11.06.2017
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In Gedenken an Erwin Siorpaes

Nach kurzer schwerer Krankheit ist der bekannte und beliebte Zeitungsherausgeber, Journalist und Gemeinderat Erwin „Ersi“ Siorpaes letzte Woche im 71. Lebensjahr verstorben.

St. Ulrich | Er war ein Tausendsassa im positiven Sinn. Erwin Siorpaes, vielen besser bekannt unter seinem Spitznamen und Schreibkürzel „Ersi“, war landauf und landab bekannt und beliebt. 1947 als Sohn von Hilde und Erwin Siorpaes geboren, verbrachte er seine Kindheit in Fieberbrunn, wo seine Eltern ein Elektrogeschäft führten. So war es auch nicht verwunderlich, dass sich Erwin zunächst für Technik interessierte. Er absolvierte die Bundesgewerbeschule für Fernsehtechnik in Mödling.

Während er erste Berufserfahrungen in Wörgl sammelte, lernte er am Fußballplatz seine große Liebe Maria kennen, der er am 6. November 1971 das Jawort gab. Ein Jahr danach freuten sich die beiden über ihre erste Tochter Sabine, vier Jahre später kam Bernd zur Welt und das Glück perfekt machte die Geburt von Silvia im Jahr 1979. Seine Maria und seine Familie waren stets ein wichtiger Anker in Erwins Leben.

Er war ein  Vordenker seiner Zeit

Nachdem er das elterliche Elektrogeschäft in Fieberbrunn zu einem modernen Funkberatergeschäft ausgebaut hatte, startete  Erwin  gemeinsam mit einigen Freunden 1977 die Kabelfernsehanlage Pillersee. Um den Tourismus in der Region in Schwung zu bringen, baute er zusammen mit Freunden 1979 das Camp Tirol in Fieberbrunn, welches durch die Übernahme in Waidring und Wallersee erweitert wurde.

Wirtschaftlich war er stets mutig und ließ sich auch durch diverse Rückschläge nicht von seinem Weg abbringen. Er folgte seinen Visionen und war dabei seiner Zeit oft einen Schritt voraus.

Erste Gratiszeitung in Tirol gegründet

Dass er seiner Zeit oft einen Schritt voraus war, stellte er auch unter Beweis, als er  zusammen mit den befreundeten Journalisten Manfred Peterer und Helmut Bucher 1979 die erste Gratiszeitung in Tirol gründete: Der Pillerseebote war geboren.  

Mit dem Pillerseeboten und seinen Ablegern wurde Erwin in der gesamten Region bekannt. Es gab kaum eine Veranstaltung, ein Vereinstreffen oder eine Ereignis, wo Erwin „Ersi“ nicht dabei war. Mit Leidenschaft und Herzblut berichtete er in Wort und Bild über die Geschehnisse in unserer Region. Seit über 15 Jahren schrieb Erwin auch regelmäßig Berichte für den Kitzbüheler Anzeiger.

Politisches Engagement als Gemeinderat

Politisch war Erwin seit den 70iger Jahren engagiert. Er wollte etwas bewegen. 1972 gründete er die Junge ÖVP in Fieberbrunn und baute diese zur mitgliederstärksten Fraktion in Tirol aus. Als Gemeinderat engagierte er sich in Fieberbrunn bzw. bis zu seinem Ableben in St. Ulrich, wo er zuletzt beheimatet war, für das Allgemeinwohl.

Ein Herz für seine Heimat

Erwin liebte sein Heimat und auch die Menschen. Er war in vielen Vereinen, wie dem Mundartverein, dem Zuginverein Wilder Kaiser, diversen Schützenvereinen und dem Fischereiverein Pillersee aktiv. Jährlich organisierte er den MundartG‘song, in dem unser Dialekt hoch gehalten wird. Der Tiroler Blasmusikverband ernannte ihn sogar zum Ehrenmitglied. Die Liste der ehrenamtlichen Aktivitäten von Erwin ließe sich noch endlos fortsetzen.

Am 29. Mai verstarb Erwin nach kurzer schwerer Krankheit im 71. Lebensjahr, es war ihm nicht mehr vergönnt bei der 10. Jubiläumsauflage seines MundartG‘songs dabei zu sein.

Erwin Siorpaes hat Spuren hinterlassen

„Es gibt Menschen, die hinterlassen Spuren. Erwin war so ein Mensch. Seine Engagement für die Menschen in der Region wird noch lange nachwirken und er wird uns sehr fehlen“, so die St. Ulricher Bürgermeisterin Brigitte Lackner bei der Trauerfeier am vergangenen Freitagnachmittag. Zahlreiche Politiker, Freunde, Wegbegleiter und Abordnungen der Traditionsvereine erwiesen ihm die letzte Ehre.

Landesrätin Beate Palfrader ehrte seine Verdienste für die Allgemeinheit mit einer emotionalen Rede. „Erwin hinterlässt eine große Lücke. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Menschen, wie Erwin so sehr für das Allgemeinwohl einsetzen“, so die Landesrätin. Er hätte im Sommer eine Auszeichnung des Landes Tirols überreicht bekommen – leider war es ihm nicht mehr vergönnt, diese Ehre zu erleben.

Uns Zeitungsleut‘ bleibt „Ersi“ als fairer, hilfsbereiter und verlässlicher Kollege in Erinnerung, der immer einen Spaß auf den Lippen hatte. Es war eine Freude mit ihm zu arbeiten. „Ersi“ ist viel zu früh gegangen. Wir werden ihn sehr vermissen.  
Johanna Monitzer

 
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