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24.03.2019
News  
 

Keiner will den Obmann machen

Die konstituierende Sitzung des neuen Vorstandes der Großachengenossenschaft verlief am Montag enttäuschend – es fand sich kein Obmann- Kandidat.

Kirchdorf | 18 Jahre lang stand Ernst Schwaiger der Großachengenossenschaft als Obmann vor – jetzt zog sich der ehemalige Bürgermeister von Kirchdorf aus dieser Funktion zurück und tritt endgültig den wohlverdienten Ruhestand an. Bereits seit dem Vorjahr hatte Schwaiger daher die Neuwahlen in der Genossenschaft angeregt, mit dem Ziel, einen Nachfolger für ihn zu finden.

49 von 3.600 Mitglieder nützten ihr Wahlrecht

Vor rund drei Wochen waren daher die Mitglieder aufgerufen, zu den Urnen zu strömen. Doch der Strom war nicht einmal ein Rinnsal – gerade einmal 49 von 3.600 wahlberechtigten Mitgliedern in den vier betroffenen Gemeinden, Oberndorf, St. Johann, Kirchdorf und Kössen gingen zur Wahl. Jeweils elf in Oberndorf, Kirchdorf und Kössen, in Kirchdorf waren es 16 Wähler.

Nichtsdestotrotz zogen jetzt jeweils drei Mitglieder aus den jeweiligen Gemeinden in den Ausschuss ein – dazu kommen noch jeweils zwei Ersatzmitglieder.  Am Montagvormittag traf sich der neue Ausschuss zur konstituierenden Sitzung in Kirchdorf und hätten eigentlich einen der ihren zum Obmann wählen sollen – doch die Sitzung endete ohne Ergebnis.

Mögliche Kandidaten winkten alle ab

Dass der Job alles andere als begehrt ist, war schon länger klar. Die in Frage kommenden  Kandidaten, Kössens Bürgermeister Reinhold Flörl oder auch Kirchdorfs Bgm. Gerhard Obermüller winkten von Vornherein ab.

Nach diesem Montagvormittag ist jetzt guter Rat teuer. Es habe zwar eine gr0ße Diskussionsrunde gegeben, doch Ergebnis gab es keines, hieß es. „Es gab eine Wahl, nur halt kein Ergebnis“, erklärt Ernst Schwaiger. Er werde daher jetzt das Land informieren, dass es keinen Obmann gibt. „Wie es jetzt weitergeht, weiß ich jetzt auch nicht. Kann schon sein, dass ich der letzte Obmann der Genossenschaft bin“, sagt Schwaiger. Vorerst werden jetzt noch die Finanzen in Ordnung gebracht, betont der Kirchdorfer, der die Angelegenheit jetzt an die Abteilung „Wasserrecht“ beim Land weitergibt. „Dann sehen wir weiter!“, so Schwaiger.  

Seit 1905 gibt es die Genossenschaft

Immer wieder ist aber auch zu hören, dass die traditionelle Institution nicht mehr zeitgemäß ist. Dass allerdings seit ihrer Gründung viel passiert ist, ist nicht zu übersehen. Im Herbst 1905 wurde die „Großachengenossenschaft“ beim Hüttwirt in Kössen als „Zwangsgenossenschaft für Wasserbau“ gegründet. Nach einer ersten Verbauung der Großache, die fast 100 Jahre hielt, startete 1996 eine weitere Verbauung vor allem im Bereich Kirchdorf.

Im Jahr 2000 übernahm Ernst Schwaiger die Obmannschaft. Seit damals wurden 50 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert, seit 1996 waren es 60 Millionen Euro. Die Kosten wurden zwischen Bund (60 Prozent), Land (30 Prozent), Gemeinden (sechs Prozent) sowie Genossenschaft (vier Prozent) aufgeteilt. Zwischen der Landesgrenze in Kössen und Kitzbühel umfasst das betreute Gebiet an den Achen rund 860 Kilometer.
Margret Klausner

 
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