31.12.2017
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Herausforderungen in der Politik

Landesrätin Beate Palfrader im Interview mit dem Kitzbüheler Anzeiger über ihr Politik-Verständnis und kommende Ziele ihrer Arbeit.

Frau Landesrätin, eine persönliche Frage vorneweg: Was motiviert Sie in Ihrer täglichen politischen Arbeit?
Nichts ist motivierender als die Aussicht, etwas Positives zum Gemeinwohl beitragen zu können. Etwa indem wir im Land und im Bezirk die Bildungschancen verbessern. Oder wenn wir Kinderbetreuungseinrichtungen schaffen, durch die sich Familie und Beruf besser vereinbaren lassen. In meiner Tätigkeit als Obfrau des AAB Tirol geht es ebenfalls um diesen Mehrwert für die Bevölkerung und letztlich um die Entlastung unserer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Orten Sie noch viel Verbesserungsbedarf?
Wir haben das Glück, in einem der lebenswertesten Ländern der Welt zu Hause zu sein. Unser hoher Standard ist dem Fleiß und Zusammenhalt der Menschen in diesem Land geschuldet, aber auch der Tatkraft und der Weitsicht früherer Generationen. Als politische Entscheidungsträgerin will ich diese Qualität nicht nur verwalten. Meine Aufgabe ist es, sie für die Zukunft zu sichern und all jenen Tirolerinnen und Tirolern zugänglich zu machen, die noch nicht daran teilhaben können.

Wie wollen Sie das schaffen?
Unter anderem durch eine entschlossene Bildungspolitik. Wir gelten in Tirol mit unserem Bildungsmodell heute als vorbildhaft für Österreich. Auch in unserem Bezirk haben wir entscheidende Leuchtturmprojekte realisiert. Darunter die Einrichtung eines Informatik-Schwerpunktes an der HAK Kitzbühel, die als IT-Kompetenzzentrum ins ganze Unterland ausstrahlt. Und natürlich der Bau der Gesundheits- und Krankenpflegeschule St. Johann, der Anfang 2018 begonnen wird. Auch im Bereich der Erwachsenenbildung und im öffentlichen Bibliothekswesen haben wir investiert. Für unsere älteren Generationen wurden auf Bezirksebene sechs neue Computerias als Begegnungs- und Lernorte eröffnet.

Sie haben als Landesrätin den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen entschlossen vorangetrieben. Lassen sich Familie und Beruf in Tirol heute besser unter einen Hut bringen als noch vor zehn Jahren?
Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern und Großmutter. Die Doppelbelastung vieler Frauen ist mir sehr vertraut. Umso erfreulicher ist es, dass uns im Bezirk Kitzbühel große Fortschritte zugunsten der Familien gelungen sind. In den letzten Jahren hat das Land Tirol 20 Millionen Euro in neue Infrastruktur zur Kinderbetreuung investiert. 33 neue Gruppen für Kinderbetreuung und 133 neue Arbeitsplätze für BetreuerInnen haben wir geschaffen. Rund ein Drittel mehr an Kindern besucht heute eine Kinderbetreuungseinrichtung als noch 2008. Gleichzeitig ist die Frauen-Erwerbsquote im Bezirk um 8,75 Prozent angestiegen. Wir sind auf einem guten Weg. Aber es braucht weitere Maßnahmen.

In Ferienzeiten stellt die Kinderbetreuung für viele Familien noch immer eine große Herausforderung dar.
Das stimmt. Und genau hier wollen wir als Land Tirol in den kommenden Jahren ansetzen. Ich sage es ganz deutlich – ich strebe eine flächendeckende Ferienbetreuung an. Was mir darüber hinaus am Herzen liegt: Unsere Fachkräfte in den Kindergärten, Horten und Kinderkrippen brauchen eine angemessene Anerkennung und Wertschätzung für ihre Arbeit. Ich werde weiter dafür arbeiten, dass diese Berufe eine gesellschaftliche Aufwertung erfahren.

Sie führen die Bezirksliste der Volkspartei als Spitzenkandidatin bei der kommenden Landtagswahl an. Was möchten Sie nach dem 25. Februar politisch umsetzen?
Meine Aufgabe als Bezirksmandatarin sehe ich darin, unsere regionalen Interessen aktiv zu vertreten. Der Bezirk Kitzbühel braucht weiterhin eine Landesrätin als starke und unüberhörbare Stimme. Darüber hinaus werde ich für die Zukunft unserer Kinder und Familien arbeiten. Aber auch für die Gegenwart unserer Senioren – sie verdienen es, in Sicherheit ein aktives und vielfältiges Leben nach der Erwerbstätigkeit genießen zu können.
Elisabeth M. Pöll, Foto: Tanja Cammerlander

 
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