01.03.2020
Event  
 

Gemischter Satz | Michael Kos

Ausstellung Michael Kos "Gemischter Satz" in der AAArt-Foundation, Kunsthaus Kirchberg von 1. März bis 9. Mai. Öffnungszeiten jeweils Donnerstag und Freitag von 16-19 Uhr und am Samstag von 14-17 Uhr, sowie nach tel. Vereinbarung.

Michael Kos zählt zu den vielseitigsten Künstlern in Österreich, der sein Oeuvre im Crossover von Skulptur, Objektkunst, Installation, Kunst im öffentlichen Raum, Malerei und Literatur entfaltet. Charakteristisch für seine Arbeiten ist die Eindringlichkeit, mit der Kos seine Werkstoffe verwendet und die das energetische Potential des Materials für die Gestaltung von Bild, Form und Inhalt auslotet. Seine Arbeiten sind Material- und Formmeditationen, die ihre künstlerische Verdichtung einer genauen Selektion und Konzeption verdanken

Dem Titel entsprechend zeigt Michael Kos in der AAArt Foundation einen Querschnitt aus älteren und aktuellen Arbeiten. Skulpturen, installative Arbeiten, Wandbilder uvm – Kos kann auf eine selektive Auswahl von originären Werkserien zugreifen.

„Geschlichtete Malerei“ nennt Michael Kos seine Mappings und Surrogate. Diese Malerei ist das Resultat einer kompositorischen Schlichtung von Einzelsegmenten.

Die Mappings sind raffinierte Landkartenschlichtungen, die ihr grafisches Repertoire einem Alltagsgegenstand entlehnen. Die Rekombination von Landkarten wird so zur Dekonstruktion und zur Neudefinierung der Geografie.

Mit irisierender Monochromie und tonaler Struktur entstehen die Surrogate als malerisch-grafische Bilder transitorischen Charakters, einige davon mit assoziativen Begrifflichkeiten versehen. Mit der Beifügung von Schriftelementen legt Kos in seinem Oeuvre immer wieder aphoristische Spuren.

Die teils großformatigen Buttons sind Hybride zwischen skulpturalem Körper und Wandbild. Es sind Polyester-Scheiben oder Metallobjekte, die durch den Einsatz von Lack, Glasmurmeln, Gummi o.ä. zu imposanten Rundgemälden werden, deren Dinglichkeit einen Raum bestimmend einnimmt.

Verblüffend einfach und effizient kann der Eingriff des Künstlers in das Material seiner Skulpturen und Objekte sein. Das klassische Material Stein zeigt sich bei Kos einerseits bestechend geformt (Kreisel, Scheiben, Ei-Objekte), dann wiederum als narrative, künstlerische Pointierung wie bei seinen markanten Steinvernähungen, die sich das Spiel mit der Illusion zunutze machen, oder bei seinen Findlings-Installationen.

Vertraute und neue Materialien komplettieren einander. Die kombinatorische und additive Gestaltung zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk von Michael Kos.

Die Serie Gerissenes Papier führt eine grafische Auslotung des Materials Papier vor Augen. Grundlage ist hier ein spezieller Schwarz-Weiß-Karton, dem der Künstler durch Ritzen und Reißen brüchige Linien abringt. Die Zeichnung selbst kommt ohne Stift aus und entsteht direkt aus dem Material.

Relief-Papier nennt sich eine weitere Werkserie von Kos, bei der er schweres Büttenpapier mittels eines eigenen Verfahrens zu einem Raster von Bildpunkten prägt. Diese Büttenpapiere entfalten im Zwischenbereich von Fläche und subtiler Körperlichkeit ihre ästhetische Wirkung.

Das gesamte Oeuvre von Michael Kos verweist auf eine unablässige Materialbeschwörung und Gestaltungsruhe, bei der Kalkül und Sinnlichkeit, Denken und Lust, Formales und Narratives, Strenge und Verspieltheit eine geglückte Koexistenz eingehen.

 
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