03.11.2020
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Infektionskette rasch unterbrechen

Kitzbühel stellte am Freitag seine eigene Screeningstation beim Tennisstadion vor. Mit schnellen Testergebnissen will man die Pandemie eindämmen und somit eine Basis für einen sicheren Winter schaffen.

Kitzbühel | Acht Wochen bis Weihnachten und die Aussichten für eine reibungslose Wintersaison sind nicht besonders rosig. Reisewarnungen und Auflagen für Heimkehrer aus den Risikogebieten bremsen die Erwartungen für den bevorstehenden Winter. Konzepte und Maßnahmen werden allerorts ausgearbeitet, um möglichst sicher durch den Winter zu kommen. Kürzlich präsentierten elf Tourismusverbände ihre gemeinsame Vorgehensweise und auch die Bergbahn AG Kitzbühel stellte ihr Programm vor. Am Freitag folgte die Stadt Kitzbühel, die beim Tennisstadion eine eigene, fixe Screeningstation installiert hat.
„Um Covid-19 so gut wie möglich in den Griff zu bekommen, müssen die Testergebnisse schnell am Tisch liegen“, erklärte Bürgermeister Klaus Winkler bei der Vorstellung der Präventionsmaßnahmen. Gemeinsam mit Kitzbühel Tourismus, der Bergbahn AG Kitzbühel, den Skischulen und dem Hotelverein wurde das Programm ausgearbeitet und mit HG Pharma realisiert. „Wir sind in enger Abstimmung mit den Nachbargemeinden. Es gab bereits Gespräche mit den Bürgermeistern von Jochberg, Aurach und Reith, denn es braucht ein schnelles und schlagkräftiges Screening“, sagte Bürgermeister Winkler, der mit den Testerfahrungen der letzten Monate nicht zufrieden ist. Die Wartezeit bis zum Ergebnis war zu lang.

Antigen-Schnelltest vor dem Check-In
Thomas Rass, der für die Inszenierung und logistische Umsetzung verantwortlich zeichnet, geht einen Schritt weiter –  man ist mit allen Gemeinden des Bezirkes im Gespräch, damit dieses Konzept allerorts installiert wird. Eine Lösung hat man auch für die Hotellerie parat. Vor dem Check-In wird bei dem Gast ein Antigen-Schnelltest durchgeführt und nach 15 Minuten kann der Gast nach einem negativen Testergebnis einchecken. Zeigt der Test ein positives Ergebnis, so wird er abgekapselt und die weitere Vorgehensweise von den Behörden bestimmt. „Somit kommt es zu keinen Kontakten und der Hotelbetrieb ist sichergestellt“, berichtet Rass. Für die Gastronomie am Berg bietet man den Gurgeltest an. „Es gilt, die Infektionskette schnell zu unterbrechen. Wir müssen schneller als das Virus sein“, sagt Rass.  Zudem wird angeregt, dass all jene Mitarbeiter, die aus dem Ausland nach Kitzbühel kommen, bereits in der Heimat getestet werden sollen.

Schnelle Testergebnisse durch Screeningstation
Ein schnelles Testergebnis nach 90 bis 180 Minuten verspricht die Screeningstation beim Tennisstadion. „Somit können Einheimische, Mitarbeiter von Tourismusbetrieben und die Bevölkerung der Umgebung rasche Gewissheit in Bezug auf ihren Gesundheitszustand erlangen“, sagt Ralf Herwig, einer der Gründer von HG Pharma.  Bis zum vergangenen Freitag wurden mit dem LAB-Truck 25.000 Tests abgewickelt und tagesaktuell an das Land Tirol weitergegeben. An der Screeningstation könnten innerhalb von zehn Stunden 10.000 Tests von sechs bis zehn Mitarbeitern ausgewertet werden.

Infrastruktur von Gemeinden geschaffen
Zur Verfügung gestellt wird die fixe Screeningstation im Kassenbereich des Tennisstadions vom Kitzbüheler Bürgermeister Klaus Winkler gemeinsam mit den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden Aurach, Jochberg und Reith. Für die entsprechende professionelle Testauswertung wird in den ehemaligen Krankenhaus-Räumlichkeiten ein Hightech-Labor installiert. „Das Gebot der Stunde: Schnell und tatkräftig testen! Wir brauchen eine finanziell faire Lösung für die Bevölkerung. Daran arbeiten wir gerade gemeinsam mit den benachbarten Gemeinden,“ freut sich Bürgermeister Klaus Winkler über die Kooperation.
Die Tests werden von Mitarbeitern des Roten Kreuzes und des Arbeiter- und Samariterbundes durchgeführt.
Die Screeningstation hat Montag bis Freitag von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Bei Symptomen soll man die Hotline 1450 kontaktieren. Die Kosten für einen Test belaufen sich auf 85 Euro. Bei Bedarf ist eine Ausweitung der Öffnungszeiten auf Samstag angedacht.  
Seitens der Stadt Kitzbühel überlegt man, einen Teil der Kosten zu übernehmen. „Dazu werden wir noch ein Budget erarbeiten, das wir im Gemeinderat finalisieren und abstimmen werden“, sagt Bürgermeister Winkler, der damit die Kitzbüheler Bevölkerung bei den Screening-Aufwendungen unterstützen will. Elisabeth M. Pöll

Bild: Gerhard Czappek, Thomas Rass, Bernhard Gschnaller, Anton Bodner, Ralf Herwig, Christian Wörister, Viktoria Veider-Walser, Mike Mayr-Reisch und Bürgermeister Klaus Winkler (v.l.) bei der Präsentation der Kitz-Screeningstation. Foto: Pöll

 
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