28.12.2016
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Günstig Wohnen in Kitzbühel

Die Wohnbauoffensive der Stadt Kitzbühel wird weiterverfolgt. Mit dem neuen Projekt in Einfang wird ein richtungsweisender Schritt gesetzt: Es werden 32 Wohnungen mit einem Quadratmeter-Mietpreis von fünf Euro brutto geschaffen. Ein derartiges Angebot gibt es bis dato nur in Schwaz.

Kitzbühel | Die Gamsstadt ist bekannt für hohe Miet- und Grundstückspreise. „Die Stadt Kitzbühel setzt sich schon seit Jahren für leistbaren Wohnraum ein, mit dem neuen Projekt im Siedlungsgebiet Einfang wird aber ein richtungsweisender Schritt gesetzt“, wie Bürgermeister Klaus Winkler bei der Projektvorstellung erklärte. Gemeinsam mit dem Land Tirol und der WE (Wohnungseigentum - Tiroler gemeinnütziger Wohnbaugesellschaft m.b.H.) werden 32 Wohnungen mit einem Mietpreis von fünf Euro pro Quadratmeter geschaffen. Möglich ist dieser geringe Mietzins aber nur, weil zum einen die Stadt ein günstiges Grundstück zur Verfügung stellt - der Baurechtsvertrag sieht einen symbolischen Wert von einem Euro im Jahr vor - und zum anderen, weil das Land die Errichtung mit 200 Euro zusätzlichen Wohnbauförderungsgeldern pro Quadratmeter fördert. Auf den Preis wirken sich aber auch der Verzicht auf den Tiefbau (Keller und Tiefgarage) aus.

Kitzbühel als Vorbild für Tiroler Gemeinden

Leistbares Wohnen gehört in Tirol zu den Top-3 Themen, wie der zuständige Landesrat Johannes Tratter aus den halbjährlich durchgeführten Umfragen weiß, deshalb hat das Kitzbüheler Projekt für ihn eine sehr wichtige und auch vorbildhafte Wirkung für andere Gemeinden und auch für das Land Tirol. „Es war ein Wunsch der Landesregierung, die 5 Euro Wohnungen möglich zu machen. Deshalb musste an vielen Schrauben gedreht werden, um dies auch zu realisieren. Betonen möchte ich aber auch, dass technische Vorschriften wie zum Beispiel die Barrierefreiheit trotzdem eingehalten werden“, erklärt Tratter.  

Grundstückkosten sind Preistreiber

Im sozialen Wohnbau sind vor allem die Grundstückkosten ein Preistreiber, das weiß WE-Geschäftsführer Walter Soier. „Mit einem Baurechtszins von einem Euro im Jahr auf eine Dauer von 65 Jahren kann günstiger Wohnraum geschaffen werden“, erklärt Soier. Wichtige Voraussetzungen für die Projekte der WE sind neben kostengünstigen Grundstücken eine gute Verkehrsanbindung, eine ortsverträgliche Baudichte, ein kompakter Baukörper, der Verzicht auf Tiefgarage und Untergeschoß, eine wartungsarme Haustechnik und der Einsatz von kostengünstigen Materialien.

Im Siedlungsbereich Einfang ist ein kompakter Baukörper mit umschließender Begrünung sowie einem Spielplatz und einem Fahrradraum geplant. Entstehen werden hier 32 Wohnungen, wobei die Aufteilung in 18 Einheiten mit 2-Zimmerwohnungen à 65 Quadratmeter, sechs Einheiten mit 3-Zimmerwohnungen à 78 Quadratmeter und acht Einheiten mit 3-Zimmerwohnungen à 85 Quadratmeter erfolgt. Die Abstellräume für die einzelnen Wohnungen sind im jeweiligen Geschoß vorgesehen. Zudem werden 38 Pkw-Stellflächen geschaffen. Der errechnete Mietzins beläuft sich von 325 Euro (65 Quadratmeter) bis zu 425 Euro (85 Quadratmeter), wobei die Betriebskosten, Heizkosten, Instandhaltung, Verwaltungskosten, Pkw-Abstellplatz und Mehrwertsteuer inkludiert sind.

Die Baukosten für das Projekt beziffert Walter Soier mit 4,5 Millionen Euro. Die Bauzeit wird bis zu 13 Monate betragen, mit einem Beginn zur Jahresmitte könnten diese Wohnungen bereits Ende 2018 bezugsfertig sein.

Wohnraum für junge Familien

Ausgearbeitet wurde dieses Projekt von Kitzbühels Sozialreferentin Hedi Haidegger, Stadtbaumeister Stefan Hasenauer und WE-Geschäftsführer Walter Soier. „Der symbolische Baurechtszins von einem Euro ist ein klares Bekenntnis der Stadt Kitzbühel für die Schaffung von leistbarem Wohnraum. Wir brauchen auch Wohnungen für junge Paare und alleinerziehende Mütter“, erklärte Hedi Haidegger in der Gemeinderatssitzung am Montag.


Grundsätzlich steht der gesamte Kitzbüheler Gemeinderat positiv zu diesem Projekt, jedoch sieht FPÖ-Gemeinderat  Bernhard Schwendter ein Verbesserungspotential im Bereich der Zufahrt zur Siedlung Einfang und UK-Gemeinderat Thomas Nothegger regte an, die Verhandlungen mit dem benachtbarten Grundbesitzer voranzutreiben, um neben der Zufahrt auch die Parkplatzsituation für den Fußballplatz zu lösen.

Der Baurechtsvertrag sowie der Erstbeschluss für das Projekt 5-Euro-Wohnungen wurde einstimmig gefasst. Zu Jahresbeginn 2017 kann der Zweitbeschluss gefasst werden und vier Monate später könnte bereits der Spatenstich erfolgen. Elisabeth M. Pöll

Bild: Bürgermeister Klaus Winkler, Landesrat Johannes Tratter und WE-Geschäftsführer Walter Soier präsentierten das neue Wohnprojekt in Einfang. Foto: Pöll

 
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