08.12.2017
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Im Frühjahr kommen die Ampeln

Varianten gäbe es einige, um den Verkehr in St. Johann in neue Bahnen zu lenken. Kein Weg führt langfristig wohl an einer Verlängerung der bestehenden Unterflurtrasse vorbei. Jetzt wird im Frühjahr aber erstmal ein intelligentes Ampelsystem installiert.

St. Johann | Zu- und Ausfahren bei den Gewerbebetrieben entlang der Loferer Bundesstraße (B178) am Ortseingang von St. Johann kann zu einer Nervenbelastung werden. In Stoßzeiten können sich die Autos auf der Bundesstraße auch schon mal bis hin zur Einfahrt Egger-Werk zurück stauen. „Wir sind ein Verkehrsknotenpunkt. Alle Straßen nach St. Johann sind sehr gut ausgebaut“, veranschaulicht Bürgermeister Stefan Seiwald bei der Gemeindeversammlung letzte Woche.

Bis zu 4.500 Menschen pendeln täglich ein

Seit über drei Jahren arbeitet die Gemeindeführung an einem tragbaren und langfristigen Konzept, um den Verkehr in neue Bahnen zu lenken. „Wir haben ein Verkehrsbüro beauftragt. Autos wurden gezählt und Verkehrsströme wurden analysiert“, informiert der Bürgermeister. Erste Ergebnisse liegen nun vor. Nach den Analysen der Experten pendeln alleine tagtäglich 4.000 bis 4.500 Menschen in die 9.510-Einwohner zählende Marktgemeinde ein.

Tunnel, Umfahrungen, Unterflurtrasse

Die Überlegungen gehen nun dahin, wie man dem innerörtlichen, dem regionalen sowie dem überregionalen Verkehr Herr werden kann. „Ich muss auch ganz klar sagen, dass wir nicht überall der Kapitän sind. Wir können das tollste Projekt haben, aber das heißt noch lange nicht, dass es vom Land so umgesetzt wird“, so Seiwald.

Varianten, um die Verkehrsströme anders zu lenken, gäbe es einige. So könnte man den viel zitierten Horntunnel errichten, dieser macht aber nur Sinn, wenn man auch eine nördliche Umfahrung andenkt. Ein Pfeiler des Konzeptes sei, so der Bürgermeister, auf jeden Fall die Verlängerung der bestehenden Unterflurtrasse auf der Loferer Bundesstraße. „Um eine Verlängerung werden wir wohl nicht herumkommen“, betont Bürgermeister Seiwald. Fix und fertig geplant sei aber auch hier noch nichts.

In einem ersten Schritt werden die möglichen Varianten jetzt den betroffenen Grundstückseigentümern vorgestellt.  „Wir müssen abklären, was möglich ist, denn niemand möchte gerne Grundflächen hergeben. Dann erst können wir die nächsten Schritte setzen“, erklärt Seiwald.

Konzept wird im Frühjahr präsentiert

Und wann bekommt die Bevölkerung einen Einblick? „Das Verkehrskonzept soll im kommenden Frühjahr der Bevölkerung bei einer eigenen Versammlung vorgestellt werden“, so der Bürgermeister. Über mögliche Kosten oder Zeithorizonte für die Verwirklichung von Maßnahmen kann der Bürgermeister noch nicht sprechen. „Ich muss anmerken, dass es 25 Jahre gebraucht hat, um mit 27 Grundeigentümern eins zu werden, damit der Radweg nach Fieberbrunn realisiert werden konnte – es kann noch ein langer Weg werden“, so Seiwald.

Kurzfristig wird es aber im nächsten Jahr zumindest eine Erleichterung geben, was das Zu- und Ausfahren zu den Gewerbebetrieben entlang der Loferer Bundesstraße betrifft. „Der Baustart für die intelligente Ampelanlage erfolgt im Frühjahr, nach Ostern. Die Bauzeit wird ca. drei Monate dauern“, informiert Jürgen Wegscheider vom Baubezirksamt Kufstein.

Ampeln: Skepsis herrscht nach wie vor

Wie der Kitzbüheler Anzeiger berichtete, sollen drei Ampeln installiert werden. Auch Fußgänger sollen dadurch sicherer die Straße überqueren können. Ein wenig Skepsis herrscht nach wie vor im Gemeinderat. „Ich bin gespannt, ob das Ampelsystem funktionieren wird oder ob dadurch die Staus noch länger werden“, sagt etwa Straßenausschuss-Obmann Simon Aschaber.
Johanna Monitzer

 
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