26.09.2016
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Gemeinsam statt einsam wohnen

Einander helfen und unterstützen: Ein innovatives Konzept eines Mehrgenerationenhauses, wo sich jeder Bewohner einbringen soll, entsteht in Jochberg.

Jochberg | Die Großfamilien von früher, wo man füreinander da war, gibt es schon lange nicht mehr. Oft leben Eltern, Großeltern oder Familienmitglieder in einer anderen Stadt. So fehlt es in vielen Familienstrukturen z.B. an einer Oma, die auf ihre Enkel aufpassen könnte, oder umgekehrt an einer Tochter, die ihrer Mama beim Großeinkauf helfen könnte – Beispiele gäbe es viele. Hier will nun das Wohnprojekt „Generationentreff Wagstätt“ anknüpfen.

In der am Wagstättbichl geplanten Wohnanlage sollen verschiedene Generationen nicht nebeneinander, sondern miteinander leben. „Die Grundidee basiert auf der Großfamilie von früher. Wir haben uns überlegt, wie das in der heutigen Zeit funktionieren könnte und haben ein dementsprechendes Konzept erarbeitet“, erklärt Kurt Dander, Geschäftsführer von DASTA. Dander entwickelte eine solche Wohnanlagen bereits in Vomp. Auch in Innsbruck ist ein Mehrgenerationenhaus im Entstehen.

Wie funktioniert das Konzept?

„Man könnte sagen, die Wohnungsmieter sind handverlesen. Es gilt die perfekte Mischung aus Menschen zu finden, die etwas einbringen können und aus Menschen, die etwas benötigen“, erklärt Dander. Im Haus gibt es eine Betreuungsperson als Ansprechpartner und Vermittler. Der Mieter zahlt zusätzlich zur Miete 1,20 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche für die Betreuung.

Suche nach Alternative zu Altenwohnheim

Die Gemeinde Jochberg bastelte schon lange an einer Lösung, damit vor allem ältere Menschen länger im Dorf bleiben können. Zuerst forcierte die Gemeindeführung das Projekt „Lenz“, wo betreutes Wohnen entstehen hätte sollen – dieses wurde dann aufgrund der Kosten wieder verworfen. Dann kam das „Haus im Leben“ ins Spiel, das vom Konzept her dem „Generationentreff Wagstätt“ entspricht. Für Bürgermeister Günter Resch lässt sich mit diesem Projekt eine Versorgungslücke schließen. „Seit wir das Altenwohnheim schließen mussten, arbeiten wir an einer Lösung. Dank der guten Vorarbeit meines Vorgängers haben wir es nun endlich auf Schiene gebracht“, so Bürgermeister Resch.

Neuer Platz für Kinderkrippe

Neben den Wohneinheiten wird in dem Haus auch die Kinderkrippe der Gemeinde einen neuen Platz finden. „Die Krippe ist für zwölf Kinder ausgerichtet. Wir arbeiten noch an einem Konzept für einen Mittagstisch etc.“, berichtet Resch.

Gebaut wird das Mehrgenerationenhaus vom sozialen Wohnbauträger Neue Heimat Tirol mittels Baurecht. Das Grundstück am Wagstätthügel verbleibt im Besitz der Gemeinde. Geschäftsführer Hannes Gschwentner hat mit diesem Projekt auch Neuland betreten. „Es gab einen etwas längeren Diskussionsprozess, weil das Projekt nach den Richtlinien der Wohnbauförderung errichtet wird. Für solch ein Konzept musste die Wohnbauförderung ein wenig auf die speziellen Bedürfnisse eingehen“, berichtet Gschwentner. Die Neue Heimat Tirol nimmt dafür 4,2 Millionen Euro in die Hand.

Für die Pläne des Mehrgenerationenhauses in Passivqualität zeigt sich die Architektengruppe P3 aus St. Johann verantwortlich. Alle 21 Wohnung in den Größen von 50 bis 90 Quadratmeter werden barrierefrei gestaltet. Das Gebäude samt Tiefgarage wird in den Hang gebaut und gleicht sich höhenmäßig der bestehenden Umgebung an.

Neue Zufahrt und mehr Parkplätze

Mit dem Neubau einhergehend, kann auch die Zufahrts- und Parkplatzsituation rund um das Kulturhaus verbessert werden. „Wir werden 60 Parkplätze nördlich des Kulturhauses und eine öffentliche Zufahrtsstraße errichten“, informiert Bürgermeister Resch. Bis Ende nächsten Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
Johanna Monitzer

Bild: Der Spatenstich für das neue innovative Wohnkonzept (v.li.): Alt-Bgm. Heinz Leitner, NHT-GF Hannes Gschwentner, Bgm. Günter Resch mit den Architekten  Wilfried Filzer und Gottfried Heugenhauser sowie Kurt Dander, der für das Konzept verantwortlich ist. Foto: Monitzer

 
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