alpine Freiluftgalerie der Alpen entstehen. Überdies gibt es auch einen Rundwanderweg und für Kinder besonders interessant: Die Fabelfiguren „Schnackler“ und „Koasabacha“ erzählen ihre Geschichten. Mit rund 350.000 Euro schlägt sich das Projekt zu Buche, das unter anderem vom Leaderverein unterstützt wird. Heuer im Frühling sollen die Maschinen wieder im Tal auffahren und die Bauarbeiten weitergehen.
Auf Wunsch der Bergrettung wurde in das Einreichprojekt an die Behörde auch der Bau eines Hubschrauberlandeplatzes integriert. „Wir reden hier nicht von einem Landeplatz aus Beton oder Ähnlichem. Es handelt sich nur um eine Aufschüttung eines Platzes, um diesen zu befestigen“, erklärt GR Martina Foidl, die sich beim Tourismusverband für das Projekt verantwortlich zeigt.

Angst vor Filmteams
Bei der naturschutzrechtlichen Verhandlung kam dann aber die Überraschung – die Behörde lehnt den Bau des Landeplatzes ab. Es werde befürchtet, so Foidl, dass der Landeplatz möglicherweise dann auch professionell genützt werden könnte. Von Filmteams etwa – immerhin ist die  Kulisse in diesem Bereich eine spektakuläre und für Dreharbeiten wie geschaffen. „Aber das wollen wir auch selber nicht“, betont die Gemeinderätin. Damit im Frühling mit den Arbeiten wieder gestartet werden kann, haben die Verantwortlichen das Konzept vorerst ohne Heli-Landeplatz eingereicht.

Sichere Landung derzeit nicht möglich
Der Platz ist aber dringend notwendig, wie im Gemeinderat auch Martin Hautz betonte. Der Chef der Alpinpolizei im Bezirk Kitzbühel ist auch Mitglied des Sicherheits- und Vereinsausschusses der Gemeinde und hat in ihrem Namen inzwischen eine Stellungnahme für die Behörde erstellt. Fakt ist, dass es derzeit keinen befestigten Landeplatz in diesem Bereich gibt, wie Hautz im Gemeinderat betonte, „es dort keinen einzigen Platz gibt, wo man ordentlich und sicher landen kann.“ Es gehe hier auch um die Sicherheit der Besucher. Immerhin fahren in etwa rund 40.000 Autos jährlich ins Tal, gilt es doch als einer der beliebtesten Einstiege ins Kaisergebirge, vor allem auf das Stripsenjoch. Der Heli-Landeplatz sei als Zwischenlandeplatz überdies auch daher notwendig, da die Verunfallten des Wilden Kaisers – aber auch die tödlich Verunglückten – im Tal auf andere Fahrzeuge umgeladen werden.  Die Einstellung der Grundbesitzer sei in jedem Fall positiv, betonte Hautz.
Die Stellungnahme wurde inzwischen an die Bezirkshauptmannschaft weitergeleitet. Mit den Argumenten des Experten, hoffen die Kirchdorfer doch noch die Genehmigung für die Aufschüttung zu bekommen.
Margret Klausner

 
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