24.11.2018
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Gerüst für das Leitbild steht

Kitzbühel hat seinen „Masterplan“. Der Prozess des Stadtentwicklungsplanes ist abgeschlossen und geht nun in die Umsetzung. Bei der Gemeindeversammlung am 26. November (18.30 Uhr) im Saal der Landesmusikschule wird das Konzept präsentiert. Bei der Gemeinderatssitzung wurde von Projektbegleiter Karl Klausner bereits eine Kurzfrassung präsentiert.

Kitzbühel | Im Jahr 2021 wird in Kitzbühel das 750-jährige Jubiläum der Stadterhebung gefeiert. Dafür sollen jetzt schon die Weichen für die Zukunft gestellt werden und ein Masterplan bzw. Leitbild für die Gamsstadt erstellt werden. Der Stadtentwicklungsplan (kurz SEP) wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Unter der Führung von Karl Klausner und dem SEP-Kommitee wurde die Organisation festgelegt und die Themen ausgearbeitet.

Die Themen wurden in sechs Arbeitskreise – Wirtschaft, Visionen für Sport und Kultur, Einheimische und Tourismus, Soziales und Gesundheit, Junge Visionäre sowie Lebensraum als Sammelbegriff für Umwelt, Raumordnung und Infrastruktur eingeteilt. Nach einer Bestandsaufnahme wurden in den jeweiligen Themenbereichen die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele festgelegt. „Bei diesem Prozess war auch die Bevölkerung eingebunden. Mehr als 100 Personen haben in den verschiedenen Arbeitskreisen und im Komitee mitgearbeitet“, berichtete am Montag Karl Klausner dem Kitzbüheler Gemeinderat, der auch eine Kurzfassung des SEP750 präsentierte.

Keine Streichungen bei den Themen

Im SEP-Komitee wurden die Ergebnisse der einzelnen Arbeitskreise zusammengefasst und je nach Dringlichkeit und Machbarkeit gereiht. „Man kann ja nicht 200 Sachen zeitgleich erledigen, deshalb ist diese Reihung erfolgt. Zudem wurden auch die Zuständigkeiten für die verschiedenen Themen durch die Ausschüsse festgelegt“, erzählt Klausner. Es wurde auch eine zeitliche Abfolge festgelegt, die den Start für die Umsetzungen regelt.

Die in den einzelnen Arbeitskreises erarbeiteten Themen wurden allesamt in das SEP750 aufgenommen. „Es gab kaum Widersprüche bei den Themen, nur Differenzen in kleinen Nuancen“, erläuterte Klausner. Ziel war es, möglichst alle Themen aufzunehmen, was auch gelang.

Auf die ursprüngliche geplante Meinungsumfrage wurde nun aber verzichtet. „Bei der Meinungsumfrage ging es in erster Linie um die Akzeptanz, aber auch darum, Widersprüche auszuräumen. Da diese aber nicht großartig vorhanden sind, kann die Umfrage entfallen“, sagt Karl Klausner.

Instrument für die Gemeindeführung

Primärer Zweck des Stadtentwicklungsplanes ist die Festschreibung von kurz- und langfristigen Zielen, die idealerweise von ein paar Umsetzungvorschlägen für die Realisierung der Ausschüsse ergänzt wurden. „Es ist der Masterplan für jede Jahresplanung für die Tätigkeit des Gemeinderates“, sagt Klausner. Die Dauer des Masterplans ist mit fünf, zehn oder 15 Jahren festgelegt, kann aber auch noch darüber hinaus gehen.

VP-Gemeinderat Ludwig Schlechter sieht es als einmalige Chance, dass die Bürger die Zukunft der Stadt mitgestalten können und sieht es auch als Auftrag für den Stadtrat und die verschiedenen Ausschüsse. „Jetzt geht es an die Umsetzung. Es ist eine Strategie und ein Arbeitspapier über Generationen hinaus“, sagt Schlechter, der auch die Frage stellt, ob man für einige Themen nicht Experten oder Hilfe von außen hinzuziehen sollte. „Um gemeinsam und erfolgreich ans Ziel zu kommen, sollten wir uns einen fachlichen Beistand holen“, erklärt Schlechter.

„Es hat in den 1990-er Jahren bereits eine Art Leitbild gegeben, gescheitert ist es meinen Referenzen nach daran, dass man die Hilfe nicht in Anspruch genommen hat“, mahnt Schlechter und ergänzt: „Gemessen werden wir an den Ergebnissen.“

Einige Inhalte des SEP750

Im Arbeitskreis Sport und Kultur wurde ein „Haus der Vereine „angedacht und auch ein Pendant zum „Legendenpark“, wo Kitzbüheler Persönlichkeiten, die nicht aus dem sportlichen Bereich kommen, gewürdigt werden. Aber auch die Schaffung eines Kulturpasses steht auf der Agenda.

Im Bereich „Einheimsiche und Tourismus“ will man von Großbauprojekten (Hotelkästen) Abstand nehmen und „Spezialitäten“ fördern. Zudem sind bedingungslos leistbares Wohnen, Einkaufen sowie Arbeitsplätze zu forcieren.

Starterwohnungen, Radwegenetz, der Lift zum Gesundheitshügel, aber auch Betreutes Wohnen wurden im Arbeitausschuss Soziales und Gesundheit als Themen ausgearbeitet.

Büros für Start-ups, günstige kleine Wohnungen und geistige Leistungen den sportlichen gleichzustellen, gehören zu den Themen im Bereich Junge Visionäre.

Eine attraktive Gestaltung des Angebots unter dem Titel „Kitzbühel365 für Einheimische“ sowie das Ziel, das Stadtzentrum am Leben zu erhalten, und eine autofreie Innenstadt wurden vom Arbeitskreis Lebensraum thematisiert.

Der Bereich Wirtschaft will die Stärkung regionaler Wirtschaftskreise, die Schaffung von nachhaltigen, beständigen Rahmenbedingungen. Zudem soll das Stadtzentrum als wirtschaftliche und emotionale „Mitte Kitzbühels“ erhalten bzw. wiederhergestellt werden.
Elisabeth M. Pöll

 
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