23.04.2017
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Für ein Sterben in Würde

Die freiwilligen Helferinnen der Hospiz Gemeinschaft begleiten Menschen auf ihrem letzten Weg. Man will ein menschenwürdiges Sterben ermöglichen und die seelische Last auf dem letzten Weg mindern.

Kitzbühel | Es geht um einen Lebensabschnitt, mit dem man sich gedanklich eigentlich gar nicht wirklich beschäftigen will, ein Thema, das auch nur sehr selten angesprochen wird. Es geht um den letzten Lebensweg, das Sterben. Auf diesem Weg stehen die freiwilligen Helferinnen rund um Christine Eder, die als Bezirksleiterin des Hospiz Kitzbühel tätig ist, zur Seite. „Wir begleiten die Menschen im letzten Abschnitt ihres Lebens. Nicht nur Sterbende und Leidende, wir machen dabei auch eine Lebensbegleitung und umso länger der Kontakt besteht, umso besser können wir auf den Klienten eingehen“, erklärt Eder die Arbeit der Hospiz-Mitarbeiterinnen, die im psychosozialen Feld, aber nicht in der Pflege tätig sind. „Derzeit haben wir nur freiwillige Helferinnen, ich hoffe jedoch, dass mit dem Kurs im Mai auch Männer dazustoßen werden“, erzählt Eder. Die Infoveranstaltung für die Ausbildung findet am 2. Mai im Pflegeheim Oberndorf statt. Geeignete und interessierte Personen absolvieren in ihrer Ausbildung bei der Tiroler Hospiz Gemeinschaft 95 Theorie- und 80 Praxisstunden. Zudem gibt es laufend Fort- und Weiterbildungen.

Lebensqualität bieten

„Wir arbeiten sehr klientenorientiert, um eine höchstmögliche Lebensqualität bieten zu können“, gibt Christine Eder einen Einblick in die Arbeit. Wichtig ist es, Raum und Zeit zu geben und mit dem Sterbenden als Gesprächspartner noch Themen aufarbeiten zu können. Eine Herausforderung für die Betreuerin ist es, auch Gefühle zuzulassen. „Man kriegt aber auch so viel zurück“, berichtet Marianne Laner aus der Praxis. Neben der Rolle als Gesprächspartner zählt es auch, den Sterbenden wahrzunehmen und körperlichen Kontakt zu geben. „Oft reicht es schon die Hand zu halten oder den Menschen zu umarmen“, so Eder.

Die Betreuerinnen der Tiroler Hospiz Gemeinschaft sind aber nicht nur für den Sterbenden da, sondern stehen auch den Angehörigen in dieser schwierigen Situation zur Seite. „Auch wenn man glaubt, man kann nichts mehr tun, gibt es noch viel zu tun. Körperlich und geistig da zu sein und auch die Hemmschwelle der Berührungen zu nehmen, das sind wichtige Aufgaben“, erzählt Christine Eder.

Wie Susanne Gobec-Grabner anhand eines Praxisbeispiels schildert, nehmen die Betreuerinnen oftmals auch noch die Rolle eines „Dolmetschers“ ein und stellen Kontakte und Verbindungen wieder her. „Wir wollen den Menschen ein würdevolles Leben ermöglichen. Zudem wird durch unsere Arbeit der Pflegedienst entlastet“, ergänzt Irmgard Monitzer.

„Diese eins zu eins Betreuung ist in Einrichtungen wie dem Altenwohnheim Kitzbühel, nicht möglich, aber sehr wichtig“, weiß AWH-Leiter Karl Hauser, der in ständigem Kontakt mit dem Hospiz ist.

Die Bezirksleiterin der Hospiz Gemeinschaft, Christine Eder, hat sich noch ein weiteres Ziel gesetzt: Sie will dem Tod und dem Sterben den Schrecken nehmen und das Tabu rund um dieses Thema aufbrechen.

Die Informationsveranstaltung zur Betreuer-Ausbildung der Hospiz Gemeinschaft findet am 2. Mai im Pflegeheim Oberndorf statt. Elisabeth M. Pöll

Bild: Susanne Gobec-Grabner, Irmgard Monitzer, Christine Eder und Marianne Laner begleiten die Tiroler Hospiz Menschen auf ihrem letzten Weg durchs Leben. Foto: Pöll

 
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