16.10.2020
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„Gründer sind ungebrochen innovativ“

Florian Huber übernahm mit Jahreswechsel die Führung der Jungen Wirtschaft im Bezirk Kitzbühel.  Der Gründergeist ist in der Region ungebrochen – trotz oder gerade auch wegen Corona.

Bezirk, Kitzbühel  | Im ersten Halbjahr 2020 wurden im Bezirk Kitzbühel stolze 211 Neugründungen verzeichnet. „Da sieht man schon, dass trotz Corona motivierte Gründer am Werk sind“, kommentiert der JW-Bezirksobmann. Noch ein weiterer Trend freut ihn: die allermeisten Neugründungen (rund 38 Prozent) erfolgten österreichweit im Bereich Gewerbe und Handwerk. „Vielleicht ist das ein Zeichen dafür, dass Handwerk durch die Pandemie wieder mehr Wertschätzung erhält“, ergänzt Huber. Diese Wertschätzung ist übrigens auch wichtig, um entsprechende Fachkräfte für die Betriebe zu erhalten.  

30 Prozent der neuen österreichischen Unternehmen am Markt sind Handelsbetriebe. Weitere 19 Prozent entfallen auf die Sparte Information und Consulting. „Großteils sind unsere Gründer gut vorbereitet“, attestiert der Junge-Wirtschaft-Obmann im Bezirk. Gleichzeitig verweist er auf die vielen Beratungsangebote. Neben dem Gründerservice der Wirtschaftskammer steht beispielsweise in Kitzbühel ein Innovationsnetzwerk zur Verfügung. Auch die Junge Wirtschaft Tirol versteht sich als Vernetzungsplattform für ihre Mitglieder.

Ein weiterer Trend lässt sich übrigens feststellen: „Durch Corona hat es einen deutlichen Digitalisierungsschub gegeben. Die Gründer sind ungebrochen innovativ und motiviert. Sie passen sich an, entwickeln Lösungen für den Onlinebereich, wo vielleicht zuvor nicht so ein Bewusstsein da war. Aber die Jungunternehmer haben diese Chance für sich genutzt.“

Bürokratische Hürden abbauen
So motiviert die Neugründer sind, es gilt noch viele Hürden abzubauen, wie die JW fordert. Zu den Anliegen gehört unter anderem das „leistbare Büro“, wie Huber aufzeigt: „Für Einzelunternehmer, die das Büro zuhause haben, fordern wir eine steuerliche Begünstigung.“ Nicht jeder Neugründer könne sich gleich eine Büroimmobilie leisten, so Huber.

Die Junge Wirtschaft fordert zudem immer wieder eine Lockerung der bürokratischen Hürden, Stichwort überbordende Informationspflicht: „Es sollte reichen, dass man sich nur einmal elektronisch anmeldet.“

Ein besonderes Anliegen ist Huber auch eine solide Finanzausbildung der Jugend. „Wir wünschen uns, dass Wirtschafts- und Finanzunterricht in der Schule verankert wird. Das ist extrem wichtig für den weiteren Lebensweg – ob man eine Lehre macht oder studiert. Das ist praktisches Wissen, das jeder braucht.“

Die „Einstiegshürde“ in Firmen solle darüber gesenkt werden: „Private Beteiligungen an Neugründungen oder KMUs sollen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro als Freibetrag über fünf Jahre absetzbar sein.“

Das Netzwerk der Neugründer untereinander soll noch weiter gestärkt werden, wie Huber veranschaulicht. So ist unter anderem eine Datenbank in Ausarbeitung, wo Produkte und Dienstleister in der jeweiligen Region ersichtlich sind, um die örtliche Wertschöpfung zu steigern. Allen Gründern empfiehlt Huber, die vielfältigen Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen.
Elisabeth Galehr

Bild: Florian Huber übernahm mit Jahreswechsel die Führung der Jungen Wirtschaft im Bezirk Kitzbühel und ist JW-Landesvorstandsmitglied. Foto: Malyshev

 
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