16.08.2020
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Kitzbüheler hilft Wehren am Balkan

Seit zwei Jahren ist Hubert Ritter zwar im Feuerwehr-Ruhestand, ganz lassen kann es der Kitzbüheler aber nicht - er engagiert sich bei den Feuerwehrprojekten des Landes Tirol.

Kitzbühel | Hubert Ritter ist das, was man einen Feuerwehrmann mit Leib und Seele nennt. Er war Feuerwehrkommandant von Kitzbühel und dann fast 14 Jahre Bezirksfeuerwehrinspektor, bevor er vor vier Jahren in den Feuerwehr-Ruhestand ging.
Doch bis heute lässt den 67-Jährigen die Leidenschaft für die Blaulichter nicht los. Zwar schwingt sich der Pensionär mit Begeisterung regelmäßig auf sein Rad und kümmert sich sehr gerne um die Enkerl. Doch er hat noch eine Aufgabe gefunden, die er mit viel Herzblut erfüllt.

Hilfsprojekt für Nachbarstaaten
Seit Jahren führt das Land Tirol Hilfsprojekte in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Yugoslawien durch. Vor allem in Kroatien wird viel geholfen. Der ehemalige Flüchtlingskoordinator Peter Logar hat sich dieser Aufgabe mit Leib und Seele verschrieben - und mit ihm Hubert Ritter. Vor allem Feuerwehren werden unterstützt, da deren Jahresbudgets gerade einmal zur Sicherstellung des Betriebes reichen. Getragen werden diese Hilfsprojekte von LHStv. Josef Geisler, Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl sowie Landesfeuerwehrinspektor Alfons Gruber. Die Koordination erfolgt ehrenamtlich zum einen durch Logar, zum anderen eben durch Hubert Ritter.
Bis zu seinem Tod vor zwei Jahren war Alt-Landeskommandant Klaus Erler für diese Projekte im Einsatz. „Man hat mich damals gefragt, ob ich diese Aufgabe übernehmen möchte. Ich war auch gleich überzeugt, dass es das Richtige für mich ist“, schildert Ritter. Die kroatischen Feuerwehren bekommen vom Land Tirol u.a. ausrangierte Feuerwehrfahrzeuge zur Verfügung gestellt, die sie sich selber nie leisten könnten.

Fahrzeuge für Kroatien sind über 25 Jahre alt
„Ich möchte aber hier schon klar darauf hinweisen, dass es sich dabei um reparaturbedürftige Autos handelt, die bei uns zum Teil 30 Jahre im Einsatz waren“, betont Ritter. In Kroatien engagiert sich das Land Tirol bereits in vier „Gespannschaften“, diese sind ähnlich unseren Bezirken. Vorrangig liegen diese in Slawonien im kroatischen Hinterland. Alleine in den letzten vier Jahren konnten mit Hilfe des Landes Tirol in der vom Krieg stark zerstörten Gespanschaft Vukovar-Srijem 21 Feuerwehren mit 49 Fahrzeugen sowie Ausrüstung ausgerüstet und ausgestattet werden.
Auch aus dem Bezirk Kitzbühel wurden schon einige Fahrzeuge nach Kroatien gebracht. Die kroatischen Feuerwehrmänner besuchen die hiesigen Feuerwehren ein paar Tage, werden hier geschult und bringen dann das Fahrzeug in ihre Heimat.

„Momentan ist das leider etwas schwierig. Aufgrund der Corona-Pandemie müssen die Kroaten am selben Tag wieder heimfahren. Das ist schon eine ziemliche Strapaze“, weiß Ritter. Nicht nur Fahrzeuge werden überlassen, auch Ausrüstung und Geräte gehen auf den Balkan. Einige Feuerwehren im Bezirk haben neue Einsatzbekleidung angeschafft, die alte wird jetzt von ihren kroatischen Kollegen getragen.
Wie Peter Logar ausführt, werden die Projekte regelmäßig evaluiert und kontrolliert. Er selber ist zwei bis drei Mal im Jahr vor Ort. Die Projekte haben in den letzten Jahren die Sicherheit der Bevölkerung in den von Tirol betreuten Gebieten massiv erhöht, freut sich Logar. Die Feuerwehren seien auch sehr viel leistungsfähiger geworden.

Zustand der Autos wird vor Ort überprüft
Das sieht auch Hubert Ritter so. Er war bereits zwei Mal vor  Ort, eine dritte Reise musste aufgrund von COVID-19 verschoben werden. „Es ist so schön zu sehen, wie sehr sich die Leute in Kroatien über die Hilfe freuen“, betont Ritter. Die herzliche Aufnahme der Tiroler in den Gemeinden – da singt dann schon einmal ein Kinderchor – ist für ihn ein Quell der Freude.
Er nimmt aber auf diesen Reisen natürlich die Feuerwehrhäuser unter die Lupe und ist begeistert, wie umsichtig die Kroaten mit den Tiroler Autos umgehen. Diese sind liebevollst repariert und top-gepflegt, sagt Ritter. Und noch etwas ist dem Kitzbüheler wichtig: „Diese Projekte werden nicht nach dem Gieskannenprinzip durchgeführt. Wir achten genau darauf, wer etwas bekommt und ob es benötigt wird.“ Es wird auch darauf geachtet, ob die Ausrüstung gut gewartet ist, überdies müssen sie den Tirol-Schriftzug aufweisen. Ritter freut sich jedenfalls schon auf seinen nächsten Trip nach Kroatien – und auf die Freude über die gespendete Ausrüstung. Margret Klausner

Foto: Hubert Ritter bei einem seiner Besuche in Kroatien. Betreut wird er dort meist von Mateja Fras (rechts) sowie Dolmetscherin Vesna Bartolic. Foto: Ritter

 
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