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29.07.2019
News  
 

Investitionen in der Warteschleife

Speicherteich, neue Aufstiegshilfe und Co. müssen warten. Die Pletzer Gruppe schafft auf der Buchensteinwand den vereinbarten Zeitplan für die Investitionen nicht. Die Förderverträge mit den Gemeinden wurden aufgekündigt. Es herrscht Verunsicherung.

Pillerseetal | Rund 1,5 Millionen Euro hat die Pletzer Gruppe, laut eigenen Angaben, in die Berg-bahn Pillersee seit der Übernahme im November 2017 investiert. Unter anderem wurde ein Tellerlift gebaut. Weitere große Investitionen, wie die Absicherung der Beschneiung durch einen Speicherteich oder eine neue Aufstiegshilfe von Hochfilzen aus, stehen derzeit aber in der Warteschleife. „Die Verfahren und Planungen sind alle­samt sehr umfangreich. Wir haben das zeitlich unterschätzt“, erklärt Anton Pletzer.
Die Förderverträge mit den Anrainer-Gemeinden hat die Pletzer Gruppe schriftlich gekündigt, wie er gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger bestätigt. Pletzer spricht aber dennoch von einem guten Einvernehmen mit den Gemeinden.

Bis zu 155.000 Euro jährlich an Steuergeld
St. Ulrich, St. Jakob und Hochfilzen hatten der Pletzer Gruppe insgesamt bis zu 155.000 Euro jährlich an Förderungen, vertraglich an Investitionen gekoppelt, versprochen. Die Meinungen in den Gemeindestuben zur einseitigen Aufkündigung der umfangreichen Vereinbarungen gehen auseinander.

St. Ulrich vermisst Gesprächsbasis
St. Ulrichs Bürgermeisterin Brigitte Lackner zeigt sich angesichts der Vertragskündigung enttäuscht: „Es gab vorab keine Informationen. Eine von den Gemeinden gewünschte Aufsichtsratssitzung wurde nie einberufen.“ Auch Fragen seitens der Gemeinde bezüglich einer eventuellen Wasserentnahme für einen Speicherteich blieben unbeantwortet, schildert die Bürgermeisterin. „Uns ist es wichtig, dass bei der Bergbahn Pillersee etwas weitergeht. Ich habe als Bürgermeisterin aber auch eine Verantwortung gegenüber den Bürgern. Wir sind jedoch weiterhin für Gespräche offen“, so Lackner. Die jährliche Basis-Förderung im Ausmaß von 42.000 Euro für die Bergbahn Pillersee wurde an die Pletzer Gruppe bereits überwiesen. Wie man in St. Ulrich nun mit der Vorgehensweise der Pletzer Gruppe umgehen möchte, muss im Gemeinderat besprochen werden, so die Bürgermeisterin. Dass der Fördervertrag komplett neu verhandelt werden muss, steht für Lackner jedoch fest.

St. Jakob: „Stehen nach wie vor zum Vertrag“
Guter Dinge, dass es sich nur um eine Verzögerung der Investitionen handelt, ist man in St. Jakob. „Wir stehen nach wie vor zum Vertrag. Nur weil die Pletzer Gruppe die ersten Investitionen nicht zeitgerecht schafft, ist das für uns kein Grund zur Panik. Pletzer hat uns das, wie es der Rechtsweg vorsieht, mitteilen müssen. Wir sind zuversichtlich, dass die Investitionen noch kommen werden. Manchmal geht es eben nicht so schnell, wie man es sich wünscht“, sagt Bürgermeister Leo Niedermoser.

Hochfilzen sagt weitere Unterstützung zu
Ebenfalls überzeugt, dass die Pletzer Gruppe die Investitionen noch tätigen wird, ist man in Hochfilzen. „Wir haben eine sehr gute Gesprächsbasis mit der Pletzer Gruppe. Ich bin mir sicher, dass die vereinbarten Investitionen umgesetzt werden. Es gibt eine zeitliche Verzögerung, aber wir werden die Bergbahn weiterhin unterstützen, da sie wichtig für die ganze Region ist“, teilt Bürgermeister Konrad Walk mit.

Tourismusverband hatte noch keinen Vertrag
Und wie schaut es beim Tourismusverband aus? Die Mitglieder des TVBs hatten im letzten Jahr die Ortstaxe erhöht, um unter anderem die Pletzer Gruppe mit rund 88.000 Euro pro Jahr unterstützen zu können. „Der Vertrag mit der Pletzer Gruppe war noch nicht unterschriftsreif. Man hat uns mitgeteilt, dass die Verhandlungen derzeit auf Eis gelegt werden“, informiert TVB Geschäftsführer Armin Kuen.
Der Vertrag zwischen TVB und der Pletzer Gruppe wäre ähnlich strukturiert wie der mit den Gemeinden – Förderungen gibt es bei Investitionen. „Ich gehe fix davon aus, dass die geplanten Investitionen in ein oder zwei Jahren kommen werden. Gerade die Absicherung der Beschneiung sowie eine neue Aufstiegshilfe in Hochfilzen sind für die Region enorm wichtig“, so Kuen. In der Zwischenzeit hat der TVB genug Projekte, in die er investieren muss, betont Kuen: „Nur 20 Prozent von der Erhöhung der Ortstaxe fließen an die Projekte Öfenschlucht und Berg­bahn Pillersee.“ Der TVB will die Verhandlungen sobald Pletzer einen neuen zeitlichen Rahmen nennt, wieder aufnehmen.

Anton Pletzer: „Wir wollen investieren“
Das möchte auch die Pletzer Gruppe, wie Anton Pletzer sagt: „Wir müssen die Förderverträge neu verhandeln. Wir sind weiterhin daran interessiert, in die Bergbahn Pillersee zu investieren. Die Planungen laufen.“ Johanna Monitzer

„Wir haben den Zeitaufwand für die Verfahren unterschätzt“, sagt Anton Pletzer. Die Investitionen auf der Buchensteinwand stehen in der Warteschleife. Die Förderverträge mit den  Gemeinden hat die Pletzer Gruppe gekündigt. Symbolfoto: Timo Klostermeier/pixelio

 
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