20.12.2020
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Land Tirol klärt die Haftungsfrage

Seit 7. Dezember dürfen die Tiroler wieder ihre Tourenski anschnallen und die Berge erobern. Dabei entbrannte ein Streit, ob die Tourengeher die Pisten nutzen dürfen oder nicht. Das Land Tirol hat die haftungsrechtlichen Bedenken der Skigebiete mit einer subsidiären Haftpflichtversicherung entkräftet. Wie ein Miteinander von Bergbahn und Tourengeher funktionieren kann, beweist die Bergbahn AG Kitzbühel.

Bezirk | Die Tiroler konnten sich in Wien durchsetzen und damit bewirken, dass auch der Individualsport seit 7. Dezember auf Sportstätten im Freien möglich ist. Damit wurde auch das Pistentourengehen auf präparierten Pisten, sofern diese nicht durch den Betreiber gesperrt sind, ermöglicht. Damit zeigte sich  WKO-Seilbahnobmann Franz Hörl nicht einverstanden, für ihn gab es zu viele offene Fragen, wie etwa die Haftung oder Finanzierung der Präparierung.  „Weitere Forderungen nach zusätzlichen Leistungen, wie die Präparierung von Rodelbahnen und dergleichen, sind nur gegen Bezahlung möglich“, hält Hörl fest.

In den haftungsrechtlichen Bedenken der Seilbahnwirtschaft hinsichtlich der Pistenbenützung durch Wintersportler, insbesondere Tourengeher, bei geschlossenen Liftanlagen, war das Land Tirol aktiv. Am Montag konnte LHStv. Josef Geisler vermelden, dass das Land Tirol für die diesjährige Wintersaison eine Subsidiäre Haftplichtversicherung mit einem Deckungsbeitrag von zehn Millionen Euro abgeschlossen hat. Diese kommt dann zum Tragen, wenn über die in der Seilbahnwirtschaft ohnehin bestehenden Versicherungen kein entsprechender Versicherungsschutz gegeben ist.

„Ziel des Landes Tirol war und ist, Wintersport zu ermöglichen. Nach dem ersten Schritt, wonach Bewegung in der freien Natur individuell nach den Corona-Regeln auch vor Öffnung der Lifte in Skigebieten zulässig ist, räumen wir mit einem zusätzlichen Sicherheitsnetz des Landes die der aktuellen Situation geschuldeten Bedenken der Seilbahnwirtschaft aus“, erklärt LHStv Josef Geisler. Wenn in einem Schadensfall ein Verschulden der Liftgesellschaft festgestellt wird und die bestehende Versicherung der jeweiligen Liftgesellschaft nicht greift, stellt das Land Tirol den Versicherungsschutz durch die nunmehr abgeschlossene Versicherung her. Diese gilt seit 14. Dezember.

St. Johanns Pisten bleiben vorerst gesperrt
Für viele Tourengeher ist ein Aufstieg auf den Pisten ein optimaler Einstieg in den Touren-Winter. Peter Grander, GF der St. Johanner Bergbahnen warnt vor den Gefahren: „Mein ganz dringender Appell an alle Skitourengeher: Die Pisten sind bis zum 24. Dezember für jeden gesperrt. Wir beschneien und präparieren derzeit. Es liegen Beschneiungskabel herum, Seilwinden sind gespannt – das ist sehr gefährlich.“ Auf den gesperrten Pisten der St. Joahnner Bergbahnen wurden bereits Tourengeher gesichtet. Sobald die Bergbahn ihren Betrieb mit 24. Dezember wieder aufnehmen darf, ist auch Skitourengehen auf den ausgewiesenen Routen wieder möglich.

Kitzbühel öffnet Resterhöhe für Tourengeher
„Wir forcieren das heuer bewusst und haben ein Angebot für Pistentourengeher“, sagt Anton Bodner, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn AG Kitzbühel: „Wir wollen jedem die Gelegenheit geben, sich im Freien zu bewegen und dabei den Winter genießen zu können. Pistentourengehen gehört wie Winterwandern und Langlaufen zu unserem Angebot.“
Die Vorfreude auf den Winter ist groß und auf der Resterhöhe präsentiert sich schon eine wunderschöne Winterlandschaft. „Wir haben uns am Montag dazu entschieden, die Resterhöhe für Tourengeher zu öffnen. Es gibt zwar abseits der Pisten genügend Schnee, aber auch die Pisten dürfen für die Abfahrt genutzt werden“, erzählt Bodner. Ab dem Parkplatz Pass Thurn bzw. der Talstation 6SB Resterhöhe ist der Einstieg in eine Pisten-Skitour möglich. Der Parkplatz ist für Saisonkartenbesitzer kostenlos. Auf der geöffneten Route gilt es jedoch, Vorsicht walten zu lassen. Die Bergbahn AG Kitzbühel betont, dass ein Betreten auf eigene Gefahr erfolgt.

Bis zum Start der regulären Ski-Saison am 24. Dezember werden die Pisten präpariert und daher ist das Pisten-Skitourengehen auf allen anderen Pisten bis zum 24. Dezember ausdrücklich verboten.
Ab Weihnachten stehen den Pistentourengehern im Kitzbüheler Skiraum vier Pisten zur Verfügung. Ausgeschilderte Routen gibt es am Gaisberg, auf der Bichlalm (zur Bergstation und zum Hochetzkogel) sowie ab der Mittelstation des Kitzbüheler Horns.
KitzSki beteiligt sich mit diesen Routen an der Initiative des Landes Tirol. Ziel ist es, die Infrastruktur und Angebote für Pistentourengeher in ganz Tirol zu erweiten.

Appell an die Vernunft der Sportler
Tirols Sportreferent appelliert einmal mehr an alle Pistentourengeher und Wintersportler, sich sowohl bis zum 24. Dezember als auch danach an die Regeln zu halten, Pistensperren aufgrund notwendiger Präparierungs- oder Sicherungsarbeiten Folge zu leisten und höchste persönliche Sicherheitsmaßstäbe bei allen Aktivitäten anzulegen. Elisabeth M. Pöll

Bild: Viele Tourengeher bevorzugen die Piste und nicht den Tiefschnee. Foto: Stanger

 
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