01.12.2019
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Kössener ziehen positive Bilanz

Bei der Gemeindeversammlung vergangene Woche stellte Kössens Dorfchef Reinhold Flörl neue Projekte vor. Die größte finanzielle Herausforderung ist der Bau des neuen Sozialzentrums.

Kössen | Vergangene Woche luden Bürgermeister Reinhold Flörl und sein Gemeinderat zur öffentlichen Gemeindeversammlung in das Veranstaltungszentrum Kaiserwinkl. Es rührt sich so einiges in der Kaiserwinklgemeinde, wie die umfangreiche Präsentation des Bürgermeisters zeigt. Mit 4.436 Hauptwohnsitzen und 805 Nebenwohnsitzen gehört Kössen zu den größeren Gemeinden im Bezirk.
Einige der Projekte, die in den vergangenen drei Jahren realisiert wurden, sind bereits erfolgreich. So wurde im Vorjahr das ehemalige Gebäude der Firma Schroll zum Teil angekauft und in ein Jugendzentrum umfunktioniert. „Zwischen 20 und 50 Jugendliche kommen regelmäßig in das drei Mal wöchentlich geöffnete Zentrum“, freut sich Flörl. 80.000 Euro wurden investiert.
Die größte finanzielle Investition in Kössen ist der Bau des Sozialzentrums Kössen-Schwendt, das auch Altenwohn- und Pflegeheim beinhaltet. Mit 13,6 Millionen Euro wird sich der Bau zu Buche schlagen. Nächstes Jahr im Sommer sollen die Baumaschinen auffahren.
Weitere große Pläne sind der Um- und Ausbau der Alleestraße. Bereits im Vorjahr wurden die Pläne präsentiert, im Rahmen der heurigen Versammlung konnten sich die Anwesenden die geplanten Pflastersteine anschauen und angreifen. „Immerhin werden im Rahmen des Umbaus in etwa 1.000 Paletten Steine verlegt“, so Flörl. Insgesamt sind das rund 6.000 Quadratmeter.
Eigentlich sollte schon heuer mit dem Bau begonnen werden, doch die finanzielle Lage ließ das nicht zu. „Es betrifft sehr viele Kössener, daher gibt es auch viel zu klären. Vor allem die Oberflächenentwässerung ist eine Herausforderung, da die Fahrbahn vom Land entwässert werden muss, während die Gemeinde für die Gehwege zuständig ist“, schilderte der Dorfchef, der hofft, dass mit der Umsetzung des rund eine Million teuren Projektes nächstes Jahr begonnen werden kann. Abgeschlossen ist bereits die Gestaltung des Kreisverkehrs im Zentrum, der ja auch Startpunkt des Schmugglerweges Klobenstein ist.
Auch einige Wohnbauprojekte, die es Kössenern ermöglichen, erschwingliche Gründe zu erwerben, sind im Laufen. Zum einen ist es das Gebiet „Schwabenfeld“. Bis auf vier Baugründe sind bereits alle verkauft. Zum anderen läuft derzeit die Erschließung der Hochausiedlung. Den Vorwurf, dass sich die Gemeinde an den Grundkäufen bereichere, weil sie günstige Gründe ankauft, um sie dann teurer weiter zu verkaufen, weist Flörl von sich: „Die Grundstücke müssen zuerst alle erschlossen werden und das kostet natürlich auch viel Geld“.

Enteignungsverfahren war nicht zu verhindern
Im Bau bzw. in Planung sind ein Gehweg von der Staffenbrücke zum Schwabenfeld, aber auch die Erschließung des Ortsteils „Erlau“ für Fußgänger läuft bereits. Und das ist ein weniger angenehmes Kapitel, wie der Ortschef einräumt. „Der Weg ist alternativlos“, betonte er in der Gemeindeversammlung. Mit acht betroffenen Grundeigentümern konnte nämlich eine Einigung erzielt werden, nur ein Landwirt weigerte sich, die notwendigen rund 300 Quadratmeter zu verkaufen. Monatelange Verhandlungen waren die Folge, auch der Landesverwaltungsgerichtshof war involviert. Schlussendlich einigte sich der Gemeinderat auf ein Enteignungsverfahren. „Die Verhandlung fand am 13. November statt. Jetzt warten wir auf den Bescheid“, so Flörl. Er geht aber davon aus, dass im nächsten Jahr gebaut werden kann.  
Positive Nachrichten hatte  der Bürgermeister in Sachen „Sporthotel“. Das ehemalige Hotel im Zentrum Kössens war im Oktober 2018 ausgebrannt. Ein Schandfleck, der Flörl viele Nerven kostete. Doch jetzt geht endlich etwas weiter. „Bis 20. Dezember soll das Gebäude abgerissen sein. Es wird in dieser Zeit zu Verkehrsbehinderungen kommen.“ Wie es weitergeht, weiß er zwar noch nicht, aber zumindest ist die Brandruine endlich weg.
Geplant ist im Übrigen auch der Bau eines neuen, rund 5.000 Quadratmeter großen Recyclinghofes für den gesamten Kaiserwinkl. Allerdings fehlt derzeit noch die Zusage der Walchseer betreffend einer Beteiligung.
Nicht nur der Dorfchef präsentierte sein Programm. Vorgestellt wurde auch die neue Koordinatorin des Ortsmarketings, Carina Berger, die das geplante Programm zur Belebung des Ortes präsentierte. Margret Klausner

Das Veranstaltungszentrum Kaiserwinkl war vergangene Woche Schauplatz der Kössener Gemeindeversammlung. Bürgermeister Reinhold Flörl präsentierte zahlreiche Projekte. Foto: Klausner

 
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