10.06.2016
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Harter Kampf um jeden Cent

Mit einem Milchpreis von 27.03 Cent pro Liter ist die Preissituation für die Bauernfamilien existenzbedrohend. Am Weltmilchtag machten daher die Landwirte auf ihre Situation aufmerksam.

Bezirk | Am Weltmilchtag, 1. Juni, gingen die Bäuerinnen und Bauern des Bezirkes in die Offensive und machten mit einer Verteilaktion vor den Supermärkten auf die Situation der Milchbauern aufmerksam. „Wir wollen im Gespräch die Leute bewusst auf unsere Situation aufmerksam machen. Die Milch ist ein hochwertiges Produkt und der Bauer bekommt gerade mal 27,03 Cent pro Liter“, erklärt LK-Vizepräsident und Bezirksbäuerin Helga Brunschmid. Sie spricht sich klar für eine regionale Vermarktung aus: „Es kann doch nicht sein, das unsere Milch ins Ausland verschleudert und dafür minderwertige eingekauft wird“, kritisiert Brunschmid.

Ebenso sind ihr die Schleuder- und Rabattaktionen des Handels ein Dorn im Auge, denn die Milch ist nunmal ein Grundnahrungsmittel und sollte von dieser Preispolitik verschont bleiben. Regionale Produkte zu kaufen, heißt nicht nur die heimischen Bauern zu unterstützen, sondern sichert auch die Almenwirtschaft. „Eine Bewirtschaftung der Berggebiete ohne Milchkühe ist nicht möglich, denn dafür fehlt es an Jungtieren“, erklärt Brunschmid.

Die Bezirksbäuerin zählt aber auch die guten Ansätze auf: Argramarketing und auch die Zusammenarbeit mit Großküchen und Hotels stehen für die Tiroler Produkte ein.

Folgen auch für die gesamte Wirtschaft

Der geringe Milchpreis und das mögliche „Bauernsterben“ haben aber nicht nur für die Landwirtschaft verheerende Folgen, sondern wird in Folge auch andere Wirtschaftszweige betreffen. „Die Lage ist dramatisch. Im Gegensatz zu den Bauern in Frankreich blockieren wir aber nicht die Straßen, sondern versuchen, mit positiven Mitteln auf die Situation aufmerksam zu machen. Nicht nur der Milchpreis ist im Keller, auch der Preis für Fleisch und Holz ist am Boden“, erzählt Bezirksbauernobmann LAbg. Josef Edenhauser. „Die Investitionsbereitschaft der Bauern geht zurück, das trifft auch weitere Wirtschaftszweige“, so Edenhauser.

Von den 1.550 bäuerlichen Betrieben im Bezirk Kitzbühel sind 1.200 auf Milchwirtschaft ausgerichtet. Der Bestand an Kühen ist im Bezirk mit 12.000 Stück gleich wie vor 20 Jahren. 9.000 davon bevölkern im Sommer die Almen.

Unterschriftenaktion

Gemeinsam wollen die LK-Tirol, der Tiroler Bauernbund, die Bäuerinnenorganisation und die Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend auf das ernste Anliegen aufmerksam machen und die Tiroler Bevölkerung zur aktiven Unterstützung einladen. Die gesammelten Unterschriften werden dann an den Bundespräsidenten übergeben, um das Anliegen der Tiroler Bauernfamilien und der regionalen Lebensmittelerzeugung zu einem Anliegen für ganz Österreich zu machen.

Ab sofort kann jeder unter www.tirolerbauern.at online unterschreiben. Hier gibt es auch Unterschriftenlisten zum Ausdrucken sowie weitere Infos zu den Forderungen. Elisabeth M. Pöll

Bild: Bezirksbauernobmann LAbg. Josef Edenhauser (rechts) und Bezirksbäuerin und LK-Vizepräsidentin ÖR Helga Brunschmid mit ihren Bauern bei der Verteilaktion in Kitzbühel. Mit den KonsumentInnen ins Gespräch zu kommen, ist oberstes Ziel.

 
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