11.04.2016
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Freie Sicht für Lenker und Wild

In den vergangenen Jahren kam es vor allem im Frühjahr und im Herbst auf der Landesstraße zwischen Erpfendorf und Kössen zu zahlreichen Wild­unfällen. Allein im Vorjahr registrierte die Polizei 30 Unfälle. Jetzt wurde das dichte Gehölz entlang der Straße entfernt, außerdem im Frühjahr und Herbst ein Tempolimit verordnet. Dank der Maßnahmen können Autofahrer wechselndes Wild bereits von Weitem sehen und entsprechend reagieren.

Kirchdorf, Kössen | Vergangene Woche fand entlang der Erpfendorfer Straße in Höhe der Hager Brücke ein ganz besonderer Lokalaugenschein statt – Kirchdorfs Hegemeister Johann Seiwald, Josef Feiersinger vom Bezirkspolizeikommando, Michael Aufschnaiter von der Straßenmeisterei, Förster Hannes Embacher (Bundesforste) sowie Jagdpächter Robert Heim (Kössen I) begutachteten die Maßnahmen entlang der Straße, die helfen sollen, zukünftig schwere Wild­unfälle zu vermeiden.

Hohe Dunkelziffer

„Wir  haben im vergangenen Jahr in diesem Bereich rund 30 Unfälle mit Wild registriert“, informierte Josef Feiersinger von der Polizei. „Die Dunkelziffer ist aber sicher noch um einiges höher “, ist Seiwald überzeugt. Seit Jahren gilt die nahezu schnurgerade Verbindung als eine der gefährlichsten im Bezirk, wenn es um Wild­unfälle geht. Trotz zahlreicher Wildwarner und Hinweisschilder war diese meist im Frühjahr und im Herbst nicht zu verhindern. Die Schäden an den Autos waren zum Teil enorm, Verletzte waren im Vorjahr glücklicherweise nicht zu beklagen. Allerdings mussten die Jäger auf der Strecke nicht nur zahlreiche tote Tiere bergen, sondern viele von ihrem Leid erlösen. „Wir haben daher nach Möglichkeiten gesucht, wie wir solche Unfälle vermeiden können“, erklärt Seiwald. Dass die Autofahrer zu schnell dran gewesen seien und daher nicht mehr ausweichen konnten, wollen weder Feiersinger noch Straßenbauer Michael Aufschnaiter so stehen lassen. „Tempomessungen haben ergeben, dass sich der Großteil der Autofahrer an die Tempolimits hält.“

Frisches Gras lockt an

Gemeinsam mit den Grundeigentümern – in diesem Fall vor allem die Bundesforste – konnte eine Lösung gefunden werden. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei haben jetzt im gesamten Verlauf des Hagertals die dichten Gehölze an den Fahrbahnrändern entfernt. Der Effekt – Autofahrer sehen das entlang der Straße stehende Wild von Weitem und können reagieren. Vor allem auf einer Seite der Straße sind zahlreiche Wiesen, die das Wild vor allem im Frühling anlocken und daher für einen massiven Wildwechsel sorgen. Für die Autofahrer ein Horror – traten die Rudel meist ganz plötzlich aus dem Dickicht, um über die Straße zu ziehen. Außerdem wird zwei Monate im Frühling sowie drei Monate im Herbst das Tempolimit von 100 auf 80 km/h heruntergeschraubt. Sichtbare Hinweistafeln, die temporär aufgestellt werden, weisen ebenfalls auf die Gefahr hin.

Appell an Autofahrer

Für die Jäger Johann Seiwald und Robert Heim eine Erleichterung, sie hoffen darauf, dass die Maßnahmen zukünftig helfen, solche Unfälle zu vermeiden – zum Schutz von Autofahrern und dem Wild. Die Kosten für die Arbeiten hat übrigens das Land übernommen. Josef Feiersinger appelliert jedoch trotz der zahlreichen Maßnahmen an die Autofahrer trotz der geraden Strecken vor allem im Frühling und Herbst vorsichtig zu fahren.
M. Klausner

Bild: Lokalaugenschein im Hagertal: Johann Seiwald, Hannes Embacher, Michael Aufschnaiter, Robert Heim und Josef Feiersinger (v.l.). Foto: Klausner

 
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