18.02.2018
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Hebel der Raumordnung nutzen

Für ihre Wahlkampftour im Bezirk Kitzbühel haben sich die Grünen das wohlbekannte Thema „leistbares Wohnen“ ausgesucht. Eine Möglichkeit, dem Ausverkauf der Heimat entgegenzusteuern, sehen sie in der Raumordnung.

Kitzbühel | Nach den „Umweltfightern“ rollt nun die zweite Plakatwelle der Grünen an. „Nächster Halt: Leistbares Wohnen“ ist in großen Lettern dort zu lesen. Leistbares Wohnen – ein Begriff, der den Bürgern bei jeder Wahl wie Honig auf`s Brot geschmiert wird. Doch wie wollen die Grünen nun für ein leistbares Heim sorgen? „Die Raumordnung ist der größte Hebel, den das Land nutzen kann. Die Bürgermeister sind oft überfordert bzw. irgendwie verhadert“, sagt der Grüne Klubobmann Gebi Mair (Platz zwei Landesliste) und fordert, dass die Raumordnung auf Bezirks- oder Landesebene abgehandelt wird.

„Raumordnung wird zu leichtfertig gemacht“

Die St. Johanner Gemeinderätin und Spitzenkandidatin im Bezirk, Maria Strele, erklärt die Problematik am Beispiel ihrer Heimatgemeinde: „Es werden zwar viele Wohnungen gebaut, die wenigsten davon sind aber für den Normalverdiener leistbar.“ Aus ihrer Sicht wird mit der Raumordnung in den Gemeindestuben viel zu leichtfertig umgegangen. „Das Raumordnungskonzept wird ständig geändert, obwohl eigentlich eine Änderung nur bei öffentlichem Interesse vorgesehen wäre.“

„Geförderter Wohnbau muss Vorrang haben“

Laut den Grünen gelte es den Bodenverbrauch in Tirol dringend einzudämmen. „Widmungen müssen so gemacht werden, dass geförderter Wohnbau Vorrang hat“, so Mair. Im Bezirk Kitzbühel seien manche Gemeinden hier bereits auf einem guten Weg. So loben die Grünen die 5-Euro-Wohnungen, die gerade in Kitzbühel entstehen. „Solcher Wohnbau ist überall möglich“, betont Mair. Um die Mietpreise im Auge zu behalten, fordern die Grünen mehr Transparenz ein. Immobilienspekulanten wollen sie mittels Gesetzen einbremsen: „Es braucht ein Spekulationsverbot, welches verhindert, dass ursprünglich wohnbaugeförderte Wohnungen am freien Markt zu Höchstpreisen verkauft werden dürfen.“

Eine Abgabe für Freizeitwohnsitze

Besonders im Bezirk Kitzbühel sorgen die (versteckten) Freizeitwohnsitze für Unmut. „Dieses Problem konnte bislang noch kein Bundesland zufriedenstellend lösen. Da es viele Regionen mit dem gleichen Problem gibt, müssen wir uns vernetzen und mit Experten Lösungen erarbeiten“, veranschaulicht Mair. Als finanzielle Entschädigung könnten sich die Grünen eine Abgabe für Freizeitwohnsitze vorstellen. „Das löst das Problem jedoch nicht, wer Millionen für eine Villa in Kitzbühel ausgeben kann, dem tut eine Abgabe nicht weh“, merkt der Klubobmann an.

Ob die Grünen nun ihren nächsten Halt erneut in der Landesregierung einlegen können, ist nach dem Debakel bei der Nationalratswahl eine spannende Frage. „Die Rückmeldungen auf unseren Wahlkampf sind sehr positiv. In Tirol schaut es anders aus als auf Bundesebene“, ist sich Mair sicher. Als Spitzenkandidatin steigt erneut die derzeitige LH-Stellvertreterin Ingrid Felipe für die Grünen in den Ring. Auf der Bezirksliste hinter Maria Strele befindet sich Matthias Schroll, der sich vor allem für eine bessere öffentliche Verkehrsanbindung einsetzen möchte.

Die Grünen aus dem Bezirk Kitzbühel werden im Landtag direkt aber wohl keine Rolle spielen – sie sind auf der Landesliste weit hinten gereiht. 
Johanna Monitzer

Bild: Die Grünen auf Tour im Bezirk: Georg Hechl, Maria Strele, Matthias Schroll und Klubobmannn Gebi Mair (v.li.) widmen sich beim Wahlkampf in Kitzbühel besonders dem Thema „leistbares Wohnen“. Foto: Monitzer

 
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