22.12.2019
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Kitzbühel für fast alle Sinne

Auf den ersten, distanzierten Blick ist es einfach ein Stadtplan – tritt man näher, sieht man, dass die Karte in der Braille- Pyramidenschrift und als taktiler Stadtplan erstellt wurde. Dadurch können sich sehbehinderte Menschen in der Gamsstadt einfach orientieren. Gespendet wurde dieser Stadtplan von Kornelia und Ralf Grundmann.

Kitzbühel | Es ist zum einen ein Weihnachtsgeschenk von Kornelia und Ralf Grundmann an die Stadt Kitzbühel, zum anderen wird aber vielen Menschen mit einer Sehbehinderung geholfen, sich in der Gamsstadt zu orientieren und Neues zu entdecken. Seit einer Woche steht nun in den Bögen des BH-Hofes der taktile Stadtplan, der sich mit den Fingern ertasten lässt. Ähnliche Einrichtungen wie zum Beispiel Berggipfel oder Golfplätze lassen sich durch unterschiedliche Präge­muster leicht voneinander unterscheiden.
Menschen mit starken Seh­einschränkungen benötigen weitere Sinneswahrnehmungen wie zum Beispiel das Hören oder Tasten, um sich orientieren zu können. Dieser neue Stadtplan ermöglicht es ihnen, Destinationen und Distanzen zu ertasten, die auf der Legende gut lesbar in der Braille/Blindschrift sowie in Pyramidenschrift aufgeführt sind. Der Plan wurde in passender Höhe so angebracht, damit dieser auch von Rollstuhl- oder Rollatoren-Nutzern unterfahrbar genutzt werden kann.

Eine Steigerung der Empathie für Menschen mit Behinderung
Dieser ertastbare Stadtplan verbessert nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen – gleichzeitig wird auch das Bewusstsein von Nichtbetroffenen für ein rücksichtsvolles und wertschätzendes Miteinander im Umgang mit Menschen mit Mobilitäts- oder Seh­einschränkungen gesteigert. Berühungsängste und Vorurteile können damit zudem reduziert werden. Am besten einfach einmal ausprobieren, mit geschlossenen Augen die Finger über den Stadtplan gleiten lassen und versuchen, verschiedene Standorte zu finden.
Neue Orientierungshilfe setzt positives Zeichen
Die neue Orientierungshilfe setzt für die Stadt Kitzbühel ein positives Zeichen und verwirklicht durch das Engagement von Kornelia und Ralf Grundmann die angestrebte Inklusion. Ein Begriff, der beschreibt, dass alle Menschen, unabhängig davon welche Möglichkeiten sie haben oder Einschränkungen sie betreffen, an der Gesellschaft teilhaben. „Mit diesem taktilen Stadtplan setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Barrierefreiheit“, sagte Bürgermeister Klaus Winkler.

Barrierefreiheit ist ihnen ein großes Anliegen
Das Thema Barrierefreiheit ist Kornelia und Ralf Grundmann nicht nur ein persönliches Anliegen. Mit ihrer Agentur „gabana – Agentur für Barrierefreiheit“ beraten sie Gemeinden, Städte, Tourismusgebiete und -betriebe sowie Firmen rund um das Thema Barrierefreiheit. „Kitzbühel ist der erste Ort in der Region, der mit einem taktilen Stadtplan ausgestattet ist“, erzählt Kornelia Grundmann und ist zuversichtlich, dass weitere in Bälde folgen werden.Elisabeth M. Pöll

Ralf und Kornelia Grundmann spendeten der Stadt Kitzbühel, vertreten durch GRin Anna Werlberger und Bgm. Klaus Winkler den taktilen Stadtplan. Foto: Raffeiner/Mulitvisual Art

 
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