01.02.2019
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Frühere Sperrstunde bewährt sich

Auch für die Polizei war die Abänderung des Programms am Hahnenkammwochenende eine Herausforderung. Die Bilanz der Einsatzkräfte ist alles in allem positiv.  

Kitzbühel | Nicht nur die Polizei zieht eine positive Bilanz über eines der größten Sportfeste Österreichs. Auch beim Roten Kreuz und der Bergrettung freut man sich über die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzorganisationen und die überschaubare Zahl an Einsätzen.

„Die Programmumstellung war auch für uns eine Herausforderung, aber es hat schluss­endlich alles gut funktioniert“,  bilanziert Kitzbühels Bezirkspolizeikommandant und Einsatzleiter Martin Reisenzein. Insgesamt wurden 14 Diebstähle angezeigt, dazu kamen vier Sachbeschädigungen und 16 Körperverletzungen. Außerdem wurden drei Fans festgenommen, überdies wurde ein Widerstand gegen die Staatsgewalt angezeigt. Ein Drohnen-Pilot muss ebenfalls mit einer Anzeige rechnen. Ein Fan wird wegen Abbrennens von sogenannten bengalischen Feuern belangt.

„Es hat sich für uns einmal mehr gezeigt, dass das Innenstadt-Konzept das Um und Auf ist“, betont der Polizeikommandant. Vor allem die Vorverlegung der Sperrstunde der Standl in der Innenstadt habe sich positiv ausgewirkt. Dadurch sei früher Ruhe eingekehrt.

Auch das Rote Kreuz zieht eine positive Bilanz. Gemeinsam mit Personal aus insgesamt sechs Landesverbänden des Österreichischen Roten Kreuzes, dem ASB Tirol, ASB München und dem Bayerischen Roten Kreuz konnte der Ambulanzdienst erfolgreich über die Bühne gebracht werden.

Insgesamt mussten während des gesamten Wochenendes 134 Personen versorgt werden, 40 Patienten wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Wie Einsatzleiter Markus Krenn erklärt, handelt es sich bei den Versorgungen zu 60 Prozent um Verletzungen durch Stürze sowie Schnittwunden. Rund 20 Prozent der Patienten hatten zu tief ins Glas geschaut. Auch Krenn betont, „dass sich das Konzept in der Innenstadt bewährt hat.“ Trotz der Programmänderung sei es im Übrigen nicht zu mehr Versorgungen als vergleichsweise im Vorjahr gekommen.

Security-Mitarbeiter brach im Zielraum zusammen

Getrübt wurde die Bilanz jedoch durch einen Todesfall. Ein Security-Mitarbeiter war am Samstag zusammengebrochen. Trotz des sofortigen Eingreifens des Rot-Kreuz-Teams starb der Mann wenig später im Krankenhaus.


Das Kriseninterventionsteams (KIT) war hier ebenfalls sofort vor Ort, um vor allem die Kollegen des Mannes zu betreuen. Im Laufe der Renntage waren insgesamt zehn Mitglieder des KIT-Teams, darunter auch zwei ausgebildete Psychologinnen, im Zielbereich im Einsatz. „Gerade wenn bei Gruppen, einem Mitglied etwas passiert, sind wir vor Ort und betreuen die Gruppe, bringen sie etwa vom Ort des Geschehens weg“, schildert der Leiter des KIT-Teams, Gerhard Müller, der selber im Einsatz war. Gefordert seien die speziell geschulten Mitarbeiter auch wenn z.B. ein Kind verloren geht. Dann werden die aufgeregten Eltern beruhigt und in der Einsatzzentrale betreut. „Wir haben auch zwei Räume im Altenwohnheim zur Verfügung, wo wir jemanden hinbringen können“, erklärte Müller. Drei Einsätze hatten Müller und sein Team zu bewältigen, u.a. galt es, ein siebenjähriges Mädchen zu betreuen, das seine Eltern verloren hatte. In Zusammenarbeit mit der Polizei konnten die Eltern rasch ausfindig gemacht werden.

Hund mit seiner Familie wieder vereint

Auch die extra eingerichtete „Lost&Found“-Stelle hatte einiges zu tun. So war ein Hund seiner Familie in Kitzbühel ausgebüchst und hatte sich ins Zielgelände verirrt. Die Rot-Kreuz-Mitarbeiter starteten einen Hilferuf in der Bevölkerung – mit Erfolg. Der Vierbeiner konnte unversehrt seinen Liebsten übergeben werden. Margret Klausner

Bild. Patroullierten regelmäßig über das Zielgelände: Christian Schroll, Anita Wörgötter und der Leiter des Kriseninterventionsteams im Bezirk  Kitzbühel, Gerhard Müller (v.l.).

 
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