08.12.2020
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Kadletz legt Skalpell aus der Hand

Weit über die Grenzen des Bezirkes hinaus hat sich Robert Kadletz einen Ruf als Unfallchirurg gemacht. Jetzt verabschiedete sich der engagierte Arzt in den Ruhestand.

St. Johann | Fast 30 Jahre stand Robert Kadletz an der Spitze der Unfallchirurgie im Bezirkskrankenhaus St. Johann. Jetzt legte der 65-Jährige das Skalpell aus der Hand und hinterlässt eine erfolgreiche Abteilung. Nun freut sich Kadletz auf sein zukünftiges Leben, wie er sagt. Viel Zeit will er der Familie widmen. Seine Hobbys wie Tischlern oder Motorfliegen will er intensiver betreiben. Auch eine Reise entlang der Seidenstraße steht auf dem Programm.
Der Beruf des Arztes war dem gebürtigen Haller in die Wiege gelegt. Der Vater war Landarzt. Robert Kadletz studierte an der Universität Innsbruck und promovierte 1982 zum Doktor. Nach seiner Turnuszeit am Krankenhaus in Reutte kehrte er als Arzt an die Klinik nach Innsbuck zurück und absolvierte dort seinen Facharzt. „Ich habe immer gerne gebastelt“, begründet er seine Wahl. Zehn Jahre blieb Kadletz an der Klinik tätig.

Nach dem Umbau des St. Johanner Krankenhauses 1992 wurde die chirurgische Abteilung geteilt und die Unfallchirurgie neu eingeführt. „Ich habe mich als Abteilungsleiter beworben und bin so mit meiner Frau und den zwei Töchtern nach St. Johann gekommen“. erinnert sich Kadletz an harte Zeiten zurück. Als einziger Unfallchirurg operierte er zwei Jahre lang nahezu Tag und Nacht. War ständig im Dienst ohne einen Tag Urlaub. Doch die Herausforderung eine neue Abteilung erfolgreich aufzubauen, spornte Kadletz immer mehr an. Zumal in St. Johann die Unfallchirurgie in den Kinderschuhen steckte. „Während an der Klinik zum Beispiel eine Schenkelverschraubung 20 Minuten dauerte, war das in St. Johann zu dem Zeitpunkt eine gr0ße Sache, da ich vom Röntgen bis zum Operieren alles im Alleingang machen musste“, erinnert sich der Arzt zurück.
Nach zwei Jahren als Einzelkämpfer wurde dann langsam das Personal aufgestockt. Es kamen über die Jahre immer wieder Ärzte hinzu. Inzwischen arbeiten in der Abteilung insgesamt neun Fachärzte.

Bereut hat er den Weg nach St. Johann jedoch keinen Tag, wie er selbst sagt. Die Unfallchirurgie sei ja schon ein bisschen wie bei einem Automechaniker. „Da reicht es ja auch nicht, nur das Getriebe austauschen zu können, der muss ja auch Reifen wechseln und das Blech reparieren können. Das ist bei einem Chirurg auch nicht anders“, sagt Kadletz.

Motorradunfälle sind weniger geworden
Man wisse ja auch nie was kommt – die Arbeit sei jeden Tag eine Herausforderung. Es habe sich vieles geändert in den letzten Jahrzehnten. So seien Motorrad- und Autounfälle weniger geworden. „Mehr geworden sind in den letzten Jahren jedoch verletzte Radfahrer und Wanderer“, sagt der Arzt, für den es immer befriedigend war, dass die Behandlungserfolge auch immer gleich zu sehen sind. Und es sei halt wie überall: „Wer viel macht, kriegt auch viel Übung“. Er freut sich auch immer, wenn er irgendwo ehemalige Patienten trifft, die ihm vielleicht einem von ihm operierten Finger zeigen, der wieder funktioniert.“ Befriedigend war für ihn auch immer, dass er zeigen konnte, dass auch ein peripheres Spital wie jenes in St. Johann so viel Qualität bieten kann.

Mit der Pensionierung von Robert Kadletz wird die Unfallchirurgie jetzt übrigens mit der Orthopädischen Abteilung zusammengeführt und zukünftig von Primar Alexander Brunner geleitet. Margret Klausner

Bild: 28 Jahre leitete Primar Robert Kadletz die Unfallchirurgie am Bezirkskrankenhaus St. Johann. Jetzt freut er sich auf seinen Ruhestand und auf mehr Zeit für seine Familie und seine Hobbys. Foto: Klausner

 
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