29.05.2017
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Kössen ist hochwassersicher

14 Stunden lang stieg der Pegel der Großache in Kössen Anfang Juni 2013 unaufhaltsam. 360 Objekte und 1.000 Personen waren in Kössen vom Hochwasser betroffen. Der Schaden allein am Privatvermögen betrug 40 Millionen Euro. Nun ist Kössen hochwassersicher.

Kössen | „Das Juni-Hochwasser von 2013 hat die Bevölkerung von Kössen schwer getroffen. In Tirol kommt es immer wieder zu Naturkatastrophen, deshalb spielen für mich die Vorsorge sowie der Schutz der Menschen eine besonders wichtige Rolle. 17,3 Millionen Euro wurden investiert, um das Hochwasserschutzprojekt Kössen umzusetzen und für langfristige Sicherheit für die Bevölkerung zu sorgen. Etwa neun Millionen Euro davon kommen aus meinem Ressort. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft gibt jährlich 200 Millionen  Euro österreichweit für den Schutz vor Naturgefahren aus und setzt rund 2.000 Projekte und Maßnahmen um“, erklärt Bundesminister Andrä Rupprechter.

Schneller und günstiger

„Nach menschlichem Ermessen ist Kössen nun rechtzeitig vor der beginnenden Hochwassersaison vor einem 100-jährlichen Hochwasser sicher. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Bund, Land, Großachengenossenschaft und der Gemeinde Kössen ist es uns gelungen, das Projekt schneller als ursprünglich geplant und rechtzeitig vor der kommenden Hochwassersaison fertigzustellen“, verweist LHStv Josef Geisler auf eine um sechs Jahre verkürzte Bauzeit. Ursprünglich hätte das Projekt 2023 fertiggestellt werden sollen. Durch ein hohes Maß an Eigenleistungen durch das Baubezirksamt Kufstein wurden die veranschlagten Kosten zudem deutlich unterschritten und 4,7 Millionen Euro eingespart.

Kössen kann wieder ruhig schlafen

Mit den Arbeiten am Hochwasserschutz wurde 2011 – zwei Jahre vor der Katas­trophe – begonnen. Die zum Zeitpunkt der Hochwasserkatastrophe bereits bestehenden Schutzmaßnahmen haben 2013 ihre Funktion erfüllt. Bestätigt hat sich auch der Gefahrenzonenplan. Die als gefährdet gekennzeichneten Flächen wurden 2013 auch tatsächlich überflutet. „Mit der Fertigstellung des Hochwasserschutzes in Kössen werden 8,4 Hektar in der roten Gefahrenzone und 65 Hektar in der gelben Gefahrenzone geschützt. Damit sollten die Menschen wieder ruhig schlafen und die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes gesichert sein“, so Geisler. Dass Kössen sicher in die Zukunft schauen kann, sehen auch Vizebürgermeister Reinhold Flörl und Altbürgermeister Stefan Mühlberger so. Darüber hinaus sind in Verbindung mit dem Schutzprojekt neue Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten für Einheimische und Gäste entstanden.

Drei Abschnitte – viele Maßnahmen

In Summe wurden auf einer Länge von 3,5 Kilometern über acht Kilometer Dämme sowie ein Rückhaltebecken errichten, um die Bevölkerung vor künftigen Hochwasserereignissen zu schützen. Das Hochwasserschutzprojekt an der Großache in Kössen gliederte sich in drei Abschnitte, schildert Markus Federspiel von der Abteilung Wasserwirtschaft. Im ersten Bauabschnitt wurden das Flussbett aufgeweitet sowie Schutzdämme, Mauern und zwei Brücken errichtet. Die zweite Bauphase von 2013 bis 2014 konzentrierte sich auf den Bereich der Einmündung des Kohlenbachs in die Großache. Zur Kappung der Hochwasserspitzen wurde hier ein Retentionsraum mit einem Fassungsvermögen von 128.000 m3 Wasser geschaffen. In der dritten und letzten Bauphase von 2014 bis 2017 wurde der Großache unterhalb der Kohlenbachmündung Raum gegeben und ein Nebenarm sowie begleitende Schutzdämme angelegt. Insgesamt vier notstromversorgte Pumpwerke sorgen dafür, dass im Hochwasserfall das Wasser vom Hinterland schadlos abfließt.

Mit der nunmehrigen Fertigstellung des Hochwasserschutzprojektes in Kössen ist auch für den Obmann der Großachengenossenschaft Ernst Schwaiger ein Meilenstein geschafft: „Kössen hochwassersicher zu machen, war das bislang größte Projekt in der Geschichte der Großachengenossenschaft.“ In den vergangenen 20 Jahren hat die Genossenschaft Schutzprojekte mit einem Volumen von rund 49 Millionen Euro abgewickelt. „Wir sind für die Sicherheit unserer Bevölkerung zuständig und nehmen diese Verantwortung sehr ernst“, erzählt Ernst Schwaiger. KA/E. M. Pöll

Bild: LAbg. Josef Edenhauser, Vbgm. Reinhold Flörl, LH-Stv. Josef Geisler, Minister Andrä Rupprechter, Großachengenossenschaftsobmann Ernst Schwaiger und Alt-Bgm. Stefan Mühlbacher (v.l.). Foto: Pöll

 
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