21.08.2020
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Kammerspitze zu Gast am Pillersee

„Sicherheit und sicher morgen“ lautet das Jahresmotto der Tiroler Landwirtschaftskammer. Passend zum Thema informierten sich die Spitzenfunktionäre über den Hochwasserschutz.

St. Ulrich | Es ist ein Fixpunkt im Jahreskalender der Spitzenfunktionäre der Landeslandwirtschaftskammer: Die Tour durch alle Bezirke Tirols. Vergangene Woche war St. Ulrich Ziel der Tour im Bezirk Kitzbühel. LK-Präsident Josef Hechenberger, Vizepräsidentin Helga Brunschmid – für sie als Kirchdorferin sozusagen ein Heimspiel –, Bezirksobmann Josef Heim sowie Bezirksstellenleiter Hans Bachler informierten sich am Pillersee über den anstehenden Bau des Hochwasserschutzes, der auch Waidring schützen wird, und besuchten einige Höfe.
Doch bevor es zum Lokalaugenschein an den Pillersee ging, informierte die Kammerspitze noch zu Themen, die den Bauern unter den Nägeln brennen. „Corona hat aufgezeigt, wo die Schwächen liegen“, erklärte LK-Präsident Josef Hechenberger. Das Konsumverhalten habe sich teilweise geändert. „Grundsätzlich ist die Vielschichtigkeit der Landwirtschaft auch in der Krise wieder deutlich geworden. Unterschiedliche Bereiche hatten mit unterschiedlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das Gute an der ganzen Situation ist sicherlich die gestiegene Wertschätzung gegenüber der Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern,“ ist Hechenberger überzeugt.

Möglichst unabhängig von Importen
Auch in Zukunft sollte darauf geachtet werden, „dass wir möglichst unabhängig von Importen bleiben“, betonte seine Stellvertreterin Helga Brunschmid. Laut einer AMA-Studie, führte die Bezirksbäuerin aus, wollen über 40 Prozent auch nach der Krise verstärkt heimische Produkte kaufen. „Dieses klare Bekenntnis wäre wünschenswert, denn so können wir nicht nur unsere Betriebe erhalten, sondern auch die Wirtschaftskraft im Land stärken!“ Großes Thema ist für die Landwirte auch die Herkunftsbezeichnung. Ein Entschließungsantrag zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln wurde im Parlament verabschiedet, informierte Hechenberger. Ziel ist es, in öffentlichen Großküchen die verpflichtende Verwendung von heimischen Produkten zu forcieren, und in weiterer Folge dann flächendeckend auch im Gastrobereich.

Konfliktpotential auf den Almen
Besonderes Konfliktpotential birgt, so Bezirksobmann Josef Heim, das Aufeinandertreffen von Landwirtschaft und Tourismus. Vor allem das Thema Wolf ist für Heim eines, das weiter im Zentrum stehen muss. 500 Almen in Österreichs almenreichstem Bezirk einzuzäunen sei unmöglich. Angesichts seiner Vermehrung von 36 Prozent, muss hier weiter an Lösungen gearbeitet werden. Tausende Biker und Radfahrer auf den Almen bringen weitere Probleme. Den Ansturm in Bahnen zu lenken sei ein weiteres Ziel. Es sei Fluch und Segen zugleich.

Acht Millionen Euro werden investiert
Passend zum Jahresschwerpunkt der Kammer „Sicherheit und sicher morgen“ stand das Projekt „Hochwasserschutz St. Ulrich“ im Mittelpunkt der Bezirksrunde. Rund acht Millionen Euro fließen in das Projekt, das Wasserverbandsobmann und Gemeindevorstand Leo Fischer den Kammerfunktionären vorstellte und auch an Ort und Stelle erklärte.
Nachdem das Hochwasser im Jahr 2013 in St. Ulrich und Waidring große Schäden verursachte, stand fest, dass Maßnahmen getroffen werden müssen. Die Gemeinden haben sich zu einem Wasserverband zusammengeschlossen, auch die Pläne liegen fertig am Tisch. Obmann Leo Fischer hat mit 135 Grundeigentümern Gespräche geführt. „Die Schutzpotential­erhebung hat ergeben, dass 111 Objekte durch das Projekt geschützt werden. Davon sind 76 Privathäuser, der Rest sind Tourismus- und Gewerbebetriebe“, erklärt er. Dabei wurde zwar auf die Optimierung bestehender Retentionsflächen gesetzt, dennoch sei man in der Planung nicht ohne landwirtschaftliche Gründe ausgekommen: „Wir haben für das Gesamtprojekt sicherlich fünf bis sechs Hektar reine landwirtschaftliche Nutzfläche benötigt. Aber durch den Pillersee als natürliches Retentionsbecken und eine möglichst flächensparende Planung konnte der Verbrauch relativ gering gehalten werden“, klärte Fischer die Besucher auf. Er selbst hofft natürlich, dass in St. Ulrich so rasch als möglich die Baumaschinen auffahren. Margret Klausner

Foto:  Bezirksstellenleiter Hans Bachler, Bezirksobmann Josef Heim, Vizepräsidentin Helga Brunschmid, Wassserverbandsobmann Leo Fischer sowie LK-Präsident Josef Hechenberger (v.l.) beim Lokalaugenschein. Foto: Klausner

 
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