16.01.2018
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Kitzbüheler Urgesteine

Kitzbühel ist am Freitag, 19. Jänner, Thema bei ServusTV. Ab 20.15 Uhr wird in der Sendung „Heimatleuchten - Unbekanntes Kitzbühel“ eine andere Seite der Gamsstadt gezeigt.

Kitzbühel | Die Gamsstadt kennt man vor allem wegen seines alljährlichen Höhepunkts, dem Hahnenkammrennen auf der berüchtigten „Streif“. Jährlich lockt es bis zu 100.000 Besucher an und versetzt die Stadt in einen Ausnahmezustand, den die Kitzbüheler als die „fünfte Jahreszeit“ bezeichnen. Doch das mondäne Kitzbühel hat auch eine weniger bekannte Seite: die der heimischen Bevölkerung.

Luft und Feuer

Hauptberuflich ist Seppi Salvenmoser Glasbläser, der sich mit seinen verrückten Kreationen weltweit einen Namen gemacht hat. Sogar sein österreichischer Landsmann Arnold Schwarzenegger nennt einige seiner bunten und kunstvollen Gläser sein Eigen. In seiner Freizeit steigt Seppi mit seinem Drachen in die Lüfte und schaut dem Wintertreiben Kitzbühels aus der Vogelperspektive zu.

Tiroler G’wand und Brot

Hildegard Wahrstätter ist eine der letzten Trachtenschneiderinnen, die noch die im Tiroler Unterland und im benachbarten Pinzgau verbreitete Festtagstracht, das „Kassettl“, schneidern kann. Nur zu hohen kirchlichen Feiertagen und zu Taufen und Hochzeiten wird diese von den Frauen der Region getragen – ledige ohne, verheiratete mit Hut. Alleine der komplizierte Ärmel bedarf 20 Stunden geduldiger Handnäharbeit durch die Trachtenexpertin aus dem nahe gelegenen Kirchberg.

Nicht ganz so viel Arbeit bereiten die Erzeugnisse von Sabine Friesinger, die aber eine ähnlich weit zurückreichende Tradition haben: Ihr Brot bietet die Bäckerin Gruppen in ihrem märchenhaften „Backhäusl“ an, das schon längst kein Geheimtipp mehr in der Region des Wilden Kaisers ist.

„Die mächtigste Frau Kitzbühels“

Signe Reischs Urgroßvater, der Skipionier Franz Reisch, begründete vor 125 Jahren den Skitourismus in Kitzbühel. Und in seiner Tradition ist die Chefin des Kitzbüheler Hotels Rasmushof, das erste Haus am Platz, auch untrennbar mit dem Tourismus der Tiroler Stadt verbunden: Als Präsidentin von Kitzbühel Tourismus ist sie maßgeblich involviert in die „fünfte Jahreszeit“.

Kitzbühel an den Füßen

Im wahrsten Sinne des Wortes bodenständig ist das Ehepaar Lisbeth und Herbert Haderer mit ihrem Schuhgeschäft. Herbert Haderers Vater stattete schon das österreichische „Skiwunderteam“ mit seinen berühmten maßgeschneiderten Skischuhen aus. Es holte bei Olympischen Spielen von 1952 bis 1964 insgesamt 21 Mal in Haderer-Skischuhen die Gold-Medaille. Für ihn wäre kein anderer Beruf infrage gekommen. Sein Leben lang hat der mittlerweile 77-Jährige sein Handwerk perfektioniert und denkt bis heute nicht ans Aufhören.

„Der rote Teufel“

Einer der bedeutendsten Söhne der Stadt und Zeitzeuge der Entwicklung des armen Kitzbühels zur mondänen Destination ist Karl Koller. Der 98-jährige ehemalige Skirennläufer gewann 1946 die Kombination der Hahnenkammrennen und baute die Skischule Kitzbühel maßgeblich auf, die er von 1950 bis 1975 leitete. Die Verwendung spezieller Unterrichtsmethoden und innovativer Materialien führten zum Erfolg der Skischule, zu ihrer Bekanntheit trug aber vor allem Karl Kollers Erfindung der einheitlichen Bekleidung der Skilehrer mit roten Jacken und Mützen bei, die der Schule und ihren Skilehrern den Namen gab: „Die roten Teufel“.

Bild: Skipionier Karl Koller (links) neben Museumsdirektor Wido Sieberer. Karl Koller hat die legendäre Skischule Rote Teufel mitbegründet. Foto: Terra Mater

 
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