29.01.2018
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Kitzbühel und der Silicon Mountain

Unter das Motto „Mythos Digitalisierung“ stellte der Wirtschaftsbund Kitzbühel ein Podiumsgespräch mit Ministerin Margarete Schramböck, Manfred Pletzer und UBIT-Fachgruppenobmann Christoph Holz.

Kitzbühel  | Revolution, Umbruch, Zeitenwende: An der Digitalisierung führt kein Weg vorbei und die österreichische Regierung sowie auch die Vertreter der Wirtschaft legen aktuell einen besonders starken Fokus darauf, die Republik fit dafür zu machen. Welche Chancen und Herausforderungen auf Tirol warten, diskutierte der Wirtschaftsbund am Rande des Hahnenkammrennens mit seinem neuesten prominenten Mitglied, Ministerin Margarete Schramböck.

„Es muss sich niemand fürchten“, so Schramböck. „Digitalisierung vernichtet keine Arbeitsplätze, sie schafft welche“, präzisierte die Ministerin – ein IT-Arbeitsplatz zieht bis zu drei weitere Jobs nach sich.

Wenn jetzt die Wirtschaft digital voll durchstartet, sollen die Mitarbeiter nicht vergessen werden. Ausbildungen und Schulungen im IT-Bereich sieht Margarete Schramböck als wichtigen Erfolgsfaktor für die Zukunft. „Wir wollen die Bevölkerung fit fürs Internet machen.“

Aber nicht nur die bestehenden Mitarbeiter sollen die digitale Revolution mittragen, vor allem die Mitarbeiter von morgen – sprich die Jugend – soll von Anfang an in den Prozess eingebunden sein. Denn: „Digitalisierung spielt eine Rolle, um gegen Fachkräftemangel anzukämpfen. Wir müssen es in die Schulen und in die Lehrbilder einbringen.“ So werden 13 neue Berufsbilder geschaffen, und auch die bestehenden werden mit digitalem Know-how angefüllt. Denn die Entwicklung macht ja nicht halt vor der IT- und der Medienbranche, wie Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Peter Seiwald erläuterte: „Derzeit erleben wir eine Reformation des Handels, der nächste Schritt betrifft dann Gewerbe und Handwerk sowie Mobilität.“

Leuchtturmprojekte in Tirol

Gerade Tirol will sich in dieser Hinsicht ganz vorne positionieren. „Silicon Valley ist in Kalifornien, Silicon Mountain könnte in Zukunft in Tirol sein“, so WB-Landesobmann Franz Hörl. Margarete Schramböck unterstrich, dass gerade in Sachen Netzausbau „die ländlichen Regionen unterstützt“ werden sollen, damit dort schnelles Internet verfügbar ist. Aber immerhin attestiert die Ministerin ihrem Heimatbundesland eine Vorreiterrolle in Sachen Digitalisierung und Breitbandausbau.

Wie erfolgreich heimische Unternehmen das neue Handlungsfeld für sich erschließen, zeigten UBIT-Fachgruppenobmann Christoph Holz und Pletzer-GF sowie WK-Vizepräsident Manfred Pletzer auf.

Digitalisierung stellt gleichzeitig eine Chance dar, Behördenwege zu vereinfachen und das ganze Thema Bürokratie zu entkrampfen. „Die Unternehmen in Österreich müssen 230 Millionen Meldungen im Jahr machen. Das kostet die Wirtschaft und die Verwaltung 4,3 Milliarden Euro im Jahr“, gab Margarete Schramböck ein Beispiel. „Wir wollen vom E-Government zum Mobile Government“, ergänzte sie.

So sollen die zehn wichtigsten Behördenwege nicht nur über den Computer, sondern über das Smartphone zu erledigen sein. Aber: „Es wird immer so sein, dass wir auch persönlich im Amt für die Bevölkerung da sind. Aber bei Bedarf sollen die Behördenwege eben auch auf einen Klick vom Wohnzimmer aus möglich sein.“ In den kommenden Wochen wird zudem die digitale Gründung ermöglicht.  Digitalisierung heißt auch Globalisierung, wie Manfred Pletzer erläuterte. Eine Exportnation wie Österreich braucht den internationalen Wettbewerb nicht zu scheuen. Als Wachstumsmarkt für österreichische Betriebe sieht die Wirtschaftsministerin Asien: „Ich möchte dort Schwerpunkte setzen“, so Schramböck abschließend.
Elisabeth Galehr

Bild: UBIT-Fachgruppenobmann Christoph Holz, Ministerin Margarete Schramböck, WB-Obmann Peter Seiwald, Unternehmer Manfred Pletzer und WB-GF Bettina Huber (v.l.) tauschten Gedanken zum Thema Digitalisierung aus. Foto: Galehr

 
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