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13.12.2018
News  
 

Heute geht‘s uns gut ... und morgen?

Mit dem Stadtentwicklungsprojekt 750, der aktuellen Kaufkraftanalyse der Leader-Region sowie der Flächenbedarfserhebung der Stadtgemeinde für die lokalen Betriebe hat Kitzbühel aktuell drei Instrumente in der Hand, die Zukunft des wirtschaftlichen Geschehens in der Stadt zu beeinflussen. Der zuständige Gemeinderat Ludwig Schlechter zieht Zwischenbilanz.

Kitzbühel  | Derzeit prasseln die Erkenntnisse und Daten rund um das Wirtschaftsgeschehen in der Gamsstadt nur so herein. Was macht man nun damit? – Das ist eine Willens- und Gestaltungsfrage. GR Ludwig Schlechter bekräftigt, dass Kitzbühel auf Spitzen-Niveau startet: „Kitzbühel hat eine sehr hohe Kaufkraft. Eigentlich geht‘s uns gut.“ Das sei aber noch lange kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, appelliert der Wirtschaftsreferent. „Wenn es nicht so gut geht, wäre die Ideenvielfalt vielleicht höher“, merkt er mit einem gewissen Augenzwinkern an. Aber gerade wirtschaftlich starke Zeiten sollten dafür genutzt werden, die Weichen für die Zukunft zu stellen, ist sich Schlechter sicher. Das fängt bei den einzelnen Betrieben an: „Es gilt jetzt, Vorsorge zu treffen, sich Fragen zu stellen: Wo will ich hin? Was brauche ich dazu? Wie kann die Stadtgemeinde hier unterstützen?“

Der Zukunftsgedanke hört übrigens nicht bei der realen Erweiterung des jeweiligen Betriebes auf. Auch der oft gehörte und dennoch nur zögerlich umgesetzte Ruf nach Digitalisierung für KMU‘s sollte nicht ungehört bleiben. Schlechter geht es um‘s „Wachrütteln: Was ist in fünf bis zehn Jahren?“ Natürlich sollte sich auch die Stadtgemeinde diese Frage stellen. Mit reger Bürgerbeteiligung tat sie das auch im Rahmen des Stadtentwicklungsprozesses 750. „Jeder Ausschuss ist gefragt, seine Punkte in Angriff zu nehmen“, unterstreicht Schlechter.

Das „Kitzbühel-Ich“ zu stärken ist einer der wesentlichen Punkte. Entwicklungspotenzial sieht Ludwig Schlechter etwa beim Branchenmix in der Stadtgemeinde: „Hier soll die Stadtentwicklung planend eingreifen: Welche Branche können wir uns in Kitzbühel vorstellen, wo gibt es Platz dafür?“ Denn während der Handel in der Stadt sehr stark ist beim Abschöpfen der touristischen Kaufkraft, sieht der Kitzbüheler Wirtschaftsreferent noch starkes Verbesserungspotenzial beim Angebot für die Einheimischen. „Der Bereich Waren für den kurzfristigen Bedarf (Lebensmittel) ist bei uns fast zu 100 Prozent abgedeckt. Bei Waren im mittel- und langfristigen Sektor fehlt es aber – die Kitzbüheler wandern ab und zwar hauptsächlich nach St. Johann.“ Je mehr diese Lücken aus eigener Kraft heraus – mit heimischen Anbietern – geschlossen werden können, desto besser.  „Initiativen wie die Meistergilde Kitzbühel oder auch Herzregion gefallen mir daher sehr gut. Sie helfen, den Kaufkraftabfluss zu verringern.“

Rückmeldungen unter den Erwartungen
Vor Kurzem startete die Stadtgemeinde eine Initiative, um den Flächenbedarf der Kitzbüheler Betriebe für allfällige Erweiterungen zu erheben. Wie berichtet wurde dazu ein Fragebogen ausgegeben, zudem stand Schlechter im Rahmen von Sprechtagen für die Unternehmer bereit. Die Rückmeldungen blieben hinter den Erwartungen zurück. Das Feed-back, das in diesem Rahmen eingegangen ist, brachte jedoch schon wertvolle Erkenntnisse darüber, „wo der Schuh drückt.“ Um jedem die Möglichkeit zu geben, seine Wünsche zu deponieren, werden noch zwei weitere Sprechtage im Jänner abgehalten. Die Termine werden noch bekannt gegeben.

Eigene Gesellschaft zur Zielumsetzung gefordert
Ist dieser Prozess abgeschlossen, will der Kitzbüheler Wirtschaftsreferent eine Zusammenschau aller Daten und Ergebnisse halten.
Eine Vision hat Ludwig Schlechter aber bereits jetzt: „Die Vision, um alle Ziele im Stadtentwicklungsplan zu erreichen, wird es nur auf einem Weg geben: über eine eigene Gesellschaft, die die Dinge umsetzt.“ Kommunen wie Kufstein hätten es vorgemacht: „Wenn ich etwas gestalten will, muss es eine Kooperation zwischen Stadt und Tourismus geben.“
Das könne auch in Form einer Genossenschaft sein: „Dann sind alle drei Säulen vertreten – Handel, Gewerbe und Tourismus“, so Schlechter abschließend. Elisabeth Galehr

Foto: Pöll

 
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