25.04.2017
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Kleiner Käfer, große Wirkung

Ein milder Herbst, aber dann ein sehr kalter Winter - trotzdem ist der Borkenkäfer auch heuer wieder eine große Gefahr für den Wald. Zu kämpfen hatten die Waldbesitzer im Vorjahr auch mit Sturmschäden.

Kitzbühel | Obwohl er gerade einmal knapp fünf Millimeter groß ist, gilt er als einer der größten Feinde des Waldbesitzers – der Borkenkäfer. Vergangene Woche veröffentlichte das Bundesforschungszentrum die Schadensbilanz des gefräß­igen Forstschädlinges. Im vergangenen Jahr verursachte der Borkenkäfer in Tirol in etwa 115.000 Festmeter Schadholz und hat damit doppelt so viele Schäden angerichtet, wie noch im Jahr zuvor.

Im Bezirk Kitzbühel informiert der Leiter der Bezirksforstinspektion, Michael Neuwirth, waren die Schäden durch den Vielfraß glücklicherweise nicht so hoch, wie noch im Frühjahr 2016 befürchtet. „Wir hatten im gesamten Bezirk im Vorjahr einen Einschlag von rund 140.000 Festmetern.“ Rund 60.000 Festmeter davon waren Schadholz – also Holz, bei dessen Verkauf die Waldbesitzer mit massiven Einbußen rechnen müssen. Davon gingen in etwa 10.000 Festmeter auf das Konto des Borkenkäfers. Nach dem schweren Sturm im Juli 2016 lagen weitere 50.000 Festmeter am Boden. „Vor allem im Bereich St. Johann, Fieberbrunn und St. Ulrich waren die Schäden sehr hoch“, erklärt Neuwirth.

Wieder im Anflug

Doch der Borkenkäfer ist auch heuer wieder im Anflug. „Trotz des milden Herbstes und des sehr kalten Winters ist die Gefahr nicht gebannt“, weiß Neuwirth. Dass in einem kalten Winter die Larven des Käfers absterben, sei ein Irrglaube. „Der warme Herbst und vor­ allem die lange trockene Periode bis über das Jahresende hinaus, haben den Käfer sogar in seiner Entwicklung gefördert und auch der kalte Jänner konnte dem Käfer nichts anhaben. Er chillt sozusagen während dieser Zeit“, erklärt der Forstexperte. Es sei vielen der Tierchen gelungen, ihre Jugendentwicklung abzuschließen und zu überwintern. Sie stehen jetzt in den Startlöchern und warten darauf, sich an den Bäumen gütlich tun zu können. Die erste Generation im Frühjahr entsteht vor allem im liegenden Holz, daher muss dieses auch so schnell als möglich aufgearbeitet werden.

„Natürlich wünscht sich die Bevölkerung einen warmen und trockenen April und Mai, uns allerdings wären in diesen Monaten Nässe und Kälte lieber“, sagt Neuwirth. Niedrige Temperaturen und Regen setzem dem Schädling nämlich zu und bremsen seine Entwicklung.

Holzreste sind Eldorado

Als Eldorado gelten für die Borkenkäfer – bei uns sind vorwiegend der Buchdrucker und der Kupferstecher heimisch – nicht aufgearbeitete Holzreste. Daher, appelliert Neuwirth an die Besitzer, gerade bei der Waldhygiene besonders gründlich zu sein. Auch die örtlichen Waldaufseher halten die Augen sehr gut offen. Befallene Bäume und Baumgruppen müssen rasch gefällt und entfernt werden. Nur so kann die Ausbreitung des Schädlings verhindert werden. „Hier sind die Waldbesitzer in der Pflicht“, betont Neuwirth. Margret Klausner

Bild: Im Juli des Vorjahres sorgte der Sturm für massive Schäden in den heimischen Wäldern – besonders im Bereich St. Johann, Fieberbrunn und St. Ulrich waren die Einbußen für die Waldbesitzer sehr hoch.  Foto: BFI

 
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