24.02.2019
News  
 

Hani möchte zurück nach Kirchdorf

Nach mehreren Stationen landete Hani Almustafa 2015 in Kirchdorf. Sein größter Wunsch: Zurück zu dürfen, denn in Kirchdorf hat er sich ein soziales Leben aufgebaut.

Kirchdorf | Seit über drei Jahren wartet Hani Almustafa auf eine endgültige Entscheidung des Staates Österreich, ob er im Land bleiben darf oder nicht. Der Iraker floh 2015 mit dem Boot und zu Fuß nach Europa. Er landete zunächst in Graz, wo er registriert wurde. Von Graz wurde er zunächst für drei Monate nach Wien überstellt, dann ging es weiter nach Klagenfurt, dann nach Salzburg bis er schließlich kurz vor Weihnachten in die ehemalige Schule im Kirchdorfer Ortsteil Gasteig verlegt wurde.

In Kirchdorf hatten sich so wie vielerorts Freiwillige zusammengefunden, um zu helfen und zu unterstützen. Es wurde Deutsch gelernt und den Männern die Integration ins Dorfleben erleichtert (der Kitzbüheler Anzeiger berichtete). Zwischen der Familie Rabl und Hani Almustafa entwickelte sich in den letzten Jahren eine Freundschaft. „Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe, wie schlecht es ihm nun geht. Hani ist ein sehr fleißiger und liebenswürdiger Mensch“, erzählt Martina Rabl. Der Asylwerber wurde vor gut drei Monaten nach Wörgl übersiedelt. Mit fünf anderen Männern teilt er sich dort ein Zimmer. „Wir haben alles versucht, eine Unterkunft in der Region zu finden – leider bislang erfolglos“, so Walter Rabl.

In dem Selbstversorger Heim in Wörgl fehlt Hani der Anschluss. Auch Deutschkurs gibt es für ihn keinen mehr. „Ich habe jetzt A2-Level und darüber hinaus gibt es nichts“, erzählt Hani im gebrochenem Deutsch, das noch sehr ausbaufähig wäre.  Er lebt mit vier Afgahnen, mit denen er sich überhaupt nicht unterhalten kann, und einem Iraker auf engstem Raum. Die sechs alleinstehenden Männer teilen sich mit sechs weiteren Familien eine Küche. Ehrenamtliche Arbeit gibt es für Hani in Wörgl nicht.  „In Kirchdorf konnte er für die Gemeinde arbeiten, hat sich im Alpenverein engagiert und stets ehrenamtlich mitgeholfen, wo Not am Manne war. Das Nichts-tun zermürbt ihn“, veranschaulicht Rabl. Jeden Samstag fährt Hani nach wie vor mit dem Zug nach St. Johann, um zumindest weiterhin bei der Tafel des Roten Kreuzes mitzuhelfen.

Hani will, aber darf (noch) nicht arbeiten

Martina Rabl hätte für Hani schon diverse Arbeitsstellen gefunden. „Auf zwei Skihütten hätten sie ihn dringend gebraucht, als Hausmeister oder als Maler hätte er auch schon anfangen können – aber ohne positiven Asylbescheid ist das rechtlich nicht möglich.“

Hani ist gelernter Maler, wie er dem Kitzbüheler Anzeiger erzählt: „Aber es ist mir egal, welche Arbeit. Hauptsache Arbeit, eine eigene Wohnung und ein Leben haben.“ Warum er den Irak verlassen hat, dazu will sich Hani in den Medien nicht äußern. „Ich kann nicht zurück in den Irak gehen, wenn ich nicht hier bleiben darf muss ich in ein anderes Land. Vielleicht versuche ich es in der Türkei“, erklärt er.

Erster Asylbescheid war negativ

Hani hat bereits einen negativen Asylbescheid bekommen, nun ist er im Berufungsverfahren. Dass Hani bis zu einem rechtskräftigen Entscheid in Kirchdorf oder St. Johann wohnen könnte, wäre sein größter Wunsch. Die Tiroler Sozialen Dienste, die für die Unterbringung der Flüchtlinge in Tirol zuständig sind, zahlen 150 Euro an Miete. Hani selbst würde 30 Euro von seinen 252,50 Euro, die er als Asylwerber der Grundversorgung für Essen, Kleidung, Hygieneartikel etc. vom Staat monatlich erhält, beisteuern. „Vielleicht findet sich jemand, der Hani eine Chance gibt. Er würde auch mithelfen, wo immer es geht. Wir legen für ihn die Hand ins Feuer“, so Familie Rabl. Als Vermittler und Ansprechpartner fungiert die Familie Rabl (Tel.: 0664 1531751). Johanna Monitzer, Foto: Privat

 
Kontakt
Tel.: +43 (0) 5356 6976
Fax: +43 (0) 5356 6976 22
E-Mail: info@kitzanzeiger.at
Virtuelle Tour
Rundblick - Virtual Reality
Werbung
 
Zurück Suchen Events Gemeinde Archiv