17.05.2020
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Jagdpächter dürfen einreisen

Die Corona-Pandemie hat auch Einfluss auf das jagdliche Leben im Bezirk. Seit vergangener Woche dürfen ausländische Jagdpächter wieder in Tirol einreisen und sich um ihre Reviere kümmern.

Kitzbühel | In den rund 200 Jagdrevieren des Bezirkes laufen derzeit die Vorbereitungen auf das neue Jagdjahr, das bescheidmäßig eigentlich schon begonnen hat, auf Hochtouren. Doch die Corona-Pandemie sorgt auch bei Jägerinnen und Jäger für Einschränkungen.
So fiel die Birkhahnjagd, die traditionsgemäß Anfang Mai beginnt, heuer aus. Zwar sind die Abschussbescheide der Behörde ergangen, rechtskräftig sind sie jedoch nicht, wie auch Bezirksjägermeister Martin Antretter weiß. Demnach hätten die NGO‘s (Non Govermental Organisations) hier ein Einspruchsrecht. Aufgrund von COVID-19 war dieses jedoch ausgesetzt und erst ab Anfang Mai möglich. Für die Birkhahnjagd, deren Jagdzeit von Anfang bis rund um den 20. Mai geht, kam das heuer zu spät.

Seit vergangener Woche gibt es eine Erleichterung für ausländische Jagdpächter und Abschusspaketnehmer. Bis Ende Mai bleiben in Österreich ja noch die strengen Einreisebestimmungen aufrecht. Grundsätzlich gilt, dass Personen, die aus dem Ausland anreisen wollen, ein negatives Coronavirus-Testergebnis vorweisen müssen, das nicht älter als vier Tage ist. Sie können sich aber auch in eine 14-tägige Quarantäne begeben.
Diese Regeln sind für die ausländischen Jagdpächter jetzt ausgesetzt. Sie brauchen weder ein ärztliches Attest, noch müssen sie in Quarantäne. Es genügt die Vorlage eines Jagdpacht- beziehungsweise eines Wildabschussvertrages an der Grenze. Insgesamt gibt es in Tirol übrigens 1.300 Jagdgebiete, rund 300 davon sind von Ausländern gepachtet. Im Bezirk Kitzbühel liegt die Quote in etwa bei einem Drittel. Kritik an der Erleichterung kommt von SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim. Sie ortet Sonderregeln für „Gleichere“ auch während der Corona-Krise. „Dass die Einreiseregeln für ausländische Jagdpächter nun außer Kraft gesetzt werden, ist ein mehr als eigenartiges Signal. Ich frage mich schon, ob die Jägerinnen und Jäger systemrelevant sind“, kritisiert Yildirim.

Jagdpächter haben behördliche Vorgaben
Bezirksjägermeister Antretter hingegen begrüßt die Vorgangsweise: „Die Jagdpächter haben die behördliche Verpflichtung, ihre Reviere zu betreiben und die Abschusspläne zu erfüllen. Daher ist es wichtig, dass sie kommen dürfen.“ Am Freitag, 15. Mai, beginnt die Schusszeit. Da gäbe es im Vorfeld viel vorzubereiten. Das gelte im übrigen auch für jene Jäger, die Abschusspakete gekauft hätten.
Die Corona-Pandemie sorgt auch bei den einheimischen Jägern für Verschiebungen. So soll die normalerweise im Frühjahr stattfindende Bezirksversammlung im Herbst abgehalten werden. Überdies konnten die angehenden Jungjäger zwar noch ihren Kurs fertigmachen, die Prüfungen stehen aber noch aus. Antretter hofft, diese zeitnah – wenn möglich noch im Juni – abhalten zu können. Der Bezirksjägermeister weist auch auf die Setzzeit hin –  in den nächsten Wochen verwandelt sich der Wald in eine Tierkinderstube. Er bittet daher die Hundebesitzer, ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen. Selbstverständlich sollten natürlich auch im Gras liegende Rehkitze nicht angefasst werden. Margret Klausner

In den nächsten Wochen setzt das Wild seinem Nachwuchs – dieses fast frischgeborene Rehkitz wird vor der Mähmaschine in Sicherheit gebracht. Foto: Klausner

 
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