16.06.2020
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Gewerbeflächen gesichert

Der Kitzbüheler Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Montag den Ankauf von insgesamt 27.170 Quadratmetern Grund in Gundhabing für 4,15 Millionen Euro. 12.000 Quadratmeter davon werden als Gewerbegrund genützt, weitere 2.000 Quadratmeter stehen dem sozialen Wohnbau zur Verfügung.

Kitzbühel | Als einen Meilenstein für die Wirtschaft bezeichnete Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler das Vorhaben der Stadt, Flächen für Gewerbe und sozialen Wohnbau im Weiler Gundhabing anzukaufen. „Dem Kaufvertrag gingen längere Verhandlungen voraus, denn es handelt sich hier um eine besondere Liegenschaft. Auf der einen Seite geht die TAL-Pipeline durch, für die spezielle Vorkehrungen zu treffen waren. Mit diesem Kaufvertrag konnte aber wirklich ein Meilenstein in der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt gesetzt werden“, sagt Winkler.
Fast 12.000 Quadratmeter Gewerbeflächen können nun gegenüber der Reitherkreuzung (von Kitzbühel kommend linksseitig – angrenzend an die Straße zum Bockberg) bereitgestellt werden. Zudem können rechtsseitig von der Straße  2.000 Quadratmeter für den Wohnbau genutzt werden. „Wir können somit leistbare Gewerbegründe schaffen und auch sozialen Wohnbau ermöglichen“, sagt Winkler.

TAL-Pipeline schränkt Bebauung ein
Die TAL-Leitungen brauchen besonderen Schutz und daher gibt es für die Bebauung der Flächen Auflagen. Im Gewerbegebiet ist ein Abstand von fünf Metern auf jeder Seite zur Leitung einzuhalten, bei Wohnbebauung sind es jeweils zehn Meter. Seitens der TAL wurden zwei Gutachten erstellt, die genau festhalten, wie eine Bebauung möglich ist. „Die untere Parzelle ist durch die Pipeline wertlos“, merkte Bernhard Schwendter (FPÖ) an. Diesem Einwand entgegnete Winkler, dass dieses Grundstück zwar nicht bebaut, aber genutzt werden kann.
UK-Gemeinderat Manfred Filzer erinnerte den Gemeinderat an die Protestbewegung der Bevölkerung im Jahr 2010, die sich gegen die Errichtung des Lagerhauses aussprach. „Man muss auch jetzt mit so etwas rechnen“, sagte Filzer und auch SPÖ-Gemeinderätin Margit Luxner sieht es ähnlich: „Es ist gut vorstellbar, dass es auch jetzt wieder zu Protesten kommt. Daher wäre eine sorgfältige Auswahl der anzusiedelnden Betriebe wichtig.“ Dazu hat sich bereits auch die Meistergilde Gedanken gemacht, wie Florian Huber (ÖVP) informierte.
Erfreut über den Ankauf von Gewerbeflächen zeigte sich Ludwig Schlechter (ÖVP): „Wir haben viel im sozialen Bereich und für die Schulen sowie Straßen investiert. Für die Wirtschaft ist in den letzten Jahren nicht viel passiert“, sagt Schlechter, der auch zu bedenken gab, dass die Kommunalsteuer eine wichtige Einnahmequelle für die Stadtgemeinde ist.
Der Ankauf wurde mit vier Enthaltungen und 14 Ja-Stimmen beschlossen.

Bitterer Beigeschmack
Der Verkäufer des Areals in Gundhabing suchte um eine Umwidmung von 1.978 Quadratmetern von Freiland in Wohngebiet an. Für FPÖ-Gemeinderat Schwendter war das Ausmaß zu groß und er regte an, eine übliche Bauplatzgröße umzuwidmen. Ihm entgegnete Anna Werlberger (ÖVP), dass dies als Gegenleistung für das Gewerbegebiet zu sehen sei. Manfred Filzer stellte in den Raum, dass die Liegenschaft nicht vom Widmungswerber selbst genutzt werden soll, sondern wahrscheinlich dem Verkauf diene.
Der Kitzbüheler Gemeinderat stimmte mit fünf Gegen- und zwölf Ja-Stimmen sowie einer Enthaltung für die Umwidmung. Elisabeth M. Pöll

Foto: Für 4,15 Millionen Euro kaufte die Stadtgemeinde das Grundstück in Gundhabing für Gewerbeflächen an. Foto: Pöll

 
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