16.08.2020
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Kläranlagen für Tests aufgerüstet

Die Tiroler Landesregierung hat sich für den Aufbau eines Abwassermonitorings ausgesprochen, mit dem die Viruslast in Gemeinden durch die Probenentnahme aus Kläranlagen gemessen werden kann. Insgesamt soll dadurch ein flächendeckendes Corona-Frühwarnsystem etabliert werden.

Innsbruck, Bezirk | Für die Umsetzung – insbesondere die Anschaffung von Ausrüstung und Labortechnik – stellt das Land Tirol bis zu 40.000 Euro zur Verfügung. Bereits im vergangenen Mai hat die Landesregierung ein erstes Pilotprojekt für den Nachweis und die Überwachung von SARS-CoV-2 Infektionen per Abwasseranalyse mit 25.000 Euro unterstützt.
Aufbauend auf den nun vorliegenden Ergebnissen der Pilotstudie sollen weitere Schritte in Richtung flächendeckende Virus-Überwachung mit der Beprobung von 43 Tiroler Kläranlagen unternommen werden. „Wir müssen uns frühzeitig für den Herbst und insbesondere für die kommende Wintersaison rüsten und bereiten uns bereits jetzt bestmöglich auf die mit dem Coronavirus verbundenen Herausforderungen vor. Ein Abwasser-Monitoring, das als Corona-Frühwarnsystem fungiert, kann für uns neben weiteren Maßnahmen ein zusätzliches Instrument sein, um frühzeitig Maßnahmen zur Virus-Eindämmung zu setzen“, betont LH Platter.

Viren sind 5 bis 7 Tage früher sichtbar
Im Zusammenhang mit einem Coronavirus-Cluster im Wipptal wurde im vergangenen Juli parallel zu allgemeinen Maßnahmen auch ein Abwassermonitoring im Einzugsbereich des Abwasserverbandes Unteres Wipptal durchgeführt. Rund 5.500 Einwohner wurden dabei erfasst. Außerdem wurden bereits seit Mai Monitorings bei der Kläranlage Innsbruck und bei Kläranlagen im Unterland umgesetzt. „Bei dieser ersten Phase des Pilotprojekts in Innsbruck hat sich herausgestellt, dass es möglich ist, Viren im Abwasser etwa fünf bis sieben Tage zu erkennen, bevor diese in Form von positiven Coronavirus-Testergebnissen sichtbar werden“, zeigen sich LH Platter und LR Bernhard Tilg zuversichtlich.

„Mit den Ergebnissen, die wir aus den Proben von Kläranlagen gewinnen, kann es uns gelingen, die zeitliche und räumliche Entwicklung des Infektionsgrades eines repräsentativen Bevölkerungsanteils zu untersuchen und dadurch einen Trend in der Virusentwicklung abzuleiten“, sagt Herbert Oberacher. Die Abwasseranalyse wird bereits seit einigen Jahren auch in Tirol erfolgreich eingesetzt, um den Drogenkonsum zu untersuchen. Die Infrastruktur und das Know-how für diese Analyse sind also bereits vorhanden. Jetzt geht es darum, dies auch flächendeckend auf das Coronavirus anzuwenden.

Behörden können besser präventiv agieren
„Durch ein Frühwarnsystem via Abwasser-Monitoring kann die Lagebeurteilung mit einem erheblichen Zeitgewinn getroffen werden. Maßnahmen kann man bereits sehr früh und präventiv treffen – das würde bedeuten, dass mit der Virus-Eindämmung schon begonnen wird, bevor überhaupt eine Person positiv getestet wurde. In Summe können Behörden und Einsatzkräfte dadurch noch schneller agieren, was uns enorme Vorteile bringt“, informiert Elmar Rizzoli vom Einsatzstab des Landes Tirol. KA/veh

Skizze: An insgesamt 43 Kläranlagen in Tirol werden Proben aus dem Abwasser entnommen.Skizze: Land Tirol

 
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