18.04.2016
News  
 

Hotelruine modert vor sich hin

Die unendliche Geschichte rund um den ehemaligen „Alpengasthof Steinplatte“ geht weiter. Die beiden bestehenden Gebäude fallen langsam, aber sicher zusammen. Die Gemeinde musste sogar den Abbruchbescheid zurückziehen, um nicht selber auf den Kosten sitzenzubleiben. Bürgermeister Georg Hochfilzer hat diese Woche den Besitzer zur Krisensitzung geladen.

Waidring | Es ist das, was man einen Schandfleck nennt – jene zwei Gebäude, die schon seit Jahren direkt am Höhenparkplatz der Steinplatte vor sich hin modern. Das ehrgeizige Projekt eines Rosenheimer Unternehmers scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Und die Gemeinde muss derzeit quasi tatenlos zusehen, wie die beiden Gebäude immer mehr verlottern.

Bau ohne Genehmigung

Vor 16 Jahren hatte der Rosenheimer den ehemaligen Alpengasthof Steinplatte, der auch damals schon eine Ruine war, erworben. Er baute um und an, Genehmigung gab es dafür allerdings keine. Eine Versteigerung wurde an- und wieder ausgesetzt, weitere Pläne geschmiedet. War zuerst die Rede von einem Clubhotel mit 300 Betten, wurde das Projekt schlussendlich auf 120 Betten abgespeckt. Die Gemeinde bewilligte sogar den Bau eines zweiten Gebäudes. Seitdem aber herrscht bei der „Residenz Steinplatte GmbH“ wieder Stillstand – das zweite Gebäude steht zwar, modert aber ebenfalls vor sich hin. Nach wie vor stehen zwei Kräne auf der Steinplatte, ein Bagger wird vom Rost zerfressen. Der Dachstuhl ist gebrochen, Ziegel fliegen herum – und es passiert nichts.

Statisches Gutachten

„Ich habe im Herbst dann Aufräumarbeiten in Auftrag gegeben, damit wenigstens rund um das Projekt halbwegs Ordnung herrscht“, ist Bgm. Hochfilzer sauer. Außerdem hat die Gemeinde ein statisches Gutachten erstellen lassen. „Die Straße ist nicht gefährdet, wir haben alles absichern lassen. Es kann also nichts passieren“, betont der Dorfchef. Die Gemeinde hatte übrigens auch einen Abbruchbescheid erlassen und wollte so den Besitzer zwingen, die maroden Gebäude abzureißen. Aber auch hier bissen die Waidringer auf Granit. „Der Bescheid wurde nicht vollzogen“, ärgert sich Hochfilzer.

Ganz im Gegenteil: „Wir mussten diesen sogar zurückziehen, was gar nicht so einfach war.“ Der Besitzer tat nämlich nichts dergleichen, die Gemeinde hätte den Abbruch selbst in Auftrag geben müssen und wäre auf den Kosten sitzen geblieben. „Wir reden hier immerhin von bis zu 500.000 Euro“, erklärt Hochfilzer die Beweggründe.

„Es ist jedenfalls ein untragbarer Zustand, so geht es sicher nicht weiter“, ist Hochfilzer sauer. Immerhin haben die Waidringer dem Bauherren den roten Teppich ausgerollt, den dieser offenbar verschmäht. „Eine Bankgarantie ist ja sogar vorhanden“, betont der Dorfchef. Der Geschäftsführer der „Residenz Steinplatte GmbH“ war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. M. Klausner

 
Kontakt
Tel.: +43 (0) 5356 6976
Fax: +43 (0) 5356 6976 22
E-Mail: info@kitzanzeiger.at
Virtuelle Tour
Rundblick - Virtual Reality
Werbung
 
Zurück Suchen Fotos Gemeinde Facebook