26.11.2019
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Hotel Lebenberg plant Umbau

Nicht größer, aber besser – so soll sich das Hotel Schloss Lebenberg entwickeln. Investitionen von ca. 70 Millionen Euro sollen das Hotel in ein Fünf-Sterne-Deluxe-Hotel verwandeln lassen. Die Finanzierung des Projektes soll teilweise durch den Verkauf von Wohnungen auf dem freien Markt erfolgen.

Kitzbühel | Vier Sterne plus hat das Hotel Schloss Lebenberg derzeit, doch das sollte sich ändern. Die Besitzer, die RH Unternehmensgruppe München mit Robert Hübner sowie Michael Heinritzi (Inhaber von 50 McDonald‘s Filialen und erfolgreichster Lizenznehmer der Fastfood-Kette in Europa), die das Hotel 2016 erworben hat, will das Hotel Schloss Lebenberg aufwerten – in ein 5-Sterne-Deluxe-Hotel umbauen. Damit ein hochwertiges Hotelprodukt geschaffen werden kann, sind zusätzliche Investitionen von ca. 70 Millionen Euro vorgesehen. Die vorgesehenen Um- bzw. Neubaumaßnahmen betreffen alle Bereiche des künftigen Hotels – angefangen bei der Schaffung einer zentralen Hotellobby über eine Erweiterung des Konferenzbereiches bis hin zu einer starken Aufwertung der Hotelzimmer, wobei die Bettenanzahl des Hotel bisher 300 Betten) sich nur unwesentlich ändern wird.
Durch den künftigen hohen Qualitätsstandard wird der Mitarbeiterschlüssel auf einen betriebstypischen Wert von über 1,0 Mitarbeiter je Hotelzimmer angepasst werden.

Finanzierung durch Wohnungsverkauf
Das Investitionsprogramm will man durch den Verkauf von Wohnungen am freien Markt finanzieren. Auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern sollen fünf bis sechs Wohnungen geschaffen werden. Als das Projekt dem Kitzbüheler Gemeinderat vorgestellt wurde, schrillten bei der Opposition die Alarmglocken, denn sie befürchtet, dass so der Schaffung von illegalen Freizeitwohnsitzen die Tür geöffnet wird. „Die Investoren werden sicherstellen, dass alle behördlichen und baurechtlichen Auflagen erfüllt werden. Hierzu gehört auch die Widmung als Hauptwohnsitz“, teilt Anett Hahn, Referentin für Unternehmenskommunikation der RH Unternehmensgruppe dem Kitzbüheler Anzeiger mit. „Ob es zu einer Widmung kommt, ist derzeit noch offen, jedenfalls werden die Projektwerber den Nachweis erbringen müssen, dass keine Freizeitwohnsitze geschaffen werden“, sagt Bürgermeister Klaus Winkler, der sich auch gegen die landesgesetzlich zulässigen Investorenmodelle in Kitzbühel ausspricht.
Beim gewünschten Quadratmeterpreis, der mit den Liegenschaften erzielt werden soll, gibt man sich bei der RH Unternehmensgruppe bedeckt und verweist auf Verhandlungen bzw. laufende, enge Abstimmung mit der Stadt Kitzbühel.

Investorenmodell nicht grundsätzlich schlecht
Grundsätzlich spricht nichts gegen ein Investorenmodell. Zu Hinterfragen und genau zu Betrachten ist dieses erst, wenn in Verbindung mit der Schaffung von Wohnungseigentum und Parifizierung eines Objektes erfolgt, denn dann muss eine klassische Freizeitwohnsitznutzung vermutet werden. Das Tiroler Raumordnungsgesetz gibt hier ganz klar vor: Was ist als Freizeitwohnsitz zu qualifizieren, wann ist eine solche Nutzung legal und wie hat die Behörde eine illegale Nutzung zu ahnden. Jede illegale Nutzung als Freizeitwohnsitz ist von den zuständigen Behörden festzustellen, zu untersagen und entsprechend verwaltungsstrafrechtlich zu verfolgen.

Entscheidung noch nicht gefallen
Bis jetzt wurde das Projekt dem Kitzbüheler Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Sitzung vorgestellt, Entscheidungen wurden noch keine gefällt. „Wenn Entscheidungsreife besteht, wird sich der Gemeinderat damit beschäftigen“, teilt Bürgermeister Klaus Winkler mit.  Im Bereich der Raumordnung spielt die Gemeinde eine wesentliche Rolle, da das Planungsermessen hier ganz klar in ihrer Hand liegt. Das Land Tirol als Aufsichtsbehörde prüft die Planungen und Verfahren der Gemeinde rechtlich und fachlich – liegen entsprechende Versagungsgründe vor, wird keine Genehmigung erteilt. Aber bereits im Vorfeld der Beschlussfassung steht das Land den Gemeinden beratend zur Seite. Elisabeth M. Pöll

In ein Fünf-Sterne-Deluxe-Hotel wollen die Besitzer das Hotel Schloss Lebenberg umbauen. Die Finanzierung des Projektes soll teilweise durch den Verkauf von Wohnungen am freien Markt erfolgen. Foto: Pöll

 
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