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21.04.2019
News  
 

Karl Koller feierte 100. Geburtstag

Die Kinderskischule, der Kurzski, eine Sicherheitsbindung und selbst die Roten Teufel samt eigener Vermarktungsstrategie sowie das Neujahrsfeuerwerk entstammen dem genialen Erfindergeist von Karl Koller. Ein Kitzbüheler Multitalent, das am 16. April seinen 100. Geburtstag feierte.   

Kitzbühel | Das lange Leben des ehemaligen Skirennläufers Karl Koller – es hat so unendlich viele Facetten. Als Skischulpionier, Marketing-Genie, findiger Unternehmer, Visionär und Buchautor hat er im Skischulwesen, aber auch im Kitzbüheler Tourismus einen Meilenstein nach dem anderen gesetzt. Alles, was der rührige Kitzbüheler jemals in Angriff genommen hat, war stets mit dem Skisport verbunden, dem bis heute seine ganze Leidenschaft gilt.

Rennläufer und Marketing-Genie

Vor 73 Jahren trug sich der ehemalige österreichische Jugendmeister von 1938 als erster Hahnenkammsieger nach dem Zweiten Weltkrieg (2. Platz in Abfahrt und Slalom) 1946 in die Annalen des Kitzbüheler Ski Clubs ein. 1950 übernahm er die Skischule Kitzbühel. Mit roten Pullovern und roten Zipfelmützen verpasste Karl Koller seinen Skilehrern gegen breiten Widerstand erstmals eine einheitliche Dienstkleidung: Die Roten Teufel waren geboren. Sie avancierten unter Kollers 25-jähriger Leitung zu einer der größten und renommiertesten Skischulen der Welt, in der auf Qualität hoher Wert gelegt wurde. Der legendäre Jan-Boon-Streifen „Melodie auf Ski“, Sepp Möllingers Lied über die Roten Teufel sowie moderne Skischulplakate von Alfons Walde verschmolzen zu einer genialen Marketingstrategie, die am Aufstieg Kitzbühels zur internationalen Wintersportmetropole in der Nachkriegszeit maßgeblichen Anteil hatte.  

Karl Koller war seiner Zeit stets voraus

Mit zahlreichen richtungsweisenden Innovationen revolutionierte der gelernte Textil-Verkäufer (Originalzitat „Budlhupfer“) die Skipädagogik. Den Kurzski für Anfänger – damals belächelt, heute eine Selbstverständlichkeit – präsentierte er bereits 1953 beim Interski-Kongress in Davos. Mit dem Koller-Backen erfand er eine Sicherheitsbindung und mit seiner Teufelspiste, die er am Interski-Kongress in Garmisch 1971 vorstellte, wurde er zum Wegbereiter von Boardercross und Skier-Cross.

Besonders am Herzen lag dem findigen Skischulchef und Präsidenten des Österreichischen Berufsskilehrerverbandes sowie Vize-Präsidenten des Weltskilehrerverbandes der Unterricht für Kinder: „Die Kleinen sollen das Skifahren spielerisch erlernen. Nicht im gemeinsamen Kurs mit Erwachsenen  und ohne Stemmschule“, lautete sein Credo. Koller gründete kurzerhand die erste Kinderskischule und setzte mit dem 1976 gegründeten Kollerland die von ihm entwickelte Skilehrmethode für Kinder wegweisend fort.

Autor und gefragter Interviewpartner

Darüber hinaus veröffentlichte er zahlreiche Fachpublikationen und Skivideos sowie zwei autobiografische Bücher („Kitzbühel zu meiner Zeit“, „Freud und Leid zu meiner Zeit“) mit Geschichten und Anekdoten aus dem alten Kitzbühel.  

Bis ins hohe Alter von 92 Jahren wedelte Karl Koller über die Pisten von Kitzbühel, dann wechselte er ins „Nordische Lager“. Mehrere Winter lang war er mit Lebensgefährtin Ida beinahe täglich auf der Loipe anzutreffen. Das Langlaufen hat er mittlerweile eingestellt, doch am aktuellen Skizirkus-Geschehen nimmt Karl Koller per TV-Übertragung noch immer sehr rege teil. Bis heute ist er ein gefragter Interviewpartner in den TV-Dokus über das Hahnenkammrennen. Erst im Vorjahr  war er in einer Folge von „Am Schauplatz“ im ORF zu sehen. Zum 100. Geburtstag möchte der Kitzbüheler Anzeiger dem Jubilar auf diesem Wege die besten Glückwünsche übermitteln. Alexandra Fusser, Foto: Jubilar Karl Koller im Kreise seiner Familie. Foto: Pöll

Karl Koller: Am 16. April 1919 als letztes von zehn Kindern in Kitzbühel geboren.
1946 Hahnenkammsieger
1950 Leitung der Skischule und Gründung der Roten Teufel
1953 - 1955  Obmann Kitzbüheler Ski Club
1968 - 1972 Obmann Tourismusverband Kitzbühel
1976: Gründung der Kinderskischule „Kollerland“
Karl Koller war Präsident des Österreichischen Berufsskilehrerverbandes und Vizepräsident des Welt-Skilehrerverbandes. Träger des Ehrenzeichens des Landes Tirol.
54 Jahre verheiratet mit Hilde bis zu deren Tod 1997. Der Ehe entstammte Sohn Karl jun. Mit Lebensgefährtin Ida lebt Karl Koller in Kitzbühel.

 
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