18.02.2017
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„Ich töte zu sanften Tönen“

Er ist Dauergast auf den Bestsellerlisten weltweit. Das erste Buch seiner Thriller-Trilogie „Totenfrau“ wird in den USA verfilmt. Mit „Totenrausch“ beendet Bernhard Aichner nun die Geschichte um die mordende Bestatterin Brünhilde Blum. Über seinen Erfolg und warum er nur zu sanften Tönen „tötet“ sprach er mit dem Kitzbüheler Anzeiger.

Die Geschichte rund um die Bestatterin Brünhilde Blum hat Sie in die Bestsellerlisten katapultiert und wird nun sogar in den USA verfilmt. Wie hat sich Ihr Leben verändert?
 Vielleicht bin ich noch ein Stück glücklicher als vor dem Durchbruch. Ich darf jetzt unentwegt das tun, was ich leidenschaftlich gerne mache. Das Schreiben erfüllt mich, neben der Liebe, ist es das Schönste, was ich mir vorstellen kann. Deshalb bin ich meiner „Blum“ sehr dankbar!
Ohne zuviel zu verraten - worauf dürfen sich die Leser beim dritten Teil „Totenrausch“ freuen?
Es geht um eine liebevolle Mutter, die zur Serienmörderin wurde, weil sie den Mord an ihrem Mann gerächt hat. Sie ist auf der Flucht, wie eine Löwin kämpft sie für ihre Freiheit, sie ist bereit, alles dafür zu tun. Auch zu töten...
Hätte Sie jemals gedacht, dass Bestatterin Blum so einschlägt?
Ich habe davon geträumt, ja. Dass es aber so durch die Decke geht, habe ich nicht für möglich gehalten.
Sie haben auch in einem Bestattungsinstitut recherchiert. War das der schwierigste Part Ihrer Recherche?
Ich bin ein sehr neugieriger Mensch, deshalb habe ich während der Arbeit an Totenfrau auch dieses Praktikum gemacht. Es war eine richtig schöne und am Anfang auch eine sehr schräge Erfahrung. Dem Tod als Tabu näherzukommen, zu akzeptieren, dass wir letztendlich alle sterben werden. Die Dankbarkeit wuchs, leben zu dürfen.
Über das Sterben spricht man nicht gern, es ist unheimlich, es gilt als schlechtes Omen, wenn man sich damit auseinandersetzt. Die Verstorbenen sollen so schnell wie möglich unter die Erde, das Leben soll weitergehen, der Tod soll keinen Platz bekommen. Das hat mich immer befremdet. Deshalb wurde ich neugierig, deshalb habe ich in der Bestattung mitgearbeitet.
Wie schreiben Sie? Ich habe gelesen, Sie hören schnulzige Musik und schreiben zuerst alles händisch auf?
Das Schreiben mit der Hand ermöglicht mir einen ruhigen, stillen Blick auf die Geschichte. Alles passiert bedächtiger. Es gibt nur mich, meine Feder und das Papier, da ist sonst keine Ablenkung, kein Internet, keine sozialen Medien. Musik natürlich.
Ich setze meine Kopfhörer auf und tauche ab in meine Geschichte. Und ja, je kitschiger, desto besser wird das Buch. Ich töte also zu sanften Tönen.
Mir und tausenden Lesern ist Blum ans Herz gewachsen. Ist nach dem dritten Band nun wirklich Schluss?
Ja. Ich stecke bereits mitten im nächsten Roman. Ein Stand-Alone, wieder ein Thriller, aber andere Figuren, ein völlig anderes Setting. Aber ich verspreche allen LeserInnen: Es wird nicht minder spannend – im Gegenteil, ich möchte gerne noch eines draufsetzen.
Johanna Monitzer

Erfolgsautor Bernhard Aichner präsentiert am Freitag, 24. Februar, sein neuestes Werk „Totenrausch“. in der Alten Gerberei in St. Johann. Beginn ist um 19.30 Uhr (Einlass 18.30 Uhr).
Weitere Informationen und Reservierungen unter www.literaturverein.at.

 
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