03.08.2016
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Kalbfleisch von Tiroler Bauern

Kössen | Dass die Verknüpfung zwischen Tourismus und Landwirtschaft funktionieren kann, zeigt ein Vorzeigeprojekt am Peternhof in Kössen. Seit Mai wird dort den Gästen ausschließlich Tiroler Kalbfleisch aus artgerechter Tierhaltung serviert. „Wir haben lang hin und her getüftelt und es ist machbar, dem Gast dieses qualitativ hochwertigste Fleisch zu einem für uns tragbaren Preis anzubieten“, erklärt Hotelier Christian Mühlberger. Auch Hotelchefin Rosi Achhorner ist die artgerechte Tierhaltung besonders wichtig. „Für uns ist das ein ehrlicher und richtiger Weg. Wir haben mit einem örtlichen Schlachtbetrieb und Metzger auch ein Gesamtkonzept für unseren Fleischbedarf erarbeitet“, so Achhorner.

Der Peternhof benötigt pro Jahr rund 4,5 Tonnen Kalbfleisch. Die Tiere werden von der Schlächterei Huber in St. Johann geschlachtet. Die Fleischverarbeitung und den Transport zum Peternhof übernimmt die Metzgerei Gründler in Kössen. „Es wird immer viel von Regio-
nalität gesprochen, wir zeigen mit unseren Partnerbetrieben, dass es möglich ist“, betont Mühlberger.

Dass die Tiere bei klein strukturierten Bauern aufwachsen und möglichst stressfrei geschlachtet werden, spiegelt sich auch in der Fleischqualität wider. „Das Fleisch ist zart und man hat weniger Bratverlust. Wo wir früher mit 25 Kilogramm Fleisch kalkulierten, brauchen wir mit diesem Fleisch nur noch 20 Kilo“, veranschaulicht Küchenchef Rene Benischek. Seine Aufgabe ist es auch, den Gästen die verschiedenen Zubereitungsmöglichkeiten des Kalbfleisches wieder schmackhaft zu machen. „Wir setzen auf traditionelle Gerichte und weisen den Gast darauf hin, welch  hochwertiges Fleisch er auf dem Teller hat“, erklärt Benischek.
 
Von den kulinarischen Spitzenleistungen des Küchenchefs konnten sich auch LH-Stv. und Agrarmarketing Obmann Josef Geisler sowie Wendelin Juen, Geschäftsführer des Agrarmarketings, bei einem Lokalaugenschein am vergangenen Freitag überzeugen. „Wir freuen uns über die neue Kooperation. Viele Bauern führen ihren Betrieb im Nebenerwerb und können sich daher nicht selbst um die Vermarktung kümmern. Mit der Veredelung am Peternhof ergibt sich ein idealer Kreislauf“, freut sich Geschäftsführer Juen.

Tirolweit gibt es rund 1.000 landwirtschaftliche Betriebe, die Kälber züchten. Geschlachtet werden sie mit circa 4 bis 5 Monaten. „Die Haltung der Vollmilchkälber hat auf den Tiroler Höfen Tradition. Die Kälber wachsen artgerecht in geräumigen Gemeinschaftsboxen heran. Im Durschnitt liefert ein Betrieb drei Vollmilchkälber pro Jahr. Gefüttert werden sie mit frischer Kuhmilch – was einzigartig im internationalen Vergleich ist“, erklärt LH-Stv. Geisler. Der Peternhof soll nun als sogenanntes „Leuchtturmprojekt“ für andere Betriebe dienen. Johanna Monitzer

 
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