26.03.2018
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Frische Sommerbrise in der Lehre

Einige neue Lehrberufe sind ab diesem Sommer in Aussicht, derzeit läuft die Begutachtungsphase. Die Digitalisierung zieht sich dabei durch die kommenden Berufsleitbilder.

Bezirk  | Der Lehrberuf „E-commerce Kaufmann bzw. -frau“ hat medial bereits einige Aufmerksamkeit erregt. Diese Ausbildungsschiene ist die Antwort des Handels auf die Herausforderungen durch Online-Bestellungen. Dementsprechend sieht das Spektrum des Lehrbildes u.a. den generellen Umgang mit dem Online-Shop, das Betreuen von Kunden und elektronischen Reklamationen sowie den gezielten Einsatz diverser Werbemöglichkeiten im Netz vor.

Ab Sommer soll außerdem der Lehrberuf „Bautechnische Assistenz“ geschaffen werden.  Zu den Tätigkeiten in dieser Ausbildung gehören u.a. das Aufnehmen und Aufmessen von Geländen und Bauteilen (auch mittels Bauaufnahmetechnik), aber auch Dokumentation und Abrechnung sollen vom Lehrling künftig erlernt werden. Die neuen digitalen Möglichkeiten spielen auch am Bau eine erhebliche Rolle.

In ein entsprechendes Lehrmodell wird zudem die Ausbildung zum Maskenbildner gegossen. Ebenfalls neu ist der Lehrberuf „Tierärztliche Ordinationsassistenz“. Zu den dabei erlernten Tätigkeiten gehört unter anderem das Assistieren bei tierärztlichen Behandlungen und Operationen sowie Betreuung und Dokumentation.

Verschiedene Schwerpunkte wählbar

Verschiedene Schwerpunkte sind beim neuen Lehrberuf „Medienfachmann bzw. -frau“ wählbar: Bei „Webdevelopment und audiovisuelle Medien“ gehört unter anderem das Erstellen und kreative Beleben von Webseiten dazu. Der Fokus bei „Grafik, Print, Publishing und audiovisuelle Medien“ liegt auf Design und Gestaltung von Medienprodukten im Print- und Digitalsektor.

Beim „Online-Marketing“ sollen künftig eigenständige Marketingstrategien erarbeitet werden können sowie die dafür passenden Kanäle gefunden werden. Wählt ein Lehrling den Schwerpunkt „Agenturdienstleistungen“ geht der Weg in Richtung PR und Kommunikationsstrategie.

Ebenfalls zwei Schwerpunkte sind künftig beim geplanten Lehrberuf „Glasverfahrenstechnik“ möglich: einerseits die „Hohlglasproduktion“, andererseits die „Flachglasveredelung“.

Steinmetzlehre und Zahntechnik vertieft

Eine Vertiefung bzw. Spezialisierung gibt es bei der Zahntechnik sowie bei den Steinmetzen. Die zahntechnische Fachassistenz sowie die Steinmetzlehre werden ab Sommer um eine vierjährige Ausbildungsschiene erweitert. Neben der fachlichen Basis wird dabei digitales Know-how in der jeweiligen Branche vermittelt.

Ebenfalls in Richtung Digitalisierung wird das Lehrbild von Polsterern, Rauchfangkehrern und in der Chemieverfahrenstechnik aufpoliert. Außerdem werden neue, modulare Kombinationsmöglichkeiten für Metalltechnik (mit Spezialmodul I: Automatisierungstechnik) und Elektrotechnik (mit Spezialmodul Netzwerk- und Kommunikationstechnik) geschaffen.

Wunsch geht von Unternehmen aus

Aber wie kommt es überhaupt zu einem neuen Lehrberuf? Alfred Freundlinger von der Abteilung Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, erläutert den Ablauf: „Grundsätzlich ist es so, dass in der Regel von den Unternehmen zunächst der Wunsch ausgeht: ‚In diesem Bereich brauchen wir etwas!‘ Dann wird mit Experten ein Entwurf ausgearbeitet und der wird im Bundesberufausbildungsbeirat ausverhandelt.“ Bereits seit der Jahrtausendwende ist der Trend der Digitalisierung deutlich spürbar. Damals war auch der große Schwung an neuen Berufsbildern, wie Freundlinger weiter ausführt. „Derzeit brauchen wir eigentlich nicht viele neue Berufsbilder. Bei den meisten Lehrberufen ist es so, dass sie mit einer gewissen Adaptierung sehr gut passen. Jedes Jahr wird eine kleinere zweistellige Zahl an Lehrberufen aktualisiert.“ Elisabeth Galehr, Symbolfoto: WKO

 
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