17.03.2020
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Kein Geld mehr für das Rennen

Anstelle des Spartan Races will die Gemeinde nachhaltige Projekte für Oberndorf finanziell unterstützen. Wie geht es mit der Großveranstaltung nun weiter?

Oberndorf | Bevor im September die erste Spartan Race Europameisterschaft ausgetragen wird, fassten die Oberndorfer Gemeinderäte nun den Entschluss, die Großveranstaltung in finanzieller Hinsicht zukünftig nicht mehr auf die bisherige Art und Weise zu unterstützen.  Nach der EM wird kein Cent mehr für die Rennen direkt fließen. „Wir haben das als Starthilfe verstanden. Das Spartan Race hat sich so gut entwickelt, da braucht es kein Geld mehr aus der öffentlichen Hand“, sagt Bürgermeister Hans Schweigkofler (SP). Bisher steuerte die Gemeinde 25.000 Euro zur jährlichen Lizenzgebühr von 110.000 Euro bei.

Unterstützung mit Personal und Flächen
Die Sachleistungen, wie das zur Verfügungstellen von über zwei Hektar Grundfläche sowie die Mitarbeit von Gemeindebediensteten, bleiben bestehen. Gemeindegeld soll, jedoch wenn überhaupt, nur noch in nachhaltige Projekte fließen. „In den letzten fünf Jahren ist aus den Rennen nichts Nachhaltiges z.B. in Form eines permanenten Spartan-Parcours, entstanden. Spartan Race ist im Ort nicht sichtbar. Sollten sie in Zukunft etwas in dieser Hinsicht planen, sind wir bereit das finanziell zu unterstützen“, erklärt Schweigkofler.

TVB strebt Verlängerung des Vertrages an – wo?
Der Tourismusverband strebt eine Vertragsverlängerung für die nächsten fünf Jahre an. Die Höhe der Lizenzgebühr würde dabei gleich bleiben, informiert  TVB-GF Gernot Riedel. Welche Auswirkungen hat der finanzielle Ausstieg von Oberndorf? „Das kann ich noch nicht sagen. Wir werden das Thema in der nächsten Aufsichtsratssitzung besprechen“, so Riedel gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger. Die Aufsichtsratssitzung war für Mittwoch (nach Redaktionsschluss) angesetzt. Der TVB hält sich offen, ob das Spartan Race womöglich andernorts in der Region abgehalten werden könnte: „Denkbar ist Vieles.“

TVB-Mail verärgerte
Für Ärger sorgte im Vorfeld ein Mail, welches TVB GF Gernot Riedel kurz vor der Gemeinderatssitzung an die Mandatare ausschickte. „Durch dieses Mail fühlen wir uns fast ein wenig erpresst“, so der Tenor in der Gemeinderatssitzung.

„Stehen hinter den Rennen, aber...“
Bürgermeister Schweigkofler betont, dass man das Spartan Race nach wie vor in Oberndorf haben möchte. „Wir stehen hinter dieser tollen Veranstaltung und werden das auch weiterhin tun – nur sehen wir, angesichts der Entwicklung, eine finanzielle Unterstützung nicht mehr nötig.“
160 bis 180 Freiwillige aus Oberndorfer Vereinen helfen zudem bei den Rennen fleißig mit.  Das soll auch in Zukunft so bleiben: „Kein Verein hat abgelehnt, aber sie wollen auch keine Garantie abgeben, dass sie jedes Jahr so viele Freiwillige stellen können“, erklärt der Bürgermeister. Die Gemeinde hat aufgrund des Engagements der Vereine beim Spartan Race die Vereinsförderung verdoppelt.  

GR Werner Hochfilzer hat Bedenken
Der Beschluss, das Spartan Race in Zukunft nicht mehr mit 25.000 Euro pro Jahr zu unterstützen, fiel fast einstimmig aus. Nur Werner Hochfilzer (VP) stimmte dagegen. Hochfilzer hätte sich weitere Gespräche mit den Verantwortlichen gewünscht und hat Bedenken, dass es das Rennen in Oberndorf dann nicht mehr geben könnte: „Ich finde, wir sollten die Tür nicht zuschmeißen.“  
Wie weit die Türe für eine Zukunft des Spartan Race in Oberndorf nun offen oder geschlossen ist, wird sich nach der Aufsichtsratssitzung des Tourismusverbandes zeigen. Johanna Monitzer

Daten & Fakten - Spartan Race in Oberndorf
2015 erklang erstmals „Arooo“, der Schlachtruf der Spartaner, in Oberndorf. Beim ersten Rennen absolvierten rund 3.200 Teilnehmer das Hindernisrennen über Stock und Stein sowie viel Schlamm.
Innerhalb kürzester Zeit und auch aufgrund des fordernden Geländes, entwickelte sich das Spartan Race in Oberndorf zum Kult-Rennen. Mittlerweile kämpfen sich jedes Jahr rund 10.000 Teilnehmer durch die verschiedenen Parcours.
Von 11. bis 13. September 2020 findet das Spartan Race mit Europameisterschaft in Oberndorf statt.

„Wir stellen u.a. das Ziel- und Startgelände – wo heftig umgegraben wird – kostenlos zur Verfügung“, so Bürgermeister Hans Schweigkofler. Foto: Archiv

 
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