21.09.2017
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Ja zum Sport, nein zu Olympia

Die Tiroler Bevölkerung ist am 15. Oktober aufgerufen ihr Votum für eine etwaige Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2026 abzugeben. Klar gegen eine Bewerbung spricht sich die Liste Fritz aus. Zu viele Punkte sind auch trotz Machbarkeitsstudie noch nicht geklärt und auch der finanzielle Aufwand ist für die Liste Fritz zu hoch.

Kitzbühel | „Natürlich fänden es alle cool und lässig, wenn die Olympischen Winterspiele 2026 in Tirol wären, die Frage ist aber nicht, ob es lässig ist, sondern, ob es für das Land Tirol auch finanzierbar ist“, erklärt Markus Sint, Pressesprecher der Liste Fritz, anlässlich der Pressekonferenz zum Thema „Ja zum Sport, nein zum Olympia-Milliarden-Wahnsinn! “Für Klub­obfrau Andrea Haslwanter-Schneider sind noch zu viele Fragen offen, die noch vor der Volksentscheidung, die ja bindend ist, geklärt werden sollten. Als Beispiel führt sie die Sicherheitsfrage an: „Man wird sich im Vorfeld extrem viele Gedanken über die Sicherheit machen müssen, speziell nach den Vorfällen in Barcelona, Berlin oder London“, sagt Hasl­wanter-Schneider und führt an, dass die Sicherheitskosten für die Olympischen Winterspiele in Vancouver im Jahr 2010 600 Millionen Euro betrugen und Hamburg für die Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2014 1,4 Milliarden als Sicherheitskosten eingeplant hatte. „Das war noch bevor es Terroranschläge in Europa gab“, sagt Haslwanter-Schneider und beziffert die Kosten für das Land Tirol mit 500 Millionen Euro aufwärts.

Ein olympisches Dorf in Hochfilzen?

Aber nicht nur die Sicherheitskosten werden nicht auf den Tisch gelegt, es werden auch weitere Kostenstellen von der Pro-Olympia-Fraktion nicht kommuniziert, wie die Liste Fritz kritisiert. „Es ist kein olympisches Dorf mit eingerechnet, obwohl die Kosten sich hier auch auf mehrere hundert Millionen Euro belaufen“, erklärt die Klubobfrau der Liste Fritz. Bei den olympischen Dörfern fordert die Liste Fritz Aufklärung: In der Süddeutschen Zeitung vom 17. August führte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel an, dass in Hochfilzen ein weiteres Olympisches Dorf für die Biathleten und Eisschnellläufer entstehen sollte. Die Eisschnelllauf-Bewerbe wären im bayrischen Inzell angedacht, das Stadion wurde für die Bewerbung Münchens bereits saniert. Die Athleten hätten dann mit einer 30- bis 40- minütigen Anreise zu rechnen. Wo aber soll in Hochfilzen das olympische Dorf entstehen? Gibt es dafür bereits ein Grundstück und wie schaut die Nachnutzung der ca. 200 Wohnungen aus? All diese Fragen will die Liste Fritz vor der Volksbefragung am 15. Oktober geklärt wissen.

Kein fixen Zusagen seitens des Bundes

Völlig unverständlich für die Liste Fritz ist auch das fehlende Bekenntnis des Bundes zur Bewerbung Innsbruck/Tirol für die olympischen Winterspiele 2026. „Es gibt seitens des Bundes bis jetzt noch keine fixe Zusage für einen Zuschuss oder eine Ausfallshaftung, noch für die Abdeckung der Sicherheitskosten“, führt Andrea Haslwanter-Schneider an. „Im Ministerratsbeschluss der Bundesregierung vom 7. Juli heißt es zwar, dass man die Bewerbung Innsbruck/Tirol begrüßt, jedoch wird noch überlegt, wie man die Bewerbung unterstützen wird“ ergänzt Markus Sint.  Ein weiteres kritisches Thema ist der Host City Vertrag, der anscheinend schon ausgefertigt wurde, aber noch nicht am Tisch liegt. In diesem Vertrag werden die Zusagen und Haftungen geklärt. „In den bisherigen Host City Verträgen haben Stadt, Region und Bund die Ausfallshaftungen in voller Höhe übernommen“, gibt Markus Sint zu bedenken.

Ein klares Ja zum Tiroler Sport

„Wir stehen zu allen Veranstaltungen in Tirol, wie zu einem Hahnenkammrennen oder den regionalen Geschichten, die sich einen Namen gemacht haben und zur Marke wurden. Diese Veranstaltungen passen zu Tirol“, sagt Andrea Haslwanter-Schneider.
Elisabeth M. Pöll

Bild: Die Liste Fritz mit Klubobfrau Andrea Haslwanter-Schneider spricht sich gegen ein Bewerbung Innsbruck/Tirol für die Olympischen Winterspiele 2026 aus.  Foto: Liste Fritz/Sint

 
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