17.01.2019
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Hotelprojekte kritisch hinterfragt

Ein ausgesprochen positives Wirtschaftsjahr liegt hinter uns und das bringt auch einen Bauboom mit sich. Viele ausländische Investoren nutzen die Gunst der Stunde und setzen auf Hotelprojekte im Bezirk Kitzbühel. Kritik an derartigen Finanzierungsmodellen kommt von WK-Präsident Christoph Walser und Bezirksobmann Klaus Lackner.

Bezirk  | Eine der größten Herausforderungen war und ist immer noch der Fachkräftemangel – gerade im Tourismus.  „Wo nehmen wir die Arbeitskräfte für die neuen Hotels her?“, stellt sich Lackner die zentrale Frage.  Insgesamt haben weder Lackner noch der neue Präsident Christoph Walser eine besondere Freude mit allerorts geplanten Hotelprojekten, die auf Investorenmodellen fußen.  „Qualität macht sich bezahlt und sollte stets über Quantität stehen. Wir brauchen keine Bettenburgen, dafür haben wir ohnehin keinen Platz.“

Das Land als übergeordnete Institution sollte in diesen Fällen „mit Augenmerk“ auf die Raumordnung in den Gemeinden einwirken, so Lackner, „es ist gleichzeitig auch notwendig, die einzelnen Regionen im Bezirk zu analysieren und daraus die entsprechenden Schlüsse für zusätzliche Beherbergungsbetriebe zu ziehen.“ Walser wird deutlicher: „Wir wollen solche Modelle nicht haben, das ist nicht das, was wir im Tiroler Tourismus brauchen.“  Man müsse auch Ausbaugrenzen im Tourismus andenken dürfen, so Walser. Denn die Nachhaltigkeit bei den entsprechenden Projekten sehen beide nicht gegeben, falls der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt. Daher plädiert Klaus Lackner auch dafür, die heimische Hotellerie zu stärken – etwa durch Förderungen für den Umbau bestehender Häuser. Die heimische Hotellerie sieht Walser gut aufgestellt, der Investitionsstau sei im Bezirk überschaubar, gerade auch im Vergleich zu anderen Regionen Tirols. „Ganzjahresbetriebe haben einen Startvorteil“, hält Walser fest.

Betriebsübergaben erleichtern

Immer wieder fordert die Wirtschaft den Bürokratieabbau. Vor allem die Betriebsübergabe ist ein heikler Punkt – gerade im Tourismus scheitert es immer wieder an den Hürden. Walser mahnt aber auch Realitätssinn von Seiten der Betriebe ein: „Man muss hier auch ehrlich sein, oft sind es Versäumnisse der vergangenen Jahre, welche dann zu Problemen bei der Übernahme führen.“ Unterstützung gewährt die Kammer in jedem Fall. Nicht nur in Tirol, auch im Bezirk Kitzbühel wird der Verkehr ein immer drängenderes Problemfeld.

Kritik an sektoralem Fahrverbot

WK-Bezirksobmann Klaus Lackner fordert bereits seit vielen Jahren die Realisierung der Umfahrung Kitzbühel. Die Antwort darauf  kam im Rahmen der Wirtschaftskammer-Gala von Landeshauptmann Günther Platter persönlich: „Die Grobplanungen und Vorbereitungen für die Umfahrung Kitzbühel laufen. Aber das Projekt ist kein leichtes.“

In Sachen Verkehr hat Lackner jedoch noch einen weiteren Kritikpunkt: Die Erweiterung des sektoralen Fahrverbotes schade besonders der Wirtschaft im Bezirk Kitzbühel. Durch die Zonenregelung ist die Region im Nachteil, die Schiene biete auch keine wirkliche Alternative. „Durch die besondere Lage unseres Bezirks begründet, muss es möglich sein, künftig in die Kernzone aufgenommen zu werden, um weiterhin ungehindert arbeiten zu können.“

Flexibilität ist ein ebenfalls immer wieder geforderter Begriff, der bekanntlich im Herbst seine Umsetzung mit dem „12-Stunden-Tag“ erfahren hat. Die massive Kritik daran kann Präsident Walser nicht nachvollziehen: „Jeder gute Unternehmer weiß, dass seine Mitarbeiter das wichtigtste Kapital sind.“ Man solle Arbeitgeber und -nehmer nicht auseinanderdividieren. „Im Bezirk Kitzbühel ist mir kein einziger negativer Fall bekannt“, unterstreicht auch Klaus Lackner in Hinsicht auf die Diskussion.

Gerade in Hinblick auf den Fachkräftemangel sind gute Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter ein Gebot der Stunde. „Deshalbe strengen sich vor allem die touristischen Betriebe verstärkt an, die Bedingungen attraktiv zu gestalten. Dazu gehören u.a. möglichst familienfreundliche Arbeitszeiten“, sagt Lackner abschließend.
Elisabeth Galehr

Bild: Haben eine klare Ansage in Sachen Hotelprojekte mit Investorenmodell: Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser, Direktorin Evelyn Geiger-Anker und Bezirksobmann Klaus Lackner. Foto: Galehr

 
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