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29.09.2019
News  
 

Forststraße erhitzt die Gemüter

Verunsicherung herrscht aufgrund der geplanten Forststraße der ÖBF am Niederkaiser. Eine Bürgerinitiative sammelte mit Unterstützung der Grünen 758 Unterschriften.

St. Johann | Mountainbiketouren und Ausflugsfahrten mit dem Auto auf die bislang abgeschiedene Einsiedelei werden in den sozialen Netzwerken befürchtet. Aufgrund der geplanten Forststraße am Niederkaiser herrscht zunehmend Verunsicherung in der Bevölkerung.

Die Straße wird nicht bis zur Einsiedelei gebaut
Fakt ist, dass die von den Österreichischen Bundesforsten (ÖBF) geplante 450 Meter lange und vier Meter breite Forststraße nicht direkt zur Einsiedelei gebaut wird. „Die Straße endet bereits davor im Wald“, sagt Andrea Kaltenegger von den ÖBF. Einen Plan zur Veröffentlichung, worauf die Trassierung der Forststraße ersichtlich ist, wollten die ÖBF dem Kitzbüheler Anzeiger nicht zur Verfügung stellen.

Es wird wohl kein Rechtsmittel eingelegt
Dass die Forststraße unterhalb der Einsiedelei endet, bestätigt aber auch Bezirkshauptmann Michael Berger, der Einblick ins Behördenverfahren nahm: „Vom Hof Burgwies ausgehend macht die Forststraße weiter oben noch einmal einen Bogen nach Nord-Osten und endet im Wald ca. 60 Meter unterhalb der Einsiedelei.“ Bis zum Redaktionsschluss war noch kein Rechtsmittel bei der BH gegen Bescheid für die Errichtung der Forststraße eingelangt.  
Und es wird wahrscheinlich auch keines geben: Die Umwelt-
anwaltschaft sieht zwar eine Beeinträchtigung der Naturlandschaft, wird aber wie in der letzten Ausgabe berichtet, aufgrund öffentlichen Interesses nicht gegen den Bau der Forststraße vorgehen. So auch die Gemeinde. „Ich möchte noch einmal betonen, dass alles sauber unter Einbezug von Experten seitens der BH abgearbeitet wurde. Es handelt sich um einen geringen, aber wirklich notwendigen Eingriff in die Natur“, erklärt Bürgermeister Huber Almberger (VP).

Grüne: „Das Ökosystem ist in Gefahr“
Die Bürgerinitiative „Freundi*innen des Niederkaisers“ hat mit Unterstützung der Grünen innerhalb von sechs Tagen 758 Unterschriften gegen den Bau der Forststraße gesammelt. Sigi Pürstl, Andreas Schramböck und Martin Mallaun übergaben diese am Dienstag. Die Bürgerinitiative fürchtet eine nicht mehr wiedergutzumachende Zerstörung des Naturraumes am Niederkaisers. „Es geht uns nicht darum, einem Bauern die Bewirtschaftung des Waldes zu erschweren, sondern wir sehen das Ökosystem und das Naherholungsgebiet in Gefahr“, so Mele Strelle von den Grünen. Die Bürgerinitiative fordert, dass das Gebiet im Niederkaiser unter Naturschutz gestellt wird sowie eine Aufklärung der Bürger über die Forststraße.

ÖBF: „Straße ist für Schutzwald notwendig“
Die Planung der Forststraße wurde in enger Abstimmung mit Gemeinde, Naturschutz- und Forstbehörde entwickelt und ebenso mit allen Anrainern diskutiert, kontern die ÖBF. „Für die Erschließung des gefährdeten Schutzwaldes wurden mehrere Varianten sorgfältig geprüft und abgewogen – auch unter dem Aspekt, dass sich der Weg bestmöglich in das bestehende Landschaftsbild einfügt. Aus forstlicher Sicht ist eine Aufarbeitung des Schadholzes im Schutzwald am Niederkaiser unbedingt notwendig – je eher dafür die Voraussetzungen geschaffen werden, desto besser ist das für den Schutzwald und seine so wichtigen Funktionen - Stichwort Borkenkäfer“, betont ÖBF-Pressesprecherin Kaltenegger.
Für eine Bürger-Informationsveranstaltung sehen weder die ÖBF und noch Bürgermeister Hubert Almberger derzeit eine Notwendigkeit. Johanna Monitzer

Sigi Pürstl, Martin Mallaun und Andreas Schramböck (v.li.) übergaben am Dienstag 758 Unterschriften an Bürgermeister Hubert Almberger. Foto: privat

 
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