31.05.2017
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Holzwurm wütet im Metzgerhaus

Mit unliebsamen Gästen kämpft derzeit der Kirchdorfer Kulturverein im „Metzgerhaus“. Seit längerem hat sich der Holzwurm eingenistet. Jetzt müssen die Schädlingsbekämpfer anrücken.

Kirchdorf  | Sie sind gerade einmal ein paar Milimeter lang und doch gefürchtet – Holzwürmer. Mit diesen unliebsamen Schädlingen hat derzeit auch der Kulturverein Kirchdorf zu kämpfen. Im „Metzgerhaus“ haben sich die kleinen gefräßigen Nager nämlich bereits seit einiger Zeit eingenistet. „Er wütet“, macht sich Vereinsobfrau Maria Braito da nichts vor.

Das „Metzgerhaus“ im Zentrum der Kaisergemeinde ist nicht nur das örtliche Museum, sondern auch ein beliebtes Veranstaltungszentrum. Bereits vor 30 Jahren hat die Gemeinde das Gebäude vor dem Abriss bewahrt und es unter Denkmalschutz stellen lassen.

Es war dem großen Engagement des damaligen Bataillonsschützenkommandanten Johann Embacher sen. zu verdanken, dass das historische Kleinod heute noch steht, erklärt Maria Braito. Die Gemeinde suchte auf Anregung Embachers das Gespräch mit dem Besitzer und konnte einen Pachtvertrag über 30 Jahre aushandeln. Johann Embacher konnte überdies einen privaten Sponsor gewinnen, der für die Renovierung eine Million Schilling (rd. 75.000 Euro) spendete.

Zahlreiche Ausstellungen

Das „Metzgerhaus“ wurde ursprünglich im frühen 17. Jahrhundert errichtet. Bei einem großen Dorfbrand 1809 wurde der erste Stock ein Raub der Flammen und wurde im selben Jahr wieder aufgebaut. Nach wie vor original ist die Küche mit der typischen bäuerlichen Einrichtung und die Bauernstube. Für die Ausstellungen ist im Erdgeschoss ein Teil des ehemaligen Stalles adaptiert worden. Dort findet sich etwa das Rupert-Wintersteller-Zimmer, eine Votivtafel-Sammlung, eine Balthasar-Waltl-Ausstellung, aber auch noch einiges mehr, das für die Gemeinde Kirchdorf von historischer Wichtigkeit ist.

Schädlinge mit Gas ausrotten

Nicht nur der Holzwurm bedroht derzeit das Gebäude, nach einem Wasserschaden ist auch ein Teil des Firstbalkens angefault. „Ein Gutachter hat sich die Lage jetzt angeschaut“, erklärt Braito. Dem Holzwurm sei nur mittels toxischer Vergasung, also Gift, der Garaus zu machen. „Das ist zwar die teuerste, aber auch die effektivste Methode“, betont Braito.

Bevor allerdings die Schädlingsbekämpfer anrücken können, gibt es noch einige bürokratische Hürden zu nehmen. „Der derzeitige Pachtvertrag läuft im Jahr 2020 aus. Bevor wir an die Sanierung denken, müssen wir daher vorerst mit dem Besitzer des Hauses Gespräche führen, ob er einer Verlängerung des Pachtvertrages zustimmt“, erkärt die Vereinsobfrau, die auf ein positives Ergebnis hofft, zumal sie schon viele Ideen für einige neue Ausstellungen auf Lager hat. Margret Klausner

Bild: Bereits seit 30 Jahren hat die Gemeinde Kirchdorf das in dieser Form 1809 gebaute „Metzgerhaus“ gepachtet. Es wird als Veranstaltungszentrum und Museum genutzt. Foto: Klausner

 
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