24.04.2017
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Kosten sorgen für dicke Luft

Sozusagen überfahren fühlen sich die Walchseer und Schwendter, wenn es um Investitionen für die Neue Mittelschule in Kössen geht. Vor allem Walchsee fordert die Gründung eines Gemeindeverbandes, um mehr mitreden zu können.

Kaiserwinkl | „Heuer werden wir jedenfalls nichts zahlen“ – auf die „Neue Mittelschule Kössen“ angesprochen reagiert Walchsees Bürgermeister Dieter Wittlinger empfindlich. Und auch Schwendts Dorfchef Richard Dagn liegt dieses Thema schwer im Magen: „Wir müssen zwar zahlen, aber Rechte haben wir keine!“

Grund für den Unmut: In der Neuen Mittelschule in Kössen bzw. in der Polytechnischen Schule in Kössen drücken auch die Jugendlichen  aus Walchsee und Schwendt die Schulbank. Daher haben sich Kössens Nachbargemeinden naturgemäß auch finan­ziell am Erhalt der Einrichtungen zu beteiligen.

Bestellen im Alleingang

Aber genau hier spießt es sich zwischen den drei betroffenen Orten. Aufgrund des Schulorganisationsgesetzes können die Kössener schalten und walten wie sie wollen. Heißt im Klartext – stehen Investitionen an, kann Kössen diese ohne Absprache mit den Nachbarn in Auftrag geben und Walchsee und Kössen müssen ihren Anteil, ob sie wollen oder nicht zahlen. So seien z.B. von den Kössenern im Alleingang für 2017 die EDV und die elek­tronischen Schultafeln bestellt worden, sagt Wittlinger. Die Walchseer müssen dafür immerhin 12.300 Euro berappen, obwohl sie vorher davon nichts gewusst haben.

Im Rahmen der Sanierung der Turnhalle vor einigen Jahren herrschte schon dicke Luft. Doch jetzt sind die Nachbarn erst recht auf der Palme. Erst kurz vor Abschluss des Budgets für 2017 wurde Bürgermeister Wittlinger von den Kössenern mitgeteilt, dass jetzt auch noch die Sanierung des Mitteltraktes ansteht und sie heuer einmal mehr zur Kasse gebeten werden sollen. Er habe daher, so Wittlinger, auf eine Besprechung aller drei Bürgermeister gedrängt. Dabei sei dann vereinbart worden, dass die Sanierung erst im Jahr 2018 durchgeführt wird. Die Sanierungskosten sind auch für Schwendts Bürgermeister Richard Dagn ein Problem. Die Mittel sind in der kleinen Gemeinde sowieso schon knapp, der Zuschuss sprengt die Möglichkeiten.

Effizientere Arbeit

„Wir drängen darauf, einen eigenen Schulverband zu gründen, damit bestimmte Entscheidungen miteinander gefällt und abgesprochen werden können“, erklärt Wittlinger. Schon vor ein paar Jahren sei darüber beraten worden, allerdings hatten die Kössener durch die Hochwasserkatastrophe dann andere Sorgen, die Causa „Schulverband“ geriet in den Hintergrund. Aufgrund der weiteren anstehenden Sanierung ist die Gründung eines Verbandes für Wittlinger allerdings aktueller denn je. Er erhofft sich dadurch eine effizientere und bessere Absprache, was die Kosten betrifft.

Flörl lehnt Verband ab

Kössens Vizebürgermeister Reinhold Flörl zeigt ein gewisses Verständnis für die Kritik seiner Amtskollegen: „Es hat sicher in der Vergangenheit Kommunikationslücken gegeben“, räumt er ein. Die Gründung eines Gemeindeverbandes lehnt Flörl allerdings klar ab: „Zum einen ist ja alles durch das Schulorganisationsgesetz geregelt, zum anderen wäre der Aufwand viel zu groß. Wir müssten in dem Fall die Schulgebäude aus dem Gemeindevermögen herauslösen. Das wäre ein Wahnsinn.“ Und dass alleine die Kössener anschaffen und die Nachbargemeinden nur zahlen müssen, stimme so auch nicht. „Wir haben inzwischen vereinbart, dass wir uns in jedem Fall zwei Mal jährlich zusammensetzen und gemeinsam beraten, denn jeder, der zahlen muss, muss auch mitreden können“, ist Flörls Credo. Eines allerdings stellt Flörl klar: „Die Sanierung des Mitteltraktes, die nächstes Jahr ansteht, muss sein!“ Margret Klausner

 
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