28.10.2017
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„Home of Audi“ in Warteschleife

Vorerst kommt es zu keinem Vertragsabschluss zwischen der Stadt Kitzbühel und Kitzbühel Tourismus für eine Automobilpartnerschaft. Mit dem vorgelegten Vertragswerk zeigte sich der Gemeinderat nicht einverstanden. Grundsätzlich spricht man sich aber nicht gegen eine solche Partnerschaft über Kitzbühel Tourismus aus, jedoch sollen die Vertragspunkte überarbeitet werden.

Kitzbühel | Der Vertrag mit Mercedes sorgte schon für etliche Diskussionen in der Stadt und im Rathaus. Nach dem Auslaufen dieser Partnerschaft machte sich Kitzbühel Tourismus auf die Suche nach einem neuen Partner. Mit dem Ingolstädter Automobilhersteller wurde dieser auch gefunden. Über Kitzbühel Tourismus wird auch der Vertrag mit der Stadtgemeinde Kitzbühel unterzeichnet, der die zur Verfügungstellung von öffentlichen Flächen regelt.

Neben den Fahnen an der Ortseinfahrt von Kitzbühel im Bereich Pfarrauparkplatz darf auch drei Mal im Jahr ein Werbebanner in der Innenstadt für je zwei Wochen für eventbezogene Kommunikation angebracht werden. Des weiteren werden 5 x 6 Meter große Flächen beim Rathaus für je zwei Wochen im Sommer und Winter sowie auf einem Parkplatz für zwei Monate im Sommer und Winter für einen Container zur Verfügung gestellt. In der Innenstadt darf der Autohersteller drei Autos für Werbezwecke präsentieren, dies gilt für die Dauer von zwei Wochen und zwei Mal im Jahr. Im Bereich des Sportparks wird an der Außenfläche ein großflächiges Plakat angebracht, zudem gibt es Fahnen am Parkplatz und eine Bewerbung bei der Einfahrt. Dies erfolgt ganzjährig mit der Ausnahme der Tenniswoche. Und auch 20 Parkplätze werden temporär, ausgenommen ist die Kurzparkzone, zur Verfügung gestellt. Dies ist ein Teil des Vertrages.

Kitzbühel wird so zum Messestand

Klare Worte fand Manfred Filzer (Liste UK): „Für mich persönlich finde ich es absolut nicht gut, dass Kitzbühel zum Messestand von Audi wird. Ich glaube Kitzbühel wird schon massiv verkauft und verkauft nun auch seine Identität, wenn bei den Ortseinfahrten anstelle der Gams die Audifahnen hängen. Ich frage jeden einzelnen, ob das wirklich in unserem Sinne ist, dass wir uns so massiv verkaufen.“

Bewertung der Flächen erforderlich

FPÖ-Gemeinderat Alexander Gamper ist der vorliegende Vertrag zu schwammig. Zudem fehlt ihm die Definition des Marktwertes der Flächen und er zählte einige Werbefläche auf, die deutlich höher abgegolten werden. 100.000 Euro für die Stadt und 80.000 Euro für den Sportpark sind für Gamper zu wenig und er übt auch Kritik an Kitzbühel Tourismus, die für eine Werbeaktion am München Flughafen 240.000 Euro für eine Bannerwerbung ausgab. Gamper stellte den Antrag für die Erstellung eines Kriterienkataloges im Stadtrat mit Einbezug der Ausschüsse Tourismus, Stadtentwicklung, Ortsbild und städtische Medien.

Mehr innerstädtischer Verkehr?

SPÖ-Gemeinderätin Margit Luxner störte sich vor allem an den Containern: „Werden die Probe- und Promotionfahrten dann beim Kirchberger Tor gestartet? Wenn ja, holen wir uns zusätzlichen Verkehr in die Stadt!“ Bürgermeister Winkler versicherte hierzu, dass diese außerhalb der Stadt stattfinden werden. Verwunderung gab es beim Vizebürgermeister Walter Zimmermann, denn in der Stadtratssitzung gab es bereits Punkte im Vertrag, die für Bedenken sorgten.

Der Wunsch von Stadträtin Ellen Sieberer, dass Kitzbühel Tourismus im Gemeinderat präsentiert, was sie von dieser Partnerschaft erwarten und erhalten, erhielt Zuspruch von Gamper und Filzer.

Grundsatzfrage und Neubearbeitung

Bürgermeister Klaus Winkler stellte am Ende der Diskussion den Antrag für einen Grundsatzbeschluss, ob sich Kitzbühel für eine solche Partnerschaft über Kitzbühel Tourismus ausspricht. Dieser Antrag wurde mit 13 Ja- und vier Gegenstimmen sowie zwei Enthaltungen angenommen. Mit 18 Ja-Stimmen wurde der Antrag für eine neuerliche Überarbeitung im Stadtrat angenommen.

„Uns läuft nichts davon. Es ist wichtig, dass so eine weitreichende Vereinbarung gut vorbereitet wird. Gründlichkeit geht vor Eile“, kommentierte Josef Burger, AR-Vorsitzender Kitzbühel Tourismus, den Gemeinderatsbeschluss. Elisabeth M. Pöll

 
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