03.02.2020
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Fortschritt und die Angst davor

Das A1 5Giganetz läuft in Kitzbühel seit 25. Jänner. Im Anschluss an die Sieger­ehrung wurde das Netz freigeschaltet und stellt die Schlüsseltechnologie für die Digitalisierung des ländlichen Raums und des Wirtschaftsstandortes Österreich dar. Öster­reichweit starteten 350 Standorte an diesem Tag. Bedenken über gesundheitliche Risiken kommen seitens der Bevölkerung und der lokalen Politik.
 
Kitzbühel | Am Samstag Abend   hat in der Gamsstadt eine neue technologische Ära begonnen – A1 startete das 5Giganetz und zollt damit der rasanten technologischen Entwicklung Tribut. Für die Entwicklung des ländliches Raums und die Positionierung des Wirtschaftsstandortes Österreichs gilt das neue Netz als Schlüsseltechnologie.

Gemeinde haben kein Mitspracherecht
Die Vergabe der Frequenzen und der Standorte obliegt dem Ministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), die Gemeinden haben in diesem Prozess keine Parteienstellung. „Es ist zum einen verständlich, dass hier die Gemeinden nicht mitreden dürfen, denn wenn man jeden fragen muss, würde man auch nicht weiterkommen. Jedoch sollten die Gemeinden vor allem in Ballungszentren eine Mitsprache bei der Standortwahl erhalten. Bei den Mobilfunkanlagen haben wir keine Handhabe“, sagt Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler, der auch immer wieder Bedenken aus der Bevölkerung hört und sich, speziell für die neue Technologie, mehr Aufklärung wünscht: „Ich spüre eine Verunsicherung in der Bevölkerung. Es wäre daher höchste Zeit, Aufklärungsarbeit für die Bevölkerung zu leisten“, richtet Winkler seinen Appell an die Mobilfunkbetreiber. Für den Kitzbüheler Bürgermeister ist aber klar, dass man diese Entwicklung nicht aufhalten kann.

FPÖ will transparente Informationen
„Die 5G-Technologie ist für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts und gerade für die große Chance der Digitalisierung ein wichtiges Asset, das man – wenn man vorne mit dabei sein will – nützen wird müssen“, so LAbg. Christofer Ranzmaier als FPÖ-Technologiesprecher. „Mit der aktuellen Kommunikationsstrategie seitens der Mobilfunkbetreiber kann diesem Mega-Projekt aber ein veritabler Image-Schaden entstehen, weil man dem Unbehagen in Teilen der Bevölkerung nicht mit der nötigen transparenten Information begegnet“, warnt Ranzmaier, der sich gerade in derart sensiblen Fragen ein Mehr an Einbindung der Bevölkerung wünscht.
Auch für LAbg. Alexander Gamper ist es essenziell, dass man die betroffene Bevölkerung vor Ort einbindet: „Gerade am aktuellen Beispiel Kitzbühel sieht man, wie hier komplett an der Bevölkerung vorbeiagiert wird“, kritisiert er, und fordert „dass man die Sorgen der Bevölkerung auch in diesem wichtigen aber vor allem sensiblen Thema ernst nimmt.“

Vorreiterrolle in der Digitalisierung
In der Bundesregierung sieht man die Digitalisierung als große Chance für Österreich, die Veränderungen in vielen Lebensbereichen – wie wir arbeiten, lernen oder spielen – mit sich bringt. „Gerade für die Wirtschaft, Klein- und Mittelbetriebe, spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes. Dazu braucht es in erster Linie den Ausbau der notwendigen Infrastruktur“, teilt Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck in einer Aussendung mit. „Für uns ist klar: Jemand, der am Land lebt, muss die gleichen Chancen vorfinden können, wie in den Städten. Deshalb ist der Ausbau von flächendeckenden 5G-Netzen bis 2030 ein wesentlicher Schritt in Richtung Chancengleichheit zwischen Stadt und Land. Heutzutage sind leistungsfähige Datennetze die Güterwege des 21. Jahrhunderts. Gerade durch den Ausbau einer digitalen Infrastruktur kann die Abwanderung und die Landflucht reduziert werden“, heißt es weiter.

Strahlenbelastung ist gering
Man sieht sie nicht und man hört sie nicht – die Strahlenbelastung. Manche Internet-Mythen prophezeien Schlimmes. Gregor Wagner, Pressesprecher Forum Mobilkommunikation, kann aber die Menschen beruhigen: „Bedenkt man, dass die von der WHO empfohlenen und in Österreich verbindlich geltenden Grenzwerte in Summe (also alle Funkstandards) gerade mal zu 0,9 Prozent (dies ergaben insgesamt 450 Messungen österreichweit) ausgenutzt werden, kann man nicht von ‚Belastung‘ sprechen. Mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G wird sich dieser Wert wahrscheinlich auf ca. 1,3 Prozent erhöhen. Diese Diskussion wird also an der dritten Kommastelle hinter der Null geführt.“
Mehr zum Thema 5G Technologie lesen Sie im Wirtschaftsteil auf Seite 24. Elisabeth M. Pöll

Im Anschluss an die Siegerehrung der Abfahrt wurde das 5Giganetz von A1 in Kitzbühel gestartet. Foto: A1

 
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