02.04.2017
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„Folkmusic“ wiederbelebt

Nein, es war mehr als bloße Wiederbelebung, was man vergangenen Samstag in Kitzbühel, im K3-Saal, erleben durfte.

Kitzbühel | Da tönte gleich zu Beginn vom Balkon herunter etwas wie – ja, was war’s: ein in seiner Art uns fremder Jodler? Aber es war kein solcher; was aber denn?  Und dann, im Lauf der nächsten zwei Stunden: Gesänge von Liebe und Liebesleid, von Abschied, Adio, von Madre und Mama, von  Heimatliebe und Heimatbewußtsein, Trauriges…, und selbst die Bambini kamen dran; jedoch, in Steigerung des Programms, schließlich viel Ausgelassenes (Lieder zum Mitklatschen), und dies alles durchtränkt von Emotion, Emotion…

Leider erfuhr man keine Titel, und es war wohl so, dass die Sprachbarriere – das Publikum vielfach überfordert; denn wer beherrscht schon italienische Dialekte? – erst allmählich abgebaut werden konnte: durch über-schäumendes Temperament. (Wie eher dürftig, man muss es leider sagen, nimmt sich dagegen die alpenländische Volksmusik mit ihrem ewigen Glatt-und-Verkehrt aus. Bitte mit Ausnahmen!) Dazu herrliche Stimmen von drei – übrigens äußerst dezent (rot und schwarz) gekleideten Damen; jedoch auch die Männer von der Begleitung – zwei Gitarren, Harmonika und vielfältiges Schlagzeug – agierten fallweise als Sänger, teils sogar äußerst originell: der Schlagzeuger!

Freilich, wenn man’s kritisch betrachtet, widerspricht die gewählte Art der Arrangements irgendwie dem Volksmusikmäßigen, vergleichbar den oft so überkünstelten Bearbeitungen. Negro Spirituals… Was nichts daran ändert, dass es ein großes Verdienst der Gruppe bedeutet, all diese wunderbaren Lieder, in denen italienische Mentalität – die italienische Seele kriecht in ihnen geradezu heraus, vor dem endgültigen Vergessen zu bewahren.

Natürlich durften, nach abwechslungsreichstem Programm – Soloeinlagen, Singen im Duett, im ‚Tutti‘ (da brauchte es vielfach italienische Sprechwerkzeuge!) – ein zünftiger Schluss, so recht ein Kehraus, nicht fehlen. Auf der Rückwand in großen Buchstaben Bella Ciao Bella; aber man hätte lieber gelesen: Ciao Bella Kitz! Hugo J. Bonatti, Bild: Archivfoto Veranstalter

 
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